Gut beraten mit der Verbraucherzentrale in Heek

Vor-Ort-Service

Fassadendämmung, neue Fenster, Strom vom Solardach und die Heizung mit alternativer Technik: Wer Haus oder Wohnung energetisch sinnvoll sanieren will, verliert sich schnell in einer Fülle von möglichen Maßnahmen, Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten und mitunter sogar technischen Empfehlungen, die einander widersprechen.

Heek

, 27.08.2017, 18:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Zu einer Vor-Ort-Beratung für Eigenheimbesitzer raten (v.l.) Sonja Kochem, Bürgermeister Franz Josef Weilinghoff und Evelyn Hillebrand.

Zu einer Vor-Ort-Beratung für Eigenheimbesitzer raten (v.l.) Sonja Kochem, Bürgermeister Franz Josef Weilinghoff und Evelyn Hillebrand.

„Nicht jeder hat die Zeit, sich durch Stapel von Papier zu wühlen“, weiß Evelyn Hillebrand von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Darum bietet die Verbraucherzentrale NRW ab sofort auch in Heek eine Energieberatung für Eigenheimbesitzer an – im jeweiligen Objekt und unterstützt von der Gemeindeverwaltung.

60 Euro Eigenanteil zahlt jeder, der den von EU und vom Land geförderten Service in Anspruch nimmt. Dafür gibt es 90 Minuten Beratung vor Ort zu allem, was des Hausherrn Herz begehrt. „Wir sind dafür da, das ganze Haus im Blick zu haben“, so Evelyn Hillebrand, „inklusive Fördermöglichkeiten.“

Liste der Themen wird immer länger

Die Liste der Themen, die zum Spektrum der Fachberater der Verbraucherzentrale gehören, wird immer länger. Seit rund zwei Jahren seien etwa der Punkt Hitzeschutz im Sommer oder auch Photovoltaikanlagen mit Batteriespeicher hinzugekommen. Was aber im einzelnen Beratungsgespräch Thema ist, entscheiden der Hausherr und die Gegebenheiten vor Ort.

„Der eine hat ein bestimmtes Budget zur Verfügung, der andere will vor allem etwas für die Umwelt tun“, zählt Evelyn Hillebrand mögliche Beweggründe für eine Sanierung auf. „Oft sind es auch kleinere Maßnahmen, die viel bewirken“, erklärt ihre Kollegin Sonja Kochem. „Manchmal können die Berater auch die Angst nehmen, dass womöglich das ganze Haus umgekrempelt würde.“

Vor allem Ältere scheuen Investitionen ins Eigentum

Besonders ältere Hausbesitzer scheuten Investitionen in ihr Eigentum. „Ich doch nicht mehr“, höre der Berater dann oft. „Dabei lohnt es sich eigentlich immer“, wie Evelyn Hillebrand betont. „Die Berater sehen alles.“ So sei etwa auch der Aspekt der Barrierefreiheit ein Thema im Beratungsspektrum. „Viele lieben ihr Haus und wollen drin wohnen bleiben.“

Allerdings wird es besonders für alleinstehende, ältere Mitbürger oft zu groß. „Wir haben festgestellt, dass viele Ältere ihre Immobilien verkaufen und lieber in eine Etagenwohnung ziehen“, erklärt Herbert Gausling vom Bauamt der Gemeinde Heek. Darum unterstütze die Gemeinde gezielt Baumaßnahmen für Wohnungen in der Größenordnung von 50 bis 60 Quadratmetern. „Es werden einige gebaut, und es sind auch noch einige in der Pipeline.“

Weilinghoff: "Werden immer weniger, brauchen aber immer mehr Fläche"

Genau hier liegt auch der Berührungspunkt, den die Gemeinde zwischen ihren eigenen Bemühungen für mehr Wohnqualität und Wohnraumverdichtung in der Gemeinde und dem Angebot der Verbraucherzentrale sieht. „Wir werden immer weniger, brauchen aber immer mehr Fläche“, hat Bürgermeister Franz Josef Weilinghoff festgestellt. „Das hier sind Steuerungsinstrumente, mit denen man dagegenhalten kann.“

Dazu gehört auch das gemeindeeigene Programm „Jung kauft Alt“, über das bereits rund 50 Häuser vermittelt wurden. Weitere 20 bis 25 gebe es, „bei denen absehbar ist, dass die an den Markt kommen“, so Gausling.

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