Sehnsüchtig erwartet: Die ersten Mutigen jagen im Vollspeed durch den Bikepark am Zak

mlzBikepark-Eröffnung

Viele Wochen hat es gedauert, jetzt ist es vollbracht: Der Bikepark in Heek wurde mit etlichen jungen Bikern offiziell eröffnet. Und schon dabei zeigte sich: Der Parkour hat viel zu bieten.

Heek

, 20.09.2019, 13:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein wenig mulmig kann einem schon werden, wenn man auf dem fünf Meter hohen Erdhügel im Bikepark am Jugendhaus Zak steht. Erst recht mit Blick auf die steile Abfahrtspiste. Doch dieses mulmige Gefühl scheinen die zahlreichen Jugendlichen am Donnerstagnachmittag nicht zu haben. Immer und immer wieder jagen sie im Vollspeed die Piste hinunter. Beeindruckende Sprünge inklusive.

„Die Strecke ist einfach super, sie muss noch ein bisschen eingefahren werden“, sagt Leo (14) aus Heek, als er eine kurze Pause einlegt. „Ich hab mein Mountainbike zum Geburtstag bekommen. Das passt also richtig gut.“ Denn: Seit Donnerstag (19. September) 17 Uhr ist der Bikepark offiziell eröffnet.

Die Piste ist geeignet für Profis und Einsteiger

Etwas später als geplant, aber dadurch kein Stück weniger gut – im Gegenteil. Denn der Parkour, der wie eine umgedrehte L-Form aussieht, bietet sowohl Profis als auch Einsteigern die Möglichkeit, sich auszutoben.

Sehnsüchtig erwartet: Die ersten Mutigen jagen im Vollspeed durch den Bikepark am Zak

Fünf Meter hoch und mit einer steilen Piste versehen - der Profihügel im Bikepark © Till Goerke

Dabei ist der fünf Meter hohe Starthügel natürlich etwas für die Profis. Schließlich geht es nach der Abfahrt auf der „Dirtline“ über jeweils drei Sprunghügel. Diese liegen in zwei Schwierigkeitsgraden direkt nebeneinander. Die unterschiedliche Höhe der Sprunghügel gibt den Ausschlag der Kategorisierung.

Die Errichtung der Bikeparks war mit viel Arbeit verbunden

Weniger Vorkenntnisse erfordert hingegen die Flowline. Auf der Strecke mit Wellen, leichten Sprüngen und Steilkurven können die Biker in den „Flow“ kommen. Dazu gibt es einen separaten Technik-Trail mit verschiedenen Untergründen und mehreren Holzelementen wie Wippen und Brücken zum Üben.

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„Das macht schon richtig Spaß hier“, sagt Leo, ehe er wieder auf die Piste geht. Und während die Jugendlichen durch den Bikepark düsen, skizziert Thorsten Meyer von der Gemeindeverwaltung, wie viel Arbeit in der Errichtung des Bikeparks tatsächlich gesteckt hat.

Der Parkour kostet 25.000 Euro

Die größte Herausforderung des 25.000 Euro teuren Projektes, für das die Gemeinde Fördergelder in Höhe von 17.000 Euro bekam, war es, den sumpfigen Untergrund in den Griff zu bekommen. Einfach mal irgendwelchen Sand draufkippen – das hätte nicht funktioniert.

Sehnsüchtig erwartet: Die ersten Mutigen jagen im Vollspeed durch den Bikepark am Zak

Es war jede Menge los bei der Eröffnung. Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff (3.v.l.o.) kam sogar in voller Sportmontur und mit Bike zur Eröffnung. © Till Goerke

„Wir haben uns eine Menge Baustellen angesehen bei der Suche nach dem richtigen Material“, so Thorsten Meyer. Am Ende sei man bei einem Bauunternehmer aus der Region fündig geworden. Es ist ein spezieller, steinfreier Lehmboden. 3360 Tonnen dieses Bodens modellierte in den vergangenen Wochen ein Mitarbeiter der Firma Turbomatic mittels Bagger zur Bikepiste.

Die Helmpflicht soll kontrolliert werden

Dabei galt es zunächst eine „Polsterschicht“ auf dem sumpfigen Untergrund aufzutragen, auf die dann nach und nach der Rest des Lehmbodens kam und modelliert wurde. „Wir sind froh, dass alle glatt gelaufen ist und werden alles weitere genau beobachten“, sagt Michael Averbeck von der Gemeinde.

„Die Strecke ist einfach super, sie muss noch ein bisschen eingefahren werden.“
Leo (14) aus Heek

Gemeint ist damit: Fließt das Wasser ordentlich ab? Halten sich alle an die Helmpflicht? Und: Wäre perspektivisch nicht auch eine Beleuchtung des Tracks sinnvoll? „Wir werden sehen, an welchen Stellschrauben wir eventuell noch drehen müssen“, so Averbeck. Fakt ist: Die Helmpflicht wird überwacht. „Wir werden das im Blick haben und kontrollieren“, stellt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff klar.

Für die Streckenpflege sind die Jugendlichen verantwortlich

Etwas, dass auf jeden Fall bautechnisch noch gemacht werden muss, ist der Austausch der laminierten Papierschilder, die an den Bäumen befestigt sind. Auf diesen sind die Verhaltensregeln für die Benutzung des Bikeparks zu finden. „Wir werden richtige Schilder aufstellen“, verspricht Michael Averbeck.

Sehnsüchtig erwartet: Die ersten Mutigen jagen im Vollspeed durch den Bikepark am Zak

Die jungen Biker sahen mit ihrer Montur wie echte Profis aus. © Till Goerke

Übrigens: Für die Streckenpflege sind die Jugendlichen selbst verantwortlich. Schüppen und alles was zur Pflege benötigt wird, steht im Jugendhaus Zak dafür bereit. „Es ist ein lebendiges Bauwerk, das sich durch viele Einflüsse stetig verändert“, erklärt Thorsten Meyer.

Und darum sei es wichtig, dass sich die Jugendlichen auch selbst um ihren Bikepark kümmern müssen. „Das stärkt natürlich auch die Identifikation mit dem Parkour.“

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