Haftbefehl wegen Totschlags: 31-Jähriger soll seine 23-jährige Ehefrau getötet haben

Tötungsdelikt in Heek

Ein 31-Jähriger soll seine 23-jährige Ehefrau aus Heek getötet haben. Ein Richter hat Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Die Polizei sucht Zeugen unter Fahrgästen der Linie S70.

Heek

, 26.09.2018, 12:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Polizei bittet Fahrgäste, die am Donnerstag, 9. August, gegen 9.40 Uhr an der Haltestelle Donnerberg in den Bus der Linie S70 in Richtung Münster eingestiegen sind und einen Koffer dabei hatten, sich zu melden. Sie könnten wichtige Zeugenhinweise liefern.

Die Polizei bittet Fahrgäste, die am Donnerstag, 9. August, gegen 9.40 Uhr an der Haltestelle Donnerberg in den Bus der Linie S70 in Richtung Münster eingestiegen sind und einen Koffer dabei hatten, sich zu melden. Sie könnten wichtige Zeugenhinweise liefern. © Stephan Teine

Am Abend des 8. August soll es einen Streit eines aus Russland stammenden Ehepaares in einer Wohnung in Heek gegeben haben. Seitdem fehlt von der 23-jährigen Frau aus Heek jegliche Spur. Am Sonntagabend wurde gegen den 31-jährigen Ehemann auf Antrag der Staatsanwaltschaft Haftbefehl erlassen: Er ist dringend tatverdächtig, seine Frau nach einem Streit getötet zu haben. So die offizielle Formulierung in der gemeinsamen Presseerklärung von Staatsanwaltschaft Münster, der Polizei Münster und Borken von Mittwochvormittag. Der Mann, der nicht zusammen mit seiner Familie in Heek wohnt, sondern in Mettmann, befindet sich bereits in Untersuchungshaft. Er bestreitet allerdings die Tatvorwürfe. In welcher Justizvollzugsanstalt der Verdächtrige einsitzt, wollte Oberstaatsanwalt Martin Botzenhardt allerdings nicht sagen.

Eine Bekannte meldet 23-Jährige als vermisst

Als vermisst gemeldet hatte die junge Mutter eine Bekannte aus Heek, bei der der Ehemann die drei Kinder im Alter von sieben und fünf Jahren sowie drei Monaten untergebracht hatte. Allerdings erst drei Tage später, am 11. August.

Zuerst habe sich kein Hinweis darauf ergeben, dass die Vermisste ihren Aufenthaltsort nicht freiwillig gewählt habe, sagte Frank Rentmeister, Sprecher der Kreispolizeibehörde Borken, am Mittwoch auf Anfrage der Münsterland Zeitung. Auch wenn man dem Verdacht auf ein Kapitalverbrechen nachgegangen sei, habe sich im Laufe der Ermittlungen keinen Anlass für eine „Öffentlichkeitsfahndung“ ergeben. Rentmeister: „Dafür gibt es auch klare rechtliche Vorgaben.“

Zweifel daran, dass die 23-Jährige aus freien Stücken gegangen ist

Von Anfang an habe man aber auch sehr eng mit der Polizei in Münster zusammengearbeitet. Bei den polizeilichen Ermittlungen rückte dann immer stärker der Ehemann ins Visier der Ermittler.

Warum sich der Verdacht erhärtet hat, dazu wollten sich weder der Oberstaatsanwalt noch die Polizei äußern. Trotz des Verweises auf seine zurückhaltenden Äußerungen mit Verweis auf „ermittlungstaktische Gründe“ nennt Martin Botzenhardt ein Indiz, das die Ermittler habe hellhörig werden lassen: „Man muss sich schon fragen, ob eine Mutter so einfach ihre drei kleinen Kinder zurücklässt, ohne sich zu melden.“ Weitere Umstände, wie auch die Sichtung persönlicher Dokumente, hätten den Zweifel daran genährt, dass sie aus freien Stücken gegangen sei, so der Oberstaatsanwalt. Botzenhardt: „Auf Grund der Gesamtumstände müssen wir derzeit leider davon ausgehen, dass die 23-Jährige nicht mehr lebt. Daher ist seit dem Wochenende eine Mordkommission unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Joachim Poll im Einsatz.“ „Neben der Aufklärung des Tatvorwurfs ist ein Hauptziel der Mordkommission, die immer noch vermisste Frau zu finden“, erklärte Poll.

Zeugen sollen sich melden

Eventuelle Zeugen bittet die Polizei, sich unter Tel. (0251)2750 bei der Polizei Münster zu melden. Besonders im Fokus der Polizei steht die Bushaltestelle „Donnerberg“ mitten in Heek, an der Bahnhofstraße: „Unter den Zeugen könnten auch Fahrgäste sein, die dort am 9. August gegen 9.40 Uhr in den Bus der Linie S70 in Richtung Münster eingestiegen sind und einen Koffer dabei hatten.“ Genauer und zu weiteren Details wollte sich der Oberstaatsanwalt wegen des laufenden Verfahrens nicht äußern: „Da müssen Sie einfach mit dem Fragezeichen leben.“

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