Gaststätte "Zum Stroenfeld" wird 125 Jahre alt

Überraschendes Jubiläum

Die Gaststätte "Zum Stroenfeld" wird in diesem Jahr 125 Jahre alt. Gewusst von diesem Jubiläum haben die Inhaber zunächst nicht - bis Andrea Gausling im vergangenen Jahr auf einem Balken einen interessanten Fund machte.

HEEK/SCHÖPPINGEN

von Von Anne Alichmann

, 19.08.2014, 16:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine alte Zigarrenschachtel lag da auf dem Dachboden. Darin zum Teil verwitterte Dokumente. „Ich habe die Schachtel dann abgestaubt und an meinen Cousin, der Ahnenforschung betreibt, weitergegeben“, erzählt Andrea Gausling. Und der konnte mit den alten Papieren tatsächlich etwas anfangen. So entdeckte er zum Beispiel ein offizielles Schreiben, mit welchem der Kreis Ahaus dem „Kötter Heinrich Busemas zu Ramsberg“ die „Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft“ erteilte. Datiert ist es auf den 11. September 1889. „Wisst ihr eigentlich, dass ihr nächstes Jahr 125-Jähriges feiern könnt?“, fragte daraufhin der Cousin die Familie Gausling. Jetzt wussten sie es.

Eine grobe Idee, wie und wann die Gaststätte auf dem Ramsberg entstanden sein könnte, hatten die Gauslings aber schon vorher: Erzählungen nach wurde im 19. Jahrhundert einigen Bauern im Stroenfeld, das größtenteils bewaldet war, Land geschenkt – mit der Auflage, es als Acker oder Weideland urbar zu machen. Ihre Vorfahren hätten die Landwirte dann wohl immer mal mit einem Schnaps versorgt, erzählt Andrea Gausling. Auch hätten die Bauern auf ihrem Weg ins Stroenfeld öfter am Haus der Familie geklopft und nach etwas zu trinken gefragt. Die Eröffnung einer Gaststätte, das fanden die Gauslings jetzt auch heraus, gestaltete sich seinerzeit aber offenbar nicht ganz reibungslos. „Es hat wohl Protest gegeben“, erzählt Andrea Gausling. Jemand hätte sich beschwert, „auf der Chaussee zwischen Asbeck und Metelen“ gäbe es schon drei Gaststätten, da sei eine weitere nicht notwendig. Also rückten die findigen Ahnen ein paar hundert Meter von der „Chaussee“ ab – und erhielten auf diese Weise ihre Genehmigung.

Das ist 125 Jahre her, und die Gaststätte wird inzwischen in fünfter Generation geführt. Andrea Gausling hat das Lokal vor elf Jahren von ihrem Patenonkel Heinrich Busemas geerbt und leitet es gemeinsam mit ihrem Mann Martin. Unterstützt werden sie von Tante Marita Busemas. Spezialisiert ist die Familie auf Catering und Events – Familien, Freundeskreise, Clubs oder Betriebe mieten etwa die Säle oder bestellen das Essen für eine Feier. Nahezu alles läuft auf Anmeldung, einen laufenden Restaurantbetrieb gibt es nicht. Das Jubiläum wollen die Gauslings im September im Kreis geladener Gäste feiern – und auf das „zufällige“ 125-Jährige anstoßen.

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