Gefräßige Fräse kaut die B 70

Heek Die Fräse beißt fest zu. Ihr zwei Meter breites Maul gräbt sich hungrig in den Asphalt und zermalmt augenblicklich alles, was ihm da zwischen die Zähne kommt - und das ist eine Menge. Denn die Bundesstraße 70, deren Decke seit Montag lautstark verfrühstückt wird, misst zwischen der Anschlussstelle der A 31 in Heek und dem Schumacherring in Ahaus fünf Kilometer.

25.09.2007, 18:57 Uhr / Lesedauer: 1 min

Sechs LKW stehen bereit, um die Reste dieses Mahls aufzufangen. Im hohen Bogen spuckt das nimmersatte Gerät, das zu den größten seiner Art gehört, die zerkaute Straße hinten wieder aus - direkt auf die Ladefläche. Im Handumdrehen ist der 30-Tonner beladen - und fährt los. An seine Stelle setzt sich gleich der nächste LKW, damit die gefräßige Fräse ungebremst weiter beißen, kauen und verdauen kann.

18 Fuhren pro Stunde

"Wir kommen so auf 18 Fahrten pro Stunde", erläutert Heinz Göckener vom Bauüberwachungsteam des Landesbetriebs Straßenbau NRW. Ziel dieser Entsorgungsfahrten ist aber nicht die Müllkippe, sondern das Baustofflager der Straßenbauer. "Das Material ist nicht kontaminiert, das können wir auf den nächsten Baustellen wieder verwerten."

Auch zwischen Ahaus und Heek muss nicht nur ab-, sondern wieder aufgebaut werden. Ab heute gesellt sich zu der Fräse eine Teermaschine. Während sich erstere weiter durch die Straße frisst - immer Häppchen von zwei Metern Breite und zwölf Zentimetern Stärke - , sorgt zweitere gleich für frischen Belag: erst 8,5 Zentimeter Asphaltschicht, dann 3,5 Zentimeter As phaltdecke.

"Zurzeit kommen wir gut voran", freut sich Göckener. Grund dafür sei nicht allein das Wetter - "bei Dauerregen haben wir ein Problem" -, sondern auch die Verkehrsregelung: Seit Montag präsentiert sich die viel befahrene Bundesstraße als Einbahnstraße. Nur noch in Richtung Ahaus rollt der Verkehr. Wer in die Gegenrichtung unterwegs ist, muss auf die Kreisstraße 45 ausweichen.

Ampel nach den Ferien

Nach den Herbstferien Ende nächster Woche frisst die Fräse zwar weiter mit ungebremsten Appetit. Aber die LKW mit dem Schutt kommen nicht mehr so zügig weg wie bisher. "Dann", so Göckener, "müssen wir vor allem wegen des Linienverkehrs mit Ampeln arbeiten." sy-

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