Heeker Feuerwehr hatte 2018 weniger Einsätze als im Vorjahr

Löschzug Heek

Der Löschzug Heek der Freiwilligen Feuerwehr hat eine Bilanz des vergangenen Jahres gezogen. Die 61 Einsätze verliefen mal harmlos, mal dramatisch und mal kurios.

Heek

, 22.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heeker Feuerwehr hatte 2018 weniger Einsätze als im Vorjahr

52 aktive und 25 passive Mitglieder gehörten dem Heeker Löschzug an. © Markus Gehring

Der Löschzug Heek der freiwilligen Feuerwehr hat im Rahmen ihrer Generalversammlung mit ihrem Jahresbericht auf die Einsätze des vergangenen Jahres zurückgeblickt. Insgesamt 61 Mal rückte der Löschzug 2018 aus. Dabei leisteten die Kameraden 1723 Einsatzstunden. 2017 waren es noch 80 Einsätze und 2315 Einsatzstunden gewesen. „Das ist schonmal positiv“, resümiert Jörg Latussek, Pressesprecher des Löschzugs.

Dabei war das Jahr 2018 erst 93 Minuten alt, als der Löschzug zum ersten Einsatz gerufen wurde. In der Vennstraße waren in der Silvesternacht Mülltonnen in Brand geraten. Als Sturmtief Friederike im Januar über das Münsterland hinwegfegte, gab es den ersten Großeinsatz für den Löschzug: An 65 Einsatzstellen im Gemeindegebiet beseitigte die Feuerwehr Sturmschäden.

Heeker Feuerwehr hatte 2018 weniger Einsätze als im Vorjahr

Kassierer Manuel Haverkotte, Schriftführer Dirk Kemper, stellv. Löschzugführer Peter Kösters, Löschzugführer Nico Terwolbeck (v.l.) bei der Generalversammlung © Feuerwehr

Größere Brände in Heek blieben aus. Eine Verpuffung bei der Firma Seppelfricke in Nienborg im Juni stellte sich als vergleichsweise harmlos heraus. Viel Löschwasser brauchte der Löschzug dagegen, als es im Dürresommer zu einem zwei Hektar großen Flächenbrand auf einem Getreidefeld kam.

Bei zwei Großbränden in den Nachbargemeinden half die Heeker Feuerwehr den Kameraden aus der Region. So war der Löschzug stundenlang beim Brand eines ehemaligen Aldi-Marktes in Gronau im Einsatz. Der Großbrand im Borkener Entsorgungsbetrieb Borchers im April forderte die Einsatzkräfte sogar bis zum nächsten Morgen.

Dramatische und kuriose Einsätze

Leib und Leben standen bei manchen Einsätzen auf dem Spiel. Im Juli zogen die Einsatzkräfte einen Mann leblos aus einem Pool. Der Mann hatte einen Herz-Kreislaufstillstand erlitten. Der Feuerwehr und dem Rettungsdienst gelang es, den Mann zu reanimieren. Er verstarb anschließend im Krankenhaus in Enschede. Gegen Jahresanfang konnte die Feuerwehr einen lebensgefährlich Verletzten nach einem schweren Unfall auf der A31 aus seinem Auto retten. Auch beim Massencrash auf der A31 war der Rettungsdienst der Feuerwehr im Einsatz. Insgesamt wurde die Feuerwehr zu fünf Unfällen mit eingeklemmten Personen gerufen.

Aber auch ungewöhnliche Einsätze standen auf dem Programm. In einer Grundschule mussten die Rettungskräfte eine Schülerin befreien, die ihren Fuß an einem Stuhl eingeklemmt hatte. Am Strönfeldsee geriet ein Auto in Brand, während der Besitzer Benzin für ein Lagerfeuer abzapfen wollte. Und an der Nienborger Straße geriet Kuh „Kathi“ so tief im Schlamm versunken, dass sie befreit werden musste. „Das hat einiges an Muskelkraft und Geduld gekostet“, sagt Latussek.

Hendrik Hopster übernimmt Tagesverfügbarkeit

Personelle Veränderungen gab es ebenfalls. Im Januar verließ der ehemalige Löschzugführer Hermann-Josef Kösters die Einsatzabteilung und trat in die Ehrenabteilung über. Die Kameraden des Löschzugs verabschiedeten ihn mit einer letzten Übung. Niklas Epping und Kai Terwolbeck sind aus der Heeker Feuerwehr ausgetreten. Mit Hendrik Hopster von der Feuerwehr Ahaus verstärkt den Löschzug. Da er in Heek arbeitet, konnte er für die Tagesverfügbarkeit gewonnen werden. 52 aktive und 25 passive Mitglieder gehörten dem Löschzug an.

Das Durchschnittsalter der aktiven Wehr beträgt 34 Jahre und das der passiven Wehr 65 Jahre. 13 Jungen und Mädchen ab 12 Jahren gehören der Jugendfeuerwehr an. 179 Kinder in den Grundschulen und Kitas sowie 76 Erwachsene unterrichteten die Feuerwehrleute über den Brandschutz. Aber auch die eigene Fortbildung nehmen die Kameraden ernst. 41 Mal nahmen sie 2018 an Lehrgängen auf Kreis- und Landesebene teil. Und bei einer Spezial-Übung in Weeze probten 20 Teilnehmer den Ernstfall, als sie unter anderem das Szenario einer brennenden Industrieanlage simulierten. Richtig ins Schwitzen kamen auch die Teilnehmer, die in voller Montur bei einem Spendenlauf bis Schöppingen Geld für die Kinderkrebshilfe sammelten.

Heeker Feuerwehr hatte 2018 weniger Einsätze als im Vorjahr

Schwitzen für den guten Zweck: Die Kameraden sammelten beim „Kreislauf“ Geld für die Kinderkrebshilfe. © Stephan Teine

Technisch wird der Fuhrpark 2019 mächtig aufgerüstet. Die Gemeinde sagte die Anschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeug für rund 300.000 Euro zu. Gemeindebrandinspektor Nico Terwolbeck informierte, dass das Fahrgestell vom Typ CrewCab bald beim Aufbau-Hersteller Schlingmann eintreffen werde. Mit einer Auslieferung an den Löschzug sei im Dezember zu rechnen.

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