Mais-Ernte noch immer in Gefahr: Feldinspektionen sollen jetzt für Klarheit sorgen

mlzLandwirtschaft in Heek

Ortslandwirt Paul Weßling plagt noch immer die Ungewissheit, ob es was wird in diesem Jahr mit der Maisernte. Denn trotz des Regens in den vergangenen Tagen sieht es nicht überall rosig aus.

Heek

, 14.08.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ja, es hat in den vergangenen Tagen phasenweise ordentlich geregnet. Und nein, das alleine war noch keine Universalrettung für die Maisernte in diesem Jahr. Ein Hoffnungsschimmer sei es, aber eben noch nicht mehr, sagt der Nienborger Ortslandwirt Paul Weßling auf Nachfrage.

„Wenn der Mais keine Kolben hat, ist der Energiegehalt viel geringer.“
Paul Weßling

Und dieser Hoffnungsschimmer gelte auch längst nicht für alle Flächen. „Die Pflanzen, die wegen der Trockenheit keine Blüten ausgebildet haben, werden auch keine Kolben tragen.“ Daran konnte auch der Niederschlag in den vergangenen Tagen nichts mehr ändern. Der Ortslandwirt hofft inständig, dass nicht zu viele Pflanzen betroffen sind.

Die Flächen werden Stück für Stück gesichtet

Doch wie geht es jetzt weiter? „Wir sichten jetzt Stück für Stück alle Flächen und entscheiden danach, wo es lohnt, die Pflanzen noch stehen zu lassen.“ Sprich die Pflanzen, die einen Blütenstand hatten und einen Kolben ausbilden können. Wie viele Hektar das sein werden, sei derzeit nicht absehbar. „Ich bin ja kein Hellseher.“

Mais-Ernte noch immer in Gefahr: Feldinspektionen sollen jetzt für Klarheit sorgen

Paul Weßling steht Ende Juli 2019 in einem seiner Maisfelder. „Eigentlich dürfte man um diese Jahreszeit den Menschen im Mais nicht sehen“, sagte er seinerzeit. © Markus Gehring

Prinzipiell sei das Beobachten und Sichten der Flächen nichts Ungewöhnliches. „Regelmäßige Kontrollen sind das A und O. Sonst könnten wir Landwirte ja nicht zum richtigen Zeitpunkt passend reagieren.“

Ein mulmiges Gefühl bleibt bei Paul Weßling

Ein wenig mulmig sei ihm aber schon, so Weßling, wenn er darüber nachdenke, dass große Teile der Maisernte auszufallen drohen. „Wenn der Mais keine Kolben hat, ist der Energiegehalt viel geringer.“ Das schmälert natürlich den Umsatz.

Und für die Schweinemast ist die Pflanze dann ohnehin nicht mehr geeignet. „Rinder können Cellulose verdauen, Schweine aber nicht.“ Darum komme für Schweine nur das Maiskorn in Frage. Maispflanzen ohne Kolben können nur noch mit dem Häcksler geerntet und zu Silage verarbeitet werden.

Mais-Ernte noch immer in Gefahr: Feldinspektionen sollen jetzt für Klarheit sorgen

Das zweite Trockenjahr in Folge macht dem Mais schwer zu schaffen. Die Reserven im Boden sind aufgebraucht. © dpa

Schaut man sich derzeit die Maisfelder in der Region an, dann sieht es nicht unbedingt rosig aus. Der Mais ist trocken. Dabei ist die Pflanze, was die Ansprüche an den Boden angeht, nicht mal wählerisch. „Getreide hat da viel mehr Ansprüche an die natürliche Bodenfruchtbarkeit“, so Paul Weßling.

Das zweite Dürrejahr in Folge wird zum großen Problem

Dass aber in diesem Jahr auch der Mais so zu kämpfen hat, liegt schlicht am zweiten Dürrejahr in Folge. „Es sind keine Reserven mehr im Boden, auf die der Mais jetzt zurückgreifen könnte“, erklärt Weßling.

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So oder so – die Ernte, egal ob Silo- oder Körnermais, wird in diesem Jahr eher stattfinden als üblich. „Ende September ist so etwa der normale Beginn der Silomais-Ernte.“ Der Körnermais folge in der Regel etwas später.

Doch ob es zu einer solchen auf den Feldern von Paul Weßling in diesem Jahr überhaupt kommt, werden die kommenden Tage zeigen. „Wir können nur das Beste hoffen.“ Würden Drescher zum Einsatz kommen, wäre das ein gutes Zeichen. Diese werden nämlich eingesetzt, um Körnermais zu ernten. Für Silomais kommen Häcksler zum Zuge.

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