Feuerwehr löscht brennende Asylbewerberunterkunft und kämpft gegen Corona-Risiko

mlzNiestadt

Wegen einer brennenden Asylbewerberunterkunft rückte die Feuerwehr aus Heek und Nienborg am Freitagmorgen in voller Stärke aus. Die Angst vor einer Infektion macht auch vor ihnen nicht Halt.

Heek

, 27.03.2020, 11:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

In der Niestadt hat am Freitagmorgen eine Flüchtlingsunterkunft gebrannt. Nach ersten Informationen war das Feuer im rückwärtigen Teil des Gebäudes ausgebrochen. Der Rauch hatte sich schnell in allen Räumen des Hauses verteilt.

Die sechs Bewohner, vier Erwachsene und zwei Kinder, konnten sich weitestgehend unverletzt aus dem Gebäude retten. Eine Frau erlitt einen Schock und wurde vor Ort von Rettungskräften versorgt. Wie die Polizei am Nachmittag mitteilte, sei die Brandursache bislang ungeklärt. Hinweise auf ein fremdenfeindliches Motiv gebe es aber nicht.

60 Mann auf engem Raum: Aktuell sollen die Feuerwehrleute in Heek und Nienborg so gut es geht Abstand zueinander wahren. Im Einsatzfall ist das aber nicht immer zu gewährleisten. "Das ist leider unser Risiko", sagt Wehrleiter Heinz-Peter Rump.

60 Mann auf engem Raum: Aktuell sollen die Feuerwehrleute in Heek und Nienborg so gut es geht Abstand zueinander wahren. Im Einsatzfall ist das aber nicht immer zu gewährleisten. "Das ist leider unser Risiko", sagt Wehrleiter Heinz-Peter Rump. © Stephan Teine

Das Haus ist nach dem Feuer nicht mehr bewohnbar. Auch Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff war am Morgen zur Einsatzstelle geeilt. Vor Ort erklärte er, dass die Bewohner des Hauses nun vorerst in einem Hotel untergebracht werden. Kurzfristig könne die Gemeinde ihnen dann aber eine neue Wohnung zur Verfügung stellen.

Feuerwehr muss sich trotz allem vor dem Coronavirus schützen

Die Feuerwehr war laut Heinz-Peter Rump, Leiter der Feuerwehr Heek, mit beiden Löschzügen aus Heek und Nienborg mit rund 60 Einsatzkräften vor Ort. „In diesen Zeiten habe ich es eigentlich gar nicht gerne, dass beide Löschzüge zusammen ausrücken“, erzählt der Wehrleiter im Gespräch mit unserer Redaktion.

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Dennoch habe es in diesem Fall keine andere Möglichkeit gegeben. „In so dichter Bebauung und mit Menschenleben in Gefahr brauche ich vor Ort ja jeden Kameraden, um das Feuer zu bekämpfen“, erklärt er. „Das ist eben leider einfach unser Risiko“, fügt er noch hinzu.

Mitglieder der Löschzüge sind auf Fahrzeuge fest eingeteilt

Um einer möglichen Verbreitung des Coronavirus in den Reihen der Feuerwehr dennoch einen Riegel vorzuschieben, teilen sich die Feuerwehrleute momentan noch strikter als sonst auf die einzelnen Fahrzeuge auf. „Auch wenn sie vor Ort in Warteposition sind, halten sie sich zusammen in den Fahrzeugbesatzungen auf und wahren Abstand zueinander“, erklärt Heinz-Peter Rump.

Das Feuer war im mitteleren Teil des Gebäudes ausgebrochen. Laut Feuerwehrleiter Heinz-Peter Rump befanden sich dort ein Abstellraum, ein Badezimmer sowie die Küche.

Das Feuer war im mitteleren Teil des Gebäudes ausgebrochen. Laut Feuerwehrleiter Heinz-Peter Rump befanden sich dort ein Abstellraum, ein Badezimmer sowie die Küche. © Stephan Teine

Gleichzeitig werde registriert, wer wo eingesetzt sei. So könne genau zurückverfolgt werden, wie sich eine mögliche Infektion ausgebreitet hat.

Alarmierung erfolgt in vier Schleifen

Auch deswegen sei die Alarmierung aktuell in vier sogenannte Schleifen unterteilt. „So können wir mit so wenig Personen wie irgendwie möglich zu einem Einsatz ausrücken“, macht der Wehrleiter deutlich. Langfristig sei sein oberstes Ziel, dass die Feuerwehr in Heek und Nienborg einsatzbereit bleibt. Der schlimmste Fall sei, dass mehrere Feuerwehrleute krank würden oder in Kontakt mit Infizierten kämen, sodass sie unter Quarantäne gestellt werden müssten.

Deswegen habe er den Feuerwehrleuten auch ganz klare Anweisungen gegeben: „Jeder, der auch nur den leisesten Verdacht hat, krank zu sein, soll im Alarmfall zuhause bleiben“, macht er deutlich.

Die Straße Niestadt und die Hauptstraße waren während der Lösch- und Aufräumarbeiten für den Verkehr gesperrt. Die Polizei ermittelt zur Brandursache.

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