Das kostenlose Blühwiesen-Saatgut wurde 2020 in Heek gut angenommen. © picture alliance/dpa
Ökologie

Fünffache Steigerung: Kostenloses Blühwiesen-Saatgut 2020 gefragt

Auch in diesem Jahr hat die Gemeinde Heek kostenloses Saatgut für Blühwiesen angeboten. Der Unterschied zu den Vorjahren war jedoch enorm. Die Nachfrage ist deutlich gestiegen. Nicht ohne Grund.

Die bisher traurige Bilanz des kostenlos von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Blühwiesen-Saatguts wurde in diesem Jahr deutlich aufgebessert. Die kleinen 200-Gramm-Gebinde waren so gefragt wie noch nie zuvor. Verglichen mit 2019 ist die Nachfrage um das Fünffache gestiegen. Dabei könnte auch Corona eine Rolle gespielt haben.

„Die Nachfrage war wirklich sehr gut. Wir sind sehr zufrieden“, bilanziert Baumamtsleiter Herbert Gausling auf Anfrage der Redaktion. 126 Personen hätten das Saatgut-Angebot der Gemeinde in Anspruch genommen. Bedenkt man, dass es 2019 nur 24 und 2018 sogar nur drei Personen waren, ist das eine beachtliche Steigerung.

Es gibt Gründe für die erhöhte Nachfrage

Und woher kommt die plötzliche Steigerung? „Wir haben die Sache mehr beworben als zuvor“, so Gausling. Und vermutlich habe auch Corona eine Rolle gespielt. Die Menschen waren offenkundig mehr im Garten aktiv und zu Hause. Das spiegelt sich auch in der Menge Grünabfall in diesem Jahr wider.

Rund 150 Tonnen mehr als 2019 werden laut Schätzung der Verwaltung anfallen. „Die Menschen hatten wegen Corona Zeit, im Garten richtig aktiv zu werden“, merkte dazu schon Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff jüngst in einer Ausschuss-Sitzung an.

Und neben der kostenlosen Verteilung des Saatguts hat die Gemeinde auch selbst Blühflächen angelegt. So zum Beispiel auf der Ex-Hülsta-Fläche, deren Erschließung auf Hochtouren läuft. Und dort erfüllten die Pflanzen gleich einen doppelten Zweck: Zum einen waren sie überall Nahrungsgrundlage und Lebensraum für zahlreiche Insekten, die für das Ökosystem essentiell sind. Und zum anderen dienten sie der Staubbindung.

Verblühte Pflanzen stehen lassen

Übrigens ist es aus ökologischer Sicht wichtig, dass die Blumen auch nicht geschnitten oder aus dem Beet entfernt werden, wenn sie verblüht sind. Am besten lässt man alles bis zum nächsten Frühling stehen. Hintergrund ist, dass viele Insekten in den Pflanzen, zum Beispiel den Stängeln, überwintern. Entfernt man die Blumen, nimmt man den Insekten diese Chance.

Die Zusammensetzung des Saatgutes war so gewählt, dass es nicht nur etwas für das Auge war, sondern auch Pflanzen enthielt, die ausschließlich für Insekten von Bedeutung waren. Also keine reine Blühpflanzen-Mischung. Über die Zusammensetzung für 2021 werde aber noch beraten, so der Baumamtsleiter. Klar ist: Nach dem jüngsten Erfolg soll es die Aktion auch im kommenden Jahr geben.

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