Feuer in Verzinkerei: Komplizierter Einsatz für den Löschzug Heek

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Einen komplizierten Einsatz musste der Löschzug Heek in der Nacht zu Mittwoch bewältigen. Grund dafür waren die Objekte, die in Brand geraten waren. Sogar die Ahauser Feuerwehr musste aushelfen.

Heek

, 29.07.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Einem aufmerksamen Nachtwächter blieben die Flammen in der Heeker Verzinkerei in der Nacht zu Mittwoch (29. Juli) nicht verborgen. Durch ein Fenster sah er das Feuer und alarmierte die Feuerwehr.

Der Löschzug Heek rückte um 1.36 Uhr zu diesem komplizierten Einsatz aus. Denn die Objekte, die Feuer gefangen hatten, waren brandgefährlich. Es musste sogar ein Spezialcontainer der Ahauser Feuerwehr zum Einsatz kommen.

Nur wenige Minuten nach der Alarmierung waren 29 Feuerwehrmänner vor Ort. Zu diesem Zeitpunkt standen bereits drei von fünf in der Halle geparkten Elektro-Gabelstaplern in Flammen. Auch auf die direkt dahinter stehenden Ersatzbatterien hatte das Feuer übergriffen. Nur unter schwerem Atemschutz konnten die Einsatzkräfte vorrücken.

Die Flammen waren nicht das große Problem

Dabei waren die Flammen selbst gar nicht das große Problem. „Die hatten wir zügig unter Kontrolle“, berichtet der Heeker Feuerwehrleiter Heinz-Peter Rump im Gespräch mit der Redaktion. Kritisch sei die Sache wegen der Batterien der E-Stapler geworden. „Da stand alles dicht beieinander“, so Rump. Mühsam habe man mit Hilfe eines anderen Staplers alles auseinander geschoben.

Problem: Batterien können noch tagelang chemisch reagieren und sich von selbst wieder entzünden. Praktisch jederzeit. „Die Dinger sind unberechenbar“, so der Heeker Feuerwehrchef. Und damit alles andere als ungefährlich. Das zeigte sich auch daran, dass die Batterien durchgehend geraucht haben und so giftige Gase freigesetzt wurden. Darum arbeitete der Löschzug bei der Bergung der Batterien in der Halle auch nur mit zwei Teams im Wechsel.

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Ahauser Feuerwehr hilft in der Not aus

Weil die Lage so verzwickt war, bat der Löschzug Heek zudem die Ahauser Feuerwehr um Hilfe. Hintergrund: Diese ist in Besitz eines sogenannten Abrollbehälters, indem bevorzugt Elektroautos geflutet werden können, wenn sie einmal in Brand geraten sind. Praktisch eine Art Dauerkühlung, um ein erneutes Entzünden der Akkus zu verhindern.

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„Zum Glück“, so Heinz-Peter Rump, „waren zwei Ahauser Wehrkollegen zügig nach unser Anfrage vor Ort und haben uns den angeforderten Container vorbeigebracht.“ Und danach galt es, die ausgebauten Batterien und auch die beschädigten Ersatzbatterien nach und nach im Container zu versenken. „Es war schon eine kniffelige Arbeit und auch für uns nicht alltäglich.“

Eine Batterie wiegt rund zwei Tonnen

Und weil so eine Batterie etwa die Größe einer Europalette hat und rund zwei Tonnen wiegt, musste jede mittels Gabelstapler zum Container gebracht werden. Da war es von Vorteil, dass einige Kameraden des Löschzugs einen Gabelstapler-Führerschein haben. Insgesamt wurden acht Batterien im Container versenkt, ehe dieser verschlossen und geflutet wurde.

„Der große Vorteil davon ist, dass jetzt alles in einem Rutsch entsorgt werden kann“, erklärt Heinz-Peter Rump. Denn die Batterien würden vermutlich Schwermetalle im Wasser freisetzen. Eine spezielle Entsorgungsfirma muss sich nun um den Inhalt des Containers kümmern.

Nach aktuellem Stand geht die Polizei von einem technischen Defekt als Auslöser des Feuers aus. Der Sachschaden wird auf rund 60.000 Euro beziffert. Für die Feuerwehr war der komplizierte Einsatz erst in den frühen Morgenstunden gegen 6 Uhr beendet. „Es hat alles gut geklappt, aber alltäglich war dieser Einsatz nun wirklich nicht“, bilanziert Heinz-Peter Rump.

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