Ganzheitliches Energiekonzept für das Dinkeldorf

Anstoß erfolgt

Die Gemeinde Heek will mit einem eigenen Energiekonzept Maßstäbe setzen. Nach dem Vorbild der emsländischen Gemeinde Lathen setzt sie dabei auf eine zentrale Wärmeenergiegewinnung aus regenerativen Rohstoffen. Zusätzliches Plus: Die Sanierung der Heizungsanlage in der Kreuzschule könnte eingespart werden.

HEEK

, 20.03.2015, 17:15 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch die Heizungsanlage der Kreuzschule war Thema.

Auch die Heizungsanlage der Kreuzschule war Thema.

Die SPD hatte das Thema einmal mehr in den Bauausschuss gebracht. Ihre Forderung: ein ganzheitliches Energiekonzept statt des im Haushalt eingeplanten Kesseltausches für die Heizungsanlage in der Kreuzschule.

Hintergrund: Der Kessel der Anlage in der Kreuzschule stammt aus dem Jahr 1985 und müsste nach den Vorgaben der Energieeinsparverordnung in diesem Jahr ausgewechselt werden. Da die Anlage zuverlässig läuft, könne im Einvernehmen mit dem zuständigen Schornsteinfeger ein Aufschub dieser Maßnahme bis 2016 erreicht werden, heißt es im Antrag der SPD. Die so gewonnene Zeit solle genutzt werden, um ein Energiekonzept für die Gebäude und Anlagen der Gemeinde zu erarbeiten.

Vor- und Nachteile

Die Verwaltung hatte hierzu bereits einen ersten Vorschlag erarbeitet, der von Bauamtsmitarbeiter Thorsten Meyer in der Sitzung vorgestellt wurde. Meyer beleuchtete Vor- und Nachteile von dezentraler und zentraler Wärmeenergieversorgung sowie die Verfügbarkeit nicht-fossiler Energieträger vor Ort - so etwa Thermosolar, Biomasse, Klärschlamm und Holz.

"Große Anlagen haben einen größeren Wirkungsgrad", erklärte er. Zudem seien dezentrale Anlagen, verteilt auf mehrere Standorte mit einem hohen Logistikaufwand verbunden. Meyer: "Viele Hände, viele Wege." Auch der Unterhaltungsaufwand für mehrere Anlagen sei höher. Seine Schlussfolgerung daher: "Es ist besser, die Wärme direkt zu verteilen."

Gute Vorbilder

Die Verwaltung habe auch schon "eine Vision entwickelt, wie ein Fernwärmenetz aussehen könnte", sagte Meyer. "Unsere Idee ist gar nicht so abstrus. Es gibt Vorbilder." Dabei habe man sich am Beispiel der Gemeinde Lathen im Emsland orientiert. Dort gebe es etwa 800 Abnehmer, die über ein 47 Kilometer langes Netz versorgt würden. 20 Millionen Kilowattstunden pro Jahr würden so verteilt.

Für Heek müsste das Netz lediglich sieben Kilometer umfassen. Die Vorteile lägen auf der Hand, so Meyer: Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen, stabile Kosten, sowie ein realer ökologischer Gewinn und aktiver Klimaschutz. Zudem bleibe die Wertschöpfung vor Ort.

Erster Schritt gemacht

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff sprach sich dafür aus, das Konzept weiter zu verfolgen. "Das hier ist ein erster Schritt", sagte er. Auch Meyer betonte, dass es sich hier um erste Überlegungen handele. "Unsere Ideen müssen sich gegenüber jeder Alternative rechtfertigen lassen." Andernfalls führten sie in die Sackgasse. Man wolle sich dazu auch von außen Know How und Input holen, etwa über die Energieagentur NRW.

Davor, dass man nicht ein System plane, das schließlich von der Entwicklung überholt werde, warnte auch Walter Niemeyer (CDU). "Wir müssen aufpassen, dass das keine Sackgasse wird, wenn sich die Investition in 20 Jahren amortisiert." Auch Franz Epping forderte ein "Technologie-Benchmarking", um verschiedene mögliche Systeme vergleichen zu können. "Auf dem Markt gibt es ein immenses Entwicklungspotenzial, das in den nächsten Jahren vielleicht zu ganz anderen Ergebnissen kommt."

Grünes Licht gegeben

Der Ausschuss gab einstimmig grünes Licht, das Konzept weiter zu planen. Hierzu soll es einen Besuch der Gemeinde Lathen geben, um vor Ort die Systeme in Augenschein zu nehmen. Außerdem sollen die Energieagentur NRW und Westnetz beratend hinzugezogen werden.

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