Förderprogramm soll dieses Jahr noch auf den Prüfstand

"Jung kauft Alt“

Das Thema Bauen und Wohnen ist und bleibt ein Dauerbrenner in der Gemeinde Heek. Das Heeker Förderprogramm „Jung kauft Alt“ ist einer von mehreren Bausteinen, die hier für eine Innenverdichtung sorgen sollen. Mit wachsendem Zuspruch.

HEEK

, 02.02.2015, 18:35 Uhr / Lesedauer: 2 min

„Es kommen in regelmäßigen Abständen Anfragen dazu“, erklärt Herbert Gausling. Acht Anträge stünden derzeit zur Entscheidung an, so der Bauamtsleiter auf Anfrage der Münsterland Zeitung. Insgesamt elf Mal sei positiv entschieden worden in den vergangenen beiden Jahren.

„Wir werden uns irgendwann in diesem Jahr damit beschäftigen müssen, ob wir das Programm weiterführen wollen“, sagt Gausling. Geht es nach den Antragstellern, dürfte diese Frage wohl mit „Ja“ beantwortet werden. „Das Feedback von Personen, die von außerhalb kommen, ist positiv“, sagt Gausling, „weil die das aus anderen Kommunen nicht kennen.“

Auch Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff schätzt die Effekte des gemeindeeigenen Förderprogramms positiv ein. Die Gemeinde habe einen relativ hohen Anteil an älteren Immobilien, besonders im Kernbereich. „Wir wollen natürlich einen Anreiz im Bereich des Altbestandes schaffen für junge Familien. Die Kosten sind für die Gemeinde überschaubar“, urteilt er. „Und wir setzen damit ein Zeichen.“ Ob der Förderreiz allerdings eher jene angelockt hat, die ohnehin vorgehabt hätten, eine ältere Immobilie zu erwerben statt neu zu bauen, könne er aktuell nicht einschätzen. „Das müssen wir noch in diesem Jahr eruieren“, bestätigt Weilinghoff.

Arbeitsgruppe eingerichtet

Allerdings stehe die Gemeinde in dieser Frage noch vor größeren Herausforderungen – und das längerfristig. „Wir haben eine Arbeitsgruppe zum Thema Demografie eingerichtet“, erklärt der Bürgermeister. „Wir haben mal die Wohnbebauung mit der Einwohnerstatistik abgeglichen. Und wir waren überrascht, wieviel Einzelbewohnung es doch gibt.“ Vielfach seien das ältere Mitbürger. „Da wird sich in den nächsten Jahren einiges tun.“ Gerade hier seien viele Immobilien im Kernbereich betroffen.

Der große Wurf ist indes noch nicht in Sicht. Weilinghoff: „Da sind wir ganz am Anfang der Gespräche.“ Mittelfristig gehe es darum, die verschiedenen Interessengruppen zusammen zu bringen – also junge Familien, die auf der Suche nach einem Eigenheim sind, Hausbesitzer, Energieberater und Handwerksbetriebe, die bei der Sanierung tätig werden können. Sicher ist aktuell laut Bürgermeister aber: „Das wird in den nächsten Jahren hier ein Dauerthema. Wir wollen ja auch, dass sich die Leute damit beschäftigen.“

Seit 1. Januar 2013 läuft das auf drei Jahre befristete Progamm mit dem Ziel, Kauf und Sanierung von Altbestand für junge Familien finanziell zu fördern.
Es beinhaltet zwei Säulen: für die Anfertigung eines Altbaugutachtens gibt es einen Grundbetrag von 600 Euro, dazu je Kind 300 Euro (max. 1500 Euro). Der Kauf wird über fünf Jahre mit je 800 Euro Grundbetrag plus 400 Euro je Kind gefördert (max. 2000 Euro/Jahr).

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