Grundstückspreise in Heek ziehen an

mlzGrundstücksmarktbericht 2019

In Heek wohnt es sich günstiger als in den meisten anderen Orten im Kreis Borken. Doch im vergangenen Jahr gab es den größten Anstieg bei Grundstückspreisen im Kreisgebiet.

Heek

, 21.03.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Begeistert ist der Bürgermeister nicht von der Entwicklung auf dem Grundstücksmarkt:: „Keiner freut sich über höhere Preise – außer das Finanzamt“, sagt Franz-Josef Weilinghoff. Nirgendwo im Kreisgebiet sind die Preise für Bauland so stark gestiegen wie in Heek. Knapp 21 Prozent mehr als im Vorjahr mussten Käufer 2018 für einen Bauplatz hinlegen. Dies geht aus dem neuen Grundstücksmarktreport des Gutachterausschusses im Kreis Borken hervor.

Dafür hatten die Gutachter insgesamt über 1000 Käufer und Verkäufer befragt. 87 Kauffälle werteten sie in Heek aus. Dabei wechselte eine Fläche von fast 140.000 Quadratmetern den Besitzer. Dafür wurden knapp über 9 Millionen Euro fällig. 32 bebaute Grundstücke mit einer Fläche von fast 30.000 Quadratmetern auf dem Gemeindegebiet wurden für rund 5,75 Millionen Euro verkauft. 42 unbebaute Grundstücke mit 102.000 Quadratmetern Fläche kosteten 2,46 Millionen Euro. Dazu gingen 13 Erbpachtgrundstücke für 843.000 Euro an neue Pächter. Da nur vier Wohnungen verkauft wurden, gingen diese nicht in die Berechnung ein. Insgesamt blieb die Zahl der Käufe nahezu konstant: Mit 91 Kauffällen gab es nur einen mehr als im Vorjahr.

Preisanstiege gab es in Heek bei fast allen Objekttypen, ob bei Wohnbauflächen, Gewerbeflächen oder gemischt genutzten Flächen. Der durchschnittliche Preis für Wohnbauland stieg in Heek um 21 Prozent, der größte Anstieg im Kreisgebiet. Unverändert blieb dagegen der Durchschnittspreis in Nienborg. Kreisweit zogen die Grundstückspreise um knapp 4 Prozent an.

Für Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff kommt dies nicht überraschend: „Unsere öffentlichen Flächen werden auch von Auswärtigen stark nachgefragt.“ Im Vergleich zu Ahaus, Gronau oder dem Südkreis sei das Preisniveau schließlich immer noch sehr überschaubar.

Nur in Legden und Schöppingen sind Grundstücke günstiger

Dies bestätigt sich beim Blick auf die absoluten Zahlen. So betrug der Durchschnittspreis eines Wohnbaugrundstücks inklusive Erschließungskosten 106 Euro pro Quadratmeter, der drittniedrigste Wert im Kreis Borken. Nur in den Nachbargemeinden Legden (88 Euro) und Schöppingen (87) war Bauland günstiger. Im kreisweiten Durchschnitt kostet ein Bauplatz rund 151 Euro pro Quadratmeter.

Weilinghoff rechnet nicht mit einem Ende des Preisanstiegs. „Der Wunsch nach dem Eigenheim bleibt ungebremst.“ Außerdem wächst die Gemeinde. „Wir wollen die Voraussetzungen schaffen, damit das so weitergeht“, so Weilinghoff. Die Vermarktung der Baugebiete Strothbach und Hoffstätte ist aber weitestgehend abgeschlossen. Die Ausweisung neuer Baugebiete ist kompliziert. Weilinghoff betont daher die Bedeutung der Innenverdichtung. „Da gibt es noch jede Menge Potenzial.“ Rund 400 Grundstücke seien innerörtlich noch bebaubar.

Günstig lebt es sich in Heek zur Miete. So werden in Ein- und Zweifamilienhäusern mittlerer Ausstattung und Baujahr zwischen 1975 und 2000 zwischen 3,75 und 4,85 Miete pro Quadratmeter fällig, der niedrigste Wert im Kreis. Auch in allen anderen Alters- und Ausstattungsklassen fallen die Mieten günstiger aus als in den anderen Orten des Kreises. Auch bei den Gewerbemieten für Handels- und Büroflächen ist Heek die günstigste Gemeinde. Industrieflächen sind nur in Isselburg teilweise günstiger.

Konstant blieben die Preise für landwirtschaftlich genutzte Flächen. Wie im Vorjahr mussten Käufer rund 9,70 Euro pro Quadratmeter normiert auf ein Hektar Ackerland hinlegen. Kreisweit stieg der Durchschnitts-Quadratmeterpreis für landwirtschaftliche Nutzfläche von 9,27 Euro (2017) auf 10,33 (2018). Angezogen hat im gesamten Kreisgebiet auch der Preis für forstwirtschaftliche Flächen. Gegenüber 1,60 Euro in 2017 wurden im vergangenen Jahr 1,90 Euro pro Quadratmeter fällig.

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