Heeker Friseursalons ärgern sich über nachlässige Kollegen

mlzCorona-Friseurbetrieb

Zwei Heeker Friseurinnen bemühen sich, in Corona-Zeiten alle Vorschriften einzuhalten, auch wenn es schwer fällt. Ärgerlich: Nicht alle Kollegen nehmen es mit der Hygiene so genau.

Heek

, 05.10.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Alle tragen einen Mund-Nasen-Schutz, bei allen Kunden werden die Haare gewaschen. Abstände werden eingehalten und die Mitarbeiter desinfizieren die benutzten Materialien. So sieht der Alltag in Friseursalons zu Corona-Zeiten auch in Heek aus. Oder etwa nicht? Das Dortmunder Ordnungsamt stellte bei einer Kontrolle kürzlich bei 62 von 102 kontrollierten Friseuren Verstöße gegen die Hygienebestimmungen fest.

Regelverstöße bei anderen Friseuren

Simone Wermelt vom gleichnamigen Friseursalon an der Bahnhofsstraße in Heek überrascht das nicht. „Endlich wurde mal deutlich, dass sich einige nicht an die Regeln halten. Das passiert auch hier in der Gegend. Bei anderen Friseuren werden die Haare nicht gewaschen und es wird keine Maske aufgesetzt“, ärgert sich Simone Wermelt.

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In ihrem Geschäft werde dagegen genau auf die Hygiene geachtet. „Wir halten alles ein. Von mir aus könnte das Ordnungsamt auch hier kontrollieren. Ich möchte nicht die sein, in deren Salon sich das Virus verbreitet“, betont die Inhaberin.

„Ich habe das schon live erlebt“, erzählt Bianca Schneider, Inhaberin des Salons Haar Schneider by Bibi. „In anderen Salons gibt es lange Warteschlangen, es wird kein Mundschutz getragen. Ich habe extra Trennwände aus Plexiglas gekauft, das kostet ja auch Geld. Es ist schon bitter, wenn man sich an die Vorschriften hält und das dann sieht.“

Weniger Kunden wegen Vorschriften

Insgesamt sei im Salon Wermelt wegen des erhöhten Aufwands deutlich weniger los. „Die Kunden kommen nur noch alle sechs statt alle vier Wochen“, beobachtet Simone Wermelt. Einige würden auch zu privaten Friseuren abwandern, bei denen man vielleicht keine Masken tragen müsse. Dennoch freut sie sich, dass die treuen Kunden weiterhin regelmäßig im Laden vorbeischauen.

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„Das ist alles sehr zeitaufwändig, wenn man ständig jeden Platz und jeden Umhang desinfizieren muss“, zeigt sich Bianca Schneider etwas genervt. Manche Aspekte des Hygienekonzepts seien aus ihrer Sicht „doppelt gemoppelt“, so etwa das Desinfizieren der Schere nach dem vorherigen Waschen der Haare zu Hygienezwecken.

Das ständige Tragen der Maske führe bei den Mitarbeitern des Salons Wermelt regelmäßig zu Kopfschmerzen. „Wenn man acht Stunden und länger arbeitet, geht es ohne Schmerzmittel schon gar nicht mehr“, berichtet Simone Wermelt.

Kalte Jahreszeit bringt neue Probleme

Die Heeker Friseurläden wollen mit großzügiger Zeitplanung vermeiden, dass im Winter Kunden vor der Tür warten müssen. Sowohl im Salon Wermelt als auch bei Haar Schneider by Bibi kann man sich die Haare nur mit Termin schneiden lassen.„Bei uns gibt es eigentlich keine Wartezeiten“, meint Simone Wermelt.

Allerdings müsse die Frage der Durchlüftung in der kalten Jahreszeit noch geklärt werden. „Wir müssen uns überlegen, ob wir den Kunden zum Beispiel eine Decke über die Beine legen wollen“, schildert Bianca Schneider die Überlegungen.

Friseurinnen glauben nicht an erneuten Lockdown

An einen erneuten Lockdown glauben die Heeker Friseurinnen trotz der wieder steigenden Fallzahlen nicht. „Wir werden den Laden definitiv nicht mehr zumachen“, ist sich Simone Wermelt sicher. Das könne sich die Wirtschaft auch gar nicht erlauben. Sie werde aber keine erkälteten Kunden in den Laden lassen. „Schließlich geht es auch um die Gesundheit unseres Teams“, sagt Simone Wermelt.

„Wir sind uns sicher, dass die Friseure nicht zugemacht werden. Schließlich hat sich beim Friseur, soweit ich weiß, noch nie jemand infiziert“, denkt auch Bianca Schneider.

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