W-Lan im öffentlichen Raum: Flächendeckende Abdeckung in Heek eine dauerhafte Utopie?

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Es ist einfach praktisch: kostenloses, frei zugängliches W-Lan im öffentlichen Raum. Doch in Heek sind solche Hot Spots rar gesät. Ob sich das ändern wird, hängt von vielen Faktoren ab.

Heek

, 14.10.2019, 17:10 Uhr / Lesedauer: 3 min

Es tut sich einfach nichts. Mitten auf dem Marktplatz in Heek ist man im Netz des Mobilfunkanbieters O2 praktisch verloren. Schnelles mobiles Internet? Fehlanzeige. Das langsame „EDGE“ ist das höchste der Gefühle. Wenn überhaupt. Der Seitenaufbau dauert eine gefühlte Ewigkeit.

Die Probleme mit O2 in und um Heek sind nicht neu. Wer auf ein Telekom-Netz zurückgreifen kann, ist klar im Vorteil. In einigen Fällen gibt es sogar LTE-Geschwindigkeit. Für alle, die dieses Glück nicht haben oder Datenvolumen sparen wollen, wären öffentliche W-Lan-Hotspots eine ideale Lösung.

Die Idee existiert schon seit Jahren

Und genau diese Idee geistert schon seit Jahren durch das Heeker Rathaus. Im November 2014 war es die CDU-Fraktion, die anregte, in allen öffentlichen Gebäuden sowie an allen öffentlichen Plätzen kostenloses W-Lan zu installieren. Als Service für die Allgemeinheit.

Praktisch wäre dies allemal – erst recht als O2-Kunde. Aber: Eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. In der jüngsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses wurde die Geschichte erst mal auf die lange Bank geschoben. „Ist das technologisch jetzt noch erforderlich?“, fragte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff in die Runde und verwies dabei auf die 5G-Technik.

Die 5G-Technik soll das Mobilfunknetz revolutionieren

Denn diese Technik soll das Mobilfunknetz revolutionieren und zugleich die Digitalisierung vorantreiben. Ab 2020 soll das 5G-Netz in Deutschland für Kunden verfügbar sein. Die Bundesnetzagentur hat die Frequenzbänder im Frühjahr 2019 versteigert. Das Ende aller öffentlicher W-Lan-Pläne für Heek?

W-Lan im öffentlichen Raum: Flächendeckende Abdeckung in Heek eine dauerhafte Utopie?

Ein flächendeckende, frei zugängliche Wlan-Versorgung wäre auch auf über den so genannten Freifunk möglich. Voraussetzung ist, dass die Anwohner an den betreffenden Stellen mitziehen. © Pixabay

Jein. Ja, weil der ursprüngliche geplante Umfang merklich reduziert werden soll. Und nein, weil zumindest kleine Bereiche, etwa am Eppingschen Hof und auf der Burg, mit öffentlichem W-Lan versorgt werden sollen. In der Theorie zumindest.

Die Kosten sollen möglichst gering gehalten werden

„Es würde aber auch an weiteren öffentlichen Gebäuden Sinn machen“, sagte Walter Niemeyer (CDU) in der Sitzung. „Da, wo es Sinn macht, werden wir die Sache prüfen“, antworte Franz-Josef Weilinghoff. Prinzipiell ginge es darum, die Kosten und den Aufwand möglichst gering zu halten.

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Schätzungen zufolge belaufen sich die Kosten für eine professionelle, vollflächige W-Lan-Erschließung des Marktplatzes und der Stiege sowie des Burgbereiches auf 20.000 bis 30.000 Euro – zuzüglich der monatlichen Gebühren für die notwendigen Internetanschlüsse. Eine Stange Geld, trotz Fördergeldern aus dem Programm „Wifi4EU“. Ein Zuschlag über 15.000 Euro (Voucher) liegt der Gemeinde bereits vor.

Heeker Bürgerin hat zu dem Thema eine klare Meinung

Ein junge Frau, die ihren Namen nicht in er Zeitung lesen möchte, sagt im Vor-Ort-Gespräch mit unserer Redaktion auf dem Marktplatz: „Ich würde kostenloses W-Lan hier sehr begrüßen. Datenvolumen sparen ist doch super und ob das mit 5G alles so funktioniert, ist ja auch nicht klar. Die Politik sollte endlich mal was machen.“

Aspekte, die nicht von der Hand zu weisen sind. Übrigens: Eine kostengünstige Möglichkeit für die Gemeinde wäre es auch, konsequent auf den so genannten „Freifunk“ zu setzen. Vorausgesetzt die Bürger ziehen mit.

Das Freifunk-Prinzip ist denkbar einfach

Denn über den Freifunk Münsterland, organisiert vom Förderverein Freie Infrastruktur in Münster, ist es jedem Bürger möglich, Teil des öffentlichen, organisierten, freien W-Lans zu werden.

W-Lan im öffentlichen Raum: Flächendeckende Abdeckung in Heek eine dauerhafte Utopie?

Auch in Heek gibt es bereits 20 Knotenpunkte, sprich freies Wlan. Laut freifunk-muensterland.de allerdings nicht auf dem Marktplatz oder der Burg. © dpa

Das Prinzip ist dabei denkbar einfach. Man benötigt lediglich einen mit der „Freifunk-Software“ bespielten Router. Nach der Installation der Software können die Freifunkrouter mit dem privaten Internetanschluss verbunden werden und sind dann für die Öffentlichkeit nutzbar.

Im Freifunknetz gibt es bereits über 3000 Zugangspunkte

Sorgen um die Privatsphäre muss sich übrigens kein „Anbieter“ machen. Die Freifunk-Router bauen einen VPN-Tunnel zu einem Gateway-Server des Fördervereins auf, sodass die Adresse des Internetanschlusses nicht sichtbar wird.

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Und ein Blick auf die Websiteseite (freifunk-muensterland.de) am Montagmittag, 14. Oktober, zeigt: Derzeit gibt es 3291 Zugangspunkte bei 12.081 aktiven Nutzern. 20 Knoten entfallen dabei auf Heek. Allerdings sehr verstreut und nicht an den angesprochenen öffentlichen Plätzen.

Heeks Nachbargemeinde Legden ist da zahlentechnisch schon ein bisschen weiter. Aktuell gibt es dort 45 Zugangspunkte, von denen 42 online sind. Ein gutes Beispiel für die Gemeinde Heek, wie es kostengünstig funktionieren kann – wenn die Bürger an den betreffenden Örtlichkeiten mitziehen.

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