Gemeinde muss in Kindergarten-Neubau investieren

Mehr Platz für Ü3-Kinder

Es ist nur eine Prognose, aber die kommt zu einem deutlichen Ergebnis: Bis zu 13 Kindergartenplätze für Kinder über drei Jahren fehlen künftig in Heek. Und das zu Zeiten, wo die Kirche als Träger aller fünf Heeker Kindergärten in der Gemeinde klamm ist. Der Rat vertagte die Diskussion über mögliche Lösungen in den nicht-öffentlichen Teil. Aber es zeichnet sich ab, dass die Gemeinde selbst bauen muss - und wird.

HEEK

, 22.09.2016, 17:34 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gemeinde muss in Kindergarten-Neubau investieren

Der Gemeinderat diskutierte mehrere mögliche Standorte für einen Ausbau. Einer davon wäre ein Anbau an den bestehenden St.-Marien-Kindergarten.

"Die Kommune ist da in der Pflicht", sagte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff mit Hinweis auf die Dringlichkeit einer politischen Entscheidung. Im Gemeinderat war man sich schnell einig: Die Verwaltung wurde einstimmig beauftragt, "intensiv die Suche nach einer geeigneten Lösung voranzutreiben". Dass die Gemeinde dabei nicht auf die Katholische Kirche als Bauträger zählen kann, stand bereits im Vorfeld fest. Das Bistum Münster hatte im Juni bei einer Informationsveranstaltung in Borken die angespannte Finanzlage der Kindergartenhaushalte dargestellt. Weitere Trägerschaften schloss das Bistum daher aus. "Nur in den Orten, in denen die Katholische Kirche als alleiniger Träger tätig ist, könne über eine Erweiterung diskutiert werden", hieß es in der von der Verwaltung vorbereiteten Tischvorlage zur Ratssitzung. Bedingung: "Wenn die politische Gemeinde die baulichen wie auch die laufenden Kosten trägt."

Drei Varianten möglich

Das bedeutet für die Gemeinde, dass sie neben den bereits vereinbarten laufenden Kosten fürs Kindergartenjahr von etwa 165000 Euro (zwei Drittel des gesetzlichen Trägeranteils von zwölf Prozent für die bestehenden Kindergärten) zusätzlich für die neue Gruppe den kompletten Trägeranteil übernehmen müsste - etwa 10000 bis 12000 Euro, schätzt die Verwaltung.

Drei Varianten ergaben sich daraus aus Sicht der Verwaltung, die dann aber, weil Grundstücksfragen diskutiert werden mussten, im nicht-öffentlichen Teil der Ratssitzung weiter beraten wurden: Erweiterung des St.-Ludgerus-Kindergartens, ein "Container" am St.-Marien-Kindergarten oder ein neuer, zusätzlicher Kindergarten, etwa im Neubaugebiet Strothbach.

Variante eins (Ludgerus) war dabei gekoppelt an die Überlegung, bereits bewilligte Fördergelder für den Ausbau der U3-Plätze umzuwidmen auf eine altersgemischte Gruppe, bei der sowohl U3- als auch Ü3-Kinder betreut werden können. Dies war aber nicht möglich, wie der Bürgermeister gestern auf Anfrage erklärte.

Anbindung an St.-Marien-Kindergarten bevorzugt

Das Ergebnis der Beratungen aus der nicht-öffentlichen Sitzung könne er noch nicht bekannt geben, erklärte er mit Hinweis auf laufende Verhandlungen. Bereits im Vorfeld war aber klar, dass die Gemeinde eine Anbindung an den St.-Marien-Kindergarten bevorzugen würde. Auch Norbert Wiemer vom zuständigen Fachdienst beim Kreis Borken hatte sich nach einem Vorgespräch mit Vertretern der Gemeinde und der Verbundleiterin der Kindergärten, Christiane Hilbring, entsprechend geäußert. "Die neue Gruppe soll an einem Kindergarten im Ortsteil Heek angebunden sein", schrieb er in seinem Bericht an die Gemeinde, der ebenfalls im Rat vorlag. Für die Gemeinde wäre dies die kostengünstigere Variante, so der Bürgermeister. Entschieden werden solle in jedem Fall zügig, betonte er. "Wir wollen den Stand halten".

Aktuell gibt es in Heek insgesamt 228 Kinder im U3- und 259 im Ü3-Bereich
In Heek selbst sind es 159 (U3) und 169 (Ü3).
Plätze für Ü3-Betreuung gibt es in Heek aktuell verfügbar 155, fehlende können nicht durch freie Plätze in Nienborg ausgeglichen werden.
Im Kindergartenjahr 2016/17 müssen fünf Kinder auf zusätzlichen Plätzen mit Ausnahmegenehmigung des Landesjugendamtes betreut werden.
Die Geburtenzahlen steigen wieder: 2014: 43; 2015: 42; 2016: 52 (jeweils bis 31. August).
Neue Baugebiete wie Strothbach und der Flüchtlingszustrom führen zu einem prognostizierten, weiter steigenden Bedarf.

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