Sieht harmlos aus, ist aber sehr gefährlich: Das Jakobskreuzkraut. © Marion Fenner
Giftpflanzen

Giftiges Jakobs-Kreuzkraut gefährdet Tiere im Heeker Strönfeld

Das giftige Jakobs-Kreuzkraut wird in Naturschutzgebieten wie dem Strönfeld immer mehr zum Problem. Für Tiere kann diese einheimische Pflanze im schlimmsten Fall tödliche Folgen haben.

„Nicht alles, was auf Wiesen und an Wegesrändern gelb blüht, ist Jakobs-Kreuzkraut“, sagt Dr. Peter Schwartze, fachlicher Leiter der Biologischen Station Kreis Steinfurt.

„Doch wenn auf Wiesen, die landwirtschaftlich genutzt werden, Jakobs-Kreuzkraut wächst, muss es entfernt werden“, stellt er klar. Denn diese Pflanze, die auch Jakobs-Greiskraut genannt wird, sei für viele Weidetiere extrem giftig. Als Heu dürfe sie ebenfalls nicht verfüttert werden.

Gefahr für Rinder und Pferde

„Die Giftigkeit beruht auf der Wirkung verschiedener Pyrrolizidin-Alkaloide, die zu chronischen Lebervergiftungen führen“, heißt es auf der Internetseite der Landwirtschaftskammer NRW. Insbesondere Pferde und Rinder reagierten sehr empfindlich darauf.

Auf der Weide sei es selten, dass Tiere diese Pflanze fressen, weil sie sehr viele Bitterstoffe enthalte, sagt der Leiter der Biologischen Station. Doch ganz verhindert werden könne nie, dass sie nicht doch angeknabbert werde, so Schwartze weiter. Des Weiteren enthalten Jungpflanzen diese übelschmeckenden Substanzen noch nicht, sie seien aber genau so giftig.

Heimische Pflanze vermehrt sich stark

Bei dem Jakobs-Kreuzkraut handelt es sich um eine heimische Pflanze, die sich in den vergangenen Jahren massiv ausgebreitet hat. „Vor allem auf extensiv bewirtschafteten Flächen, die spät gemäht werden, hat sie sich stark vermehrt“, berichtet Schwartze.

Auch im Naturschutzgebiet Strönfeld ist das der Fall. Dort hat Ortslandwirt Heinrich Stauvermann einige Flächen gepachtet. Heu, das Kreuzkraut enthält, können wir nicht verkaufen“, erklärt er. „Das müssen wir entsorgen.“ Also muss er die Pflanze entfernen.

Optimale Bedingungen

„Bei kleinerem Befall wird die Pflanze per Hand ausgestochen“, sagt Schwartze. Weil die Flächen im Naturschutzgebiet nicht vor dem 15. Juni gemäht werden dürfen, findet das Jakobs-Kreuzkraut dort optimale Bedingungen und hat die Zeit, eine Blüte auszubilden. Wird dann gemäht, reift die Pflanze trotzdem nach und bildet Samen aus. So vermehre sie sich um ein Vielfaches. „Auf intensiv genutzten und somit auch gedüngten Flächen, mähen wir bei gutem Wetter schon Anfang Mai“, sagt Stauvermann. Dort habe die giftige Pflanze keine Chance.

Damit das Kreuzkraut in ein paar Jahren nicht im gesamten Naturschutzgebiet wuchert, muss es nun mit härteren Maßnahmen bekämpft werden. Schwartze und Stauvermann haben sich deshalb auf den Einsatz von chemischen Mitteln auch innerhalb des Naturschutzgebietes geeinigt.

Spritzen oder Schmetterlinge

„Anders werden wir des Krauts wirklich nicht mehr Herr“, bestätigt Schwartze. Das Mittel werde mit einer Rückenspritze gezielt nur auf den extrem stark befallenen Bereichen eingesetzt. Bei großflächigerem Befall könne auch über eine Flächenspritzung nachgedacht werden.

Ein natürliches Mittel gegen das Jakobs-Kreuzkraut gibt es auch. „Kleine schwarz-gelb gestreifte Raupen, aus denen später einmal der Blutbär, ein grau-roter Schmetterling, wird, fressen und schädigen die Pflanzen“, erklärt Schwartze. Doch bei dem immensen Befall kommen die Raupen gegen die Pflanze alleine nicht an.

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