Wenn selbst eine erfahrene Organistin und Chorleiterin musikalisch ins Schwärmen gerät, dann ist etwas Besonderes passiert. So wie bei der gebürtigen Heekerin Hermia Schlichtmann (53).

Heek

, 18.07.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sie wirkt immer noch überwältigt, wenn sie von ihrem Musikerlebnis in der Karwoche spricht. Denn Hermia Schlichtmann (53) durfte sich musikalisch auf der Klais-Orgel im Elma Art Center, südlich von Haifa, in Israel austoben. Jene Orgel, die als beste des Landes gilt.

„Ein unvergessliches Erlebnis. Israel, die Woche vor Ostern und die beste Orgel des Landes – mehr geht nicht.“ Und nicht nur der Klang der Orgel überzeugte die studierte Kirchenmusikerin.

Auch optisch hat das imposante Musikinstrument einiges zu bieten. Durch blau-türkise Lichter illuminiert, verlieh die Orgel, so schildert es Schlichtmann, dem Konzert eine ganz besondere Atmosphäre.

Konzert in Israel sollte auf keinen Fall ausfallen

Dass der 53-Jährigen die Ehre zukam, auf diesem Instrument spielen zu dürfen, war zwei zufälligen Umständen geschuldet. Zum einen suchte ein befreundeter Chorleiter (Oberurseler Projektchor) spontan Ersatz für besagte Israelreise.

„Ich habe einfach unglaublich viel von ihm gelernt.“
Hermia Schlichtmann über Manfred Pieper

Denn der eigentlich eingeplante Organist brach sich kurz zuvor die Hand. Es musste also Ersatz her, denn ausfallen sollte die musikalische Reise auf keinen Fall.

Hermia Schlichtmann spielt sei 49 Jahren Klavier

Zum anderem hatte Schlichtmann selbst Urlaub. „Einen kleinen Moment habe ich aber überlegt, da ich inmitten der Vorbereitungen mit meinen eigenen Chören war“, so die Musikerin, die mittlerweile in Wölfersheim wohnt. „Aber letztlich wollte ich diese einmalige Chance einfach ergreifen.“

Wie die gebürtige Heekerin Hermia Schlichtmann (53) musikalisch das Heilige Land eroberte

Die gebürtige Heeker Musikerin Hermia Schlichtmann spielt seit ihrem viertem Lebensjahr Klavier. © Privat

Einmalig, obwohl die gebürtige Heekerin bereits seit 49 Jahren musiziert. „Mit vier Jahren habe ich bereits Klavierunterricht bekommen.“ Musik liege ihr einfach im Blut. Mit 13 Jahren startete dann die „Orgel-Karriere“.

Manfred Pieper war Schlichtmanns erster Orgel-Lehrer

Der Heeker Chorleiter und Organist Manfred Pieper (79) nahm die Nachwuchsmusikerin unter seine Fittiche. Insgesamt 42 Jahre war Pieper ehrenamtlich im Einsatz und hat musikalisch allerhand erlebt. Dennoch ist die Verbindung zu Hermia Schlichtmann eine ganz besondere.

„Eigentlich zu der ganzen Familie, die ich im Laufe der Zeit sehr gut kennenlernen durfte“, so Pieper.

Er habe die Musikerin, die aus einer durch und durch musikbegeisterten Familie komme, letztlich mit den Basics an der Orgel vertraut gemacht. „Ihr großer Meister war ich aber nicht“, sagt der 79-Jährige lachend.

Wie die gebürtige Heekerin Hermia Schlichtmann (53) musikalisch das Heilige Land eroberte

In der Ludgerus-Kirche in Heek lernte Hermia Schlichtmann das Orgelspielen. © Markus Gehring

Dennoch waren es musikalisch prägende Jahre für Hermia Schlichtmann. „Ich habe einfach unglaublich viel von Manfred Pieper gelernt.“ Toll sei gewesen, erinnert sich Schlichtmann, dass ihr Musiklehrer sie früh an die Praxis herangeführt habe.

Die Verbindung zwischen Ex-Lehrer und Musikerin ist eine besondere

„Ich durfte schnell den Kirchenchor auf der Orgel begleiten.“ Die Orgel in Heilig Kreuz Heek sei ihr daher noch in bester Erinnerung. Wenngleich die Klais-Orgel in Israel noch mal eine Nummer imposanter sei.

Und die Verbindung zwischen Schlichtmann und Pieper ist auch heute noch eine besondere. „Er besucht mich regelmäßig bei meinen Konzerten.“ Und Manfred Pieper ergänzt: „Ich freue mich jedes Mal, wenn sie mich dann in den Arm nimmt.“

Wie die gebürtige Heekerin Hermia Schlichtmann (53) musikalisch das Heilige Land eroberte

Die Ludgerus-Kirche in Heek ist Hermia Schlichtmann vor allem aus ihrer Kinder- und Jugendzeit bestens bekannt. © Markus Gehring

Doch zurück zum Israel-Trip. Denn bei diesem drehte sich nicht allein alles um die Musik. Auch Land und Menschen lernte Schlichtmann kennen. Besonderen Eindruck hinterließ ein Gespräch mit der Holocaustüberlebenden Hanna Tidhar. „Erzählt den Menschen zu Hause, wie Israel wirklich ist“, gab diese der Musikerin mit auf den Weg.

Dass Hermia Schlichtmann Heek noch vor Vollendung des 18. Lebensjahr verließ, hatte mit ihrer Zukunftsplanung zu tun - dem Kirchenmusikstudium. „Die Verbindung zu Heek habe ich aber nie verloren.“ Viele Familienangehörige leben noch in der Dinkelgemeinde. „Und die besuche ich natürlich regelmäßig.“

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