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Karl Münstermann hat unangenehme Erinnerungen. Vor fünf Jahren lag die B70-Baustelle vor seinem Edeka-Markt. Nachteile erwartet er auch von der jetzigen Baustelle am Autobahn-Anschluss Heek.

Heek

, 08.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Seit Montag wird auf der B 70 in Höhe der Autobahn-Anschlussstelle Heek gebaut. Zwei neue Abbiegespuren werden eingerichtet, Ampelanlagen installiert, Kabel verlegt und vieles mehr. Gesperrt sind während dieser Bauphase die Autobahnauffahrt in beide Richtungen und die Zuwegung zum Gewerbegebiet über die Benzstraße. Umleitungen sind eingerichtet. Und das mindestens für drei Monate, auf den Hinweisschildern an der Großbaustelle taucht sogar der 31. Oktober als Datum der Fertigstellung auf.

Morgen-Kundschaft fehlt

Karl Münstermann ist in puncto Bauzeit-Prognosen eher skeptisch: „Damals hat man auch von einem Jahr gesprochen, und dann wurden es zwei Jahre.“ Wie damals muss der Betreiber des Edekamarktes und der Bäckerei in der Ortsmitte auch jetzt wieder auf einen Großteil der Morgen-Kundschaft verzichten: Auf die Handwerker, Monteure, die morgens auf dem Weg zur Arbeit im Ruhrgebiet oder im Norden des Landes mal eben bei Münstermann Halt machen.

Gesperrter Autobahn-Anschluss - Kunden machen Umweg um Heek

Die Schilder machen es deutlich: Die Zufahrt zur A 31 ist in beide Richtungen gesperrt. © Christiane Hildebrand-Stubbe

„Ob belegte Brötchen, Getränke, Zigaretten – rund 50 Leute versorgen sich frühmorgens für ihren Arbeitstag bei uns im Laden“, sagt der Geschäftsmann. Die fehlen jetzt. Und das, nachdem schon die Sparkasse einen neuen Standort gefunden hat, die Reinigung nebenan geschlossen hat. Münstermanns Erfahrung: „Jede Biene sticht.“

Einsicht in das Unvermeidbare

Aber Karl Münstermann ist auch Realist: „Man kann ja nichts machen, muss das so hinnehmen.“ Auf die neue Situation hat er sich organisatorisch eingestellt und für die Morgenzeit jetzt nur eine Verkäuferin im Einsatz.

Gesperrter Autobahn-Anschluss - Kunden machen Umweg um Heek

Alfons Rösner rechnet mit erheblichen Einbußen an seiner Tankstelle. © Christiane Hildebrand-Stubbe

Mit rückläufiger Kundschaft rechnet auch Alfons Rösner für seine Tankstelle an der B70: „Die Autofahrer, die übers Navi sehen, dass unsere Tankstelle direkt an der Autobahn liegt, bleiben jetzt weg.“ Für Rösner ist klar, dass die Lage dabei eine wichtige Rolle spielt: „Wir liegen genau zwischen den Anschlüssen Gronau und Legden/Ahaus.“ Zwar spürt er schon jetzt Folgen der Sperrung, empfindlich merken werde man es aber wohl am Pfingstwochenende und erst recht in den Sommerferien.

Einschränkungen und Verständnis

Auch für Elanko-Geschäftsführer Timo Kock, dessen Betrieb an der Benzstraße liegt, bedeutet die jetzige Situation Einschränkungen. Um die Baustellen Richtung Süden oder Norden anzufahren, müsse man jetzt Umwege von rund einer halben Stunde in Kauf nehmen. Aber: „Ich sehe das nicht so dramatisch, es wird etwas gebaut, von dem alle etwas haben. Das bedeutet immer Einschnitte.“

Sein Nachbar an der Benzstraße, Christoph Buesge (Gartenbau), sieht trotz einiger Umwege, die man jetzt in Kauf nehmen müsse, vor allem die Vorteile: „Wir profitieren schließlich auch von der Anbindung, wenn gebaut wird, dann muss man auch Kompromisse schließen.“ Allerdings hätte er sich anstatt der geplanten Ampelanlagen lieber einen Kreisverkehr gewünscht: „Das bedeutet einfach mehr Fluss für den Verkehr.“

Zufahrt nur für die Autobahnpolizei

Betroffen von den Bauarbeiten ist auch die Autobahnpolizei mit ihrem Stützpunkt an der Benzstraße. Allerdings solle für diese die Möglichkeit geschaffen werden, dass sie im Einsatz auch in Heek weiter auf die Autobahn auffahren können, sagt Polizeipressesprecher Andreas Bode auf Anfrage. Schließlich komme es ja oft auf Minuten an.

Gesperrter Autobahn-Anschluss - Kunden machen Umweg um Heek

Für die Autobahnpolizisten am Stützpunkt Heek soll die Zufahrt zur Autobahn weitgehend möglich sein. © Christiane Hildebrand-Stubbe

Allerdings, auch das betont Bode, hingen mögliche Verzögerungen von verschiedensten Faktoren ab. Von der Verkehrsdichte zum Beispiel. Außerdem fahre man ja nicht immer von der Benzstraße aus los, sondern sei auf der Strecke unterwegs. Andreas Bode: „Die Kollegen werden weiter dafür Sorge tragen, dass sie schnell am Einsatzort sind.“

Recht entspannt ist die Lage in Nienborg. Kerstin Wiemers (Tankstelle und Autohaus) hat bislang keinen Rückgang bei den Tank-Kunden festgestellt. Aufgefallen ist ihr aber das: „Es kommt jetzt häufiger vor, dass Leute nach dem Weg zur Autobahn fragen.“

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