Gemeinde zahlt Verdienstausfall für Wehrführer

Einstimmiges Votum

Die Freiwillige Feuerwehr in Heek wird ihren bisherigen Führer wohl behalten können: Der Haupt- und Finanzausschuss der Gemeinde hat am Mittwochabend einstimmig dafür votiert, dem Wehrführer eine Pauschale für zwei Tage Verdienstausfall pro Monat zu zahlen.

HEEK

22.04.2016, 10:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wenn es brennt, ist die Feuerwehr aktiv. Aber auch Verwaltungstätigkeiten gehören zu dem Ehrenamt dazu. Die Gemeinde Heek zahlt jetzt eine Pauschale für den Verdienstausfall für diese Zeit und hat die Aufwandsentschädigung angehoben.

Wenn es brennt, ist die Feuerwehr aktiv. Aber auch Verwaltungstätigkeiten gehören zu dem Ehrenamt dazu. Die Gemeinde Heek zahlt jetzt eine Pauschale für den Verdienstausfall für diese Zeit und hat die Aufwandsentschädigung angehoben.

 Im gleichen Zug soll die monatliche Aufwandsentschädigung auf das Niveau der Entschädigung für Ratsmitglieder angehoben werden.

Verwaltungstätigkeit bindet viel Zeit

Wie berichtet, hatte Heinz-Peter Rump bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr am 19. März erklärt, er könne das Ehrenamt als Leiter der Freiwilligen Feuerwehr in Heek nicht mehr ausüben, wenn nicht ein Ausgleich an seinen Arbeitgeber für den Verdienstausfall gezahlt wird, der durch den Aufwand an Verwaltungstätigkeiten entsteht, die mit dem Ehrenamt verbunden sind. „Wenn die Arbeiten anfallen, muss das auch abgegolten werden“, sagte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff in der Ausschusssitzung. „Das ist unstrittig.“ Er tue sich aus Verwaltungssicht bloß schwer damit, das im Rahmen einer Pauschale zu tun.

"Vertrauensbeweis"

Auf Antrag der CDU war das Thema aus der nichtöffentlichen auf die Tagesordnung der öffentlichen Sitzung gehoben worden. Der von der Verwaltung entwickelte und dann diskutierte Vorschlag lag darum nur den Ratsmitgliedern vor. „Vertrauensbeweis“ CDU-Fraktionsführer Walter Niemeyer sprach sich dafür aus, dem Wehrführer die Pauschale zu gewähren – als „Vertrauensbeweis“. Die Gemeinde Heek könne hier eine „Vorreiterrolle“ übernehmen. Auch mit Blick auf die Aufwandsentschädigung. Er schlug vor, sie auf das Niveau zu heben, das auch den Ratsmitgliedern gewährt wird. Seit Januar liegt diese bei rund 211 Euro. Im Kreis Borken gibt es bisher keinen anderen Wehrleiter, dem eine Kommune Verdienstausfall in dieser Form zahlt.

Kritik musste sich der Bürgermeister zur Vorgehensweise der Verwaltung anhören. Rump habe bereits im September 2015 das Gespräch gesucht, um auf das Problem hinzuweisen. Erst nach der Jahreshauptversammlung der Wehr im März sei die Gemeinde aktiv geworden. Weilinghoff wies das zurück. „Ich habe nicht die Notwendigkeit gesehen, sofort loszulegen“, erklärte er. „Dafür sind normalerweise die Aufwandsentschädigungen da.“ Der Antrag von Rumps Arbeitgeber sei erst im März gekommen.

Rat muss noch entscheiden

Heinz-Peter Rump selbst zeigte sich im Gespräch mit unserer Redaktion froh über die Entscheidung, die – wohl nur der Form halber – noch durch den Rat muss. Er müsse dann einen Termin für eine Anhörung bei der Gemeinde mit dem Kreisbrandmeister machen, um für weitere sechs Jahre als Wehrführer bestellt zu werden. Der 48-Jährige, der seit 30 Jahren bei der Feuerwehr ist, ist vor allem froh für seine Wehr, denn einfach hinwerfen könne er schon von Gesetzes wegen nicht. „Ich kann nur aufhören, wenn ich einen Nachfolger habe.“   

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