Schläge und Beleidigungen: Heeker (19) rastet auf Landjugendparty in Averbeck aus

mlzGerichtsprozess

Auf einer Landjugendparty in Averbeck ist ein 19-jähriger Heeker im Juni 2019 ausgerastet und hat gleich zwei Partygäste verletzt und beleidigt. Dafür stand der Mann jetzt vor Gericht.

Heek

, 06.01.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Einsicht kam spät und erst nach einem Vieraugengespräch mit dem Verteidiger vor der Tür des Verhandlungssaals. Dann gestand der wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Beleidigung angeklagte 19-jährige Heeker die ihm zur Last gelegten Taten auf einer Landjugendparty in Averbeck. Das Verfahren wurde daraufhin unter Auflagen eingestellt.

„Sie kommen hier mit einem blauen Augen davon“, stellte der Richter zum Abschluss der Verhandlung klar. Und so klar diese Aussage war, so undurchsichtig war über weite Strecken die Beweisaufnahme, um den Tathergang im Detail zu rekonstruieren.

Verbale Auseinandersetzung löst Handgreiflichkeiten aus

Die Eckdaten: Gegen 2 Uhr nachts am 16. Juni 2019 kam es vor dem Festplatz einer Landjugendparty in Averbeck zu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen dem Angeklagten und zwei Geschädigten, die zugleich als Zeugen vor Gericht auftraten. Dabei schlug der 19-jährige Heeker dem ersten Geschädigten unvermittelt von hinten in den Rücken, ehe er dessen Begleiterin gegen einen Bauzaun drückte.

„Sie kommen hier mit einem blauen Augen davon.“
Richter zum Angeklagten

Dass die Geschichte nicht noch weiter eskalierte, war den Securitykräften der Veranstaltung zu verdanken, die schnell eingriffen und den Schläger mit einem Griff in den Nacken vom Ort des Geschehens entfernten. So zumindest schilderten es die Geschädigten vor Gericht. Für sie selbst ging es nach dem Vorfall ins Krankenhaus.

Die Anzeige war offenkundig nicht die Wunschlösung

Die Polizei wurde nicht gerufen. Die Anzeige erfolgte einen Tag später. Dabei, so schilderten es die Geschädigten einvernehmlich, hätten sie die Geschichte gerne mit dem „Schläger“ selbst geregelt. „Aber sein Vater hat uns des Hofes verwiesen, als wir die Sache besprechen wollten“, führten sie aus. Erst daraufhin habe man sich entschieden, den Vorfall anzuzeigen.

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Der körperlichen Auseinandersetzung sollen bereits verbale Scharmützel auf der Landjugendparty vorausgegangen sein. Worte wie „Schlampe“, „Hure“ und „asozial“ seien dabei durch den Angeklagten in Richtung der Geschädigten gefallen. Auslöser der Auseinandersetzung soll eine familiäre Angelegenheit aus der jüngeren Vergangenheit des 19-Jährigen gewesen sein, über die die Geschädigten gesprochen haben sollen. Die genauen Hintergründe blieben letztlich unklar.

Angeklagter gesteht die Taten spät aber umfänglich

Diese spielten für den weiteren Verlauf des Verfahrens aber auch ohnehin keine Rolle. Und leugnete der Angeklagte während der Beweisaufnahme vehement die gegen ihn im Raum stehenden Vorwürfe, knickte der 19-Jährige direkt im Anschluss ein. Dem vorausgegangen war ein Vieraugengespräch mit seinem Anwalt vor der Tür des Verhandlungssaals.

Das Kalkül: Ein Geständnis des 19-Jährigen sollte bewirken, dass das Verfahren vorläufig unter Auflagen eingestellt wird. Damit einhergehend würde der Angeklagte zugleich seine strafrechtlich weiße Weste behalten. Ein Plan, der aufging.

Angeklagter muss eine saftige Geldstrafe zahlen

„Ja, ich habe das alles gemacht“, gestand der 19-Jährige fast schon im Flüsterton und mit gesenktem Kopf letztlich ein. Die Quittung: Eine für seine wirtschaftlichen Verhältnisse saftige Geldstrafe als Auflage für die Verfahrenseinstellung.

Je 300 Euro Schmerzensgeld in jeweils zwei Raten an die beiden Geschädigten sowie 300 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung – zu zahlen innerhalb der kommenden sechs Monate. „Das tut Ihnen weh, aber das soll es ja auch“, so der Staatsanwalt.

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