Freiheit und Erholung auf „geistlichem“ Grün

Pastors Garten

Auf den ersten Blick ist es ein ganz normaler Garten. Auf den zweiten Blick entdeckt man in den Beeten und auf dem Rasen viele kleine Gegenstände, die zunächst fehl am Platz wirken. Denn die meisten von ihnen kennt man eher aus der Kirche. Pfarrer Josef Leyer kennt die Geschichte hinter jedem dieser Dinge in seinem Garten.

HEEK

, 06.07.2015, 17:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

"Das ist ein Teil von einem Altar aus Billerbeck. Dort drüben habe ich ein Teil von einer Kommunionbank und das hier kommt von einer alten Kreuzwegstation", sagt Leyer und zeigt auf verschiedene Dinge in seinem Garten. Immer wieder fallen ihm Statuen, Gefäße oder Laternen in die Hände, die er dann benutzt, um seine Beete liebevoll zu dekorieren. Unter einem Rosenbogen zum Beispiel steht eine kleine Marienstatue. Das Podest, eine Rückwand und einen Bogen um diese herum hat Leyer selbst aus alten Sandsteinteilen und einem Grabstein gebaut.

In dem Rosenbogen hängen runde rote Plastikscheiben, die das Licht reflektieren. "Die haben den Vorteil, dass sie das farbige Licht auf den Weg werfen. Auch wenn die Rosen noch nicht blühen, ist es also schön bunt", erklärt Leyer. Das gleiche gilt für die alten Kirchenfenster, die überall im Garten verteilt zu finden sind. Der Pfarrer hat einige von ihnen so hingestellt, dass die bunten Scheiben gut zur Geltung kommen, wenn die Sonne scheint. Andere hängen an der Wand und sind von hinten beleuchtet. Die Fenster stammen aus der Kapelle des ehemaligen Krankenhauses.

Pfahl und Hecke

In einem der Beete steht ein großer spitzer Holzpfahl. Auch dieser hat eine besondere Geschichte. Er war Teil der Pfahlgründung des Wirtschaftsgebäudes, das früher auf dem Grundstück des heutigen Kreuzzentrums stand. Das Haus stand also unter anderem auf diesem Pfahl. "Ich mag dieses alte und verwitterte Holz sehr gerne", sagt Leyer.

Eine hüfthohe Hecke umgibt den Garten, ansonsten ist der Blick in die Umgebung frei. "Ich wollte keine Einzäunung. Der Garten bedeutet für mich auch Freiheit und Erholung", sagt Leyer. Wichtig sei ihm auch, dass alles eine Bedeutung habe. Selbst die Grundform das Gartens hat er bewusst gewählt. "Die Wege ergeben ein Kreuz. Man kann entweder den inneren oder den äußeren Kreis laufen. Alles läuft in der Mitte zusammen", erklärt der Pfarrer.

Besucher willkommen

Obwohl es sein privater Garten ist, ist er für die Öffentlichkeit zugänglich. Immer mal wieder gehen die Bewohner des angrenzenden Seniorenheims dort mit ihrem Besuch spazieren. "Auch Rollstuhlfahrer erfreuen sich hier gerne an den Pflanzen und Blumen", sagt Leyer.

Ab und zu lädt er sogar Vereine wie zum Beispiel den Kirchenchor zum Grillen in seinen Garten ein. Im Oktober steht ein großes Fest zu seinem Einstand im Junggesellenschützenverein an. Traditionell veranstaltet er dort auch die Maiandacht. Für die nahe Zukunft ist noch ein Steingarten geplant. Dafür wird Pfarrer Josef Leyer die Reststeine des Kirchplatzes verwenden.

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