Heeker gestalten Ziele für Klimaschutz in Heek aktiv mit

mlzKlimacafé

Im Eppingschen Hof gab es die Möglichkeit, das Klimaschutzkonzept für die Gemeinde aktiv mitzugestalten. So manche Lieblingsidee überraschte.

Heek

, 28.03.2019, 18:12 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ilma Horst (12) und Hannah Fiebranz (12) fanden den Abend toll. Die beiden Schülerinnen des Alexander-Hegius-Gymnasiums waren am Mittwochabend die jüngsten Gäste im Heeker Klimacafé.

Die Lieblingsideen von Ilma Horst und Hannah Fiebranz: Mietstellen für Lastenräder, günstiges oder sogar kostenloses Nutzen des ÖPNV und höhere Kraftstoffpreise. Doch das war bereits der Schlusspunkt der rund zweistündigen Einladung ins Klimacafé im Eppingschen Hof, als alle Teilnehmer ihre Favoriten vorstellten.

Zuvor nämlich konnten sie es sich zwar an den vier, in unterschiedlichen Farben eingedeckten, Café-Tischen gemütlich machen, wurden aber gleichzeitig zur inhaltlichen Arbeit gebeten. Aus Zuhörern wurden Akteure.

Neue Erfahrungen

Ziel des Abends: Ideen für Heeks Integriertes Klimaschutzkonzept zu entwickeln. Dabei war der Weg dahin für viele der rund 20 Beteiligten eine ganz neue Erfahrung: Statt gewohntem Fachvortrag und anschließender Diskussion wählte „Moderator“ Andreas Hübner vom Fachbüro Gertec die Methode des „World-Cafés“: Die Gäste stellen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten ihre Vorstellungen vor und treten untereinander in konstruktive Gespräche ein. Die Ideen werden dann auf den beschreibbaren Tischdecken fixiert, anschließend die Kernpunkte auf Karten festgehalten und vorgestellt. So soll, wie Andreas Hübner seine Wahl begründete, das abstrakte Thema in praxisnahen Maßnahmen münden und für unmittelbaren Nutzen in der Gemeinde sorgen.

Vier Schwerpunkte

Im Heeker Klimacafé waren es vier Tische mit den Themen Bauen und Wohnen, klimafreundliche Mobilität, Erneuerbare Energien und Energieverwertung sowie Klimaanpassung, an denen die Gäste ziemlich schnell in eine lebhafte Diskussion eintraten. Vorab hatte Andreas Hübner bei einer bewusst kurzen Power-Point-Präsentation die Bausteine bei der Entwicklung des Klimaschutzkonzeptes für Heek erklärt. „Verkehr und Wirtschaft sind die dominierenden Sektoren“, erläuterte Hübner die Ergebnisse der Untersuchung von Energieverbrauch und Produktion von Treibhausgasen in Heek. Diese beiden Felder sind jeweils mit rund 40 Prozent beteiligt, die privaten Haushalte mit rund 18 Prozent. Hübners „Auftrag“ für die Diskussion: „Wo gibt es Chancen, wo Handlungsbedarf beim Klimaschutz in Heek?“ Für jeweils 20 bis 25 Minuten widmeten sich die Tischgäste ihrem Schwerpunktbereich und äußerten sich spontan und frei zum Thema, um anschließend an einen anderen Tisch und zu einem anderen Aspekt zu wechseln. Vier Tischgastgeber griffen nur dann ein, wenn das Gespräch zu sehr vom Thema abzuschweifen drohte. Ansonsten aber übernahmen sie nicht die Gesprächsführung.

Nicht nur lebhafte Gespräche waren die Folge, sondern auch voll beschriebene Tischdecken. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ideen, die das Fachbüro als Empfehlungen in seinen Maßnahmenkatalog einfließen lassen wird.

  • Bauen und Wohnen: Mehrfach gab es den Wunsch nach einer neutralen Beratung, insbesondere auch zu ökologischem Sanieren und Bauen, um sich im Dschungel der unterschiedlichen Angebote zurechtzufinden. Ebenso wird oft ein Überblick der verschiedensten Fördermöglichkeiten vermisst. Ein Auftrag, den die Beteiligten auch an Planer, Banken und Handwerker richten, die noch stärker für den Klimaschutz sensibilisiert werden sollten. Eine Aufwertung des Programms „Jung kauft alt“ wurde ebenso angedacht wie nachhaltige Flächennutzung, Klimaschutzvorgaben der Gemeinde bei Bauvorhaben. Die provokantesten Ideen: weniger Neubaugebiete ausweisen sowie die Einführung einer Grundsteuer C.
  • Erneuerbare Energien: Hier sind die wichtigsten Stichworte Genossenschaftsmodelle, um zu einer Akzeptanzsteigerung zu gelangen, Vermeidung von Nichtnutzung von Energie bei Biogasanlagen zum Beispiel, Holzgasblockheizkraftwerke, Potenzialanalyse von Windvorrangzonen.
  • Klimaanpassung: Zisternen bauen, Abschaffung aller „Steingärten“, mehr Blühstreifen in der Stadt und auch Pflanzen von mehr Bäumen waren Vorschläge.
  • Mobilität: Zu diesem Thema wurden die meisten Lieblingsideen abgegeben. Neubürger sollten in einer Broschüre auch über ÖPNV-Angebote informiert werden, Radwege sollten stärker gefördert werden. Auf der Wunschliste standen auch Jobräder, Pendler-App, Wasserstoff-Tankstellen und der Ausbau von Carsharing.

Während die Gäste mit Schnittchen für ihren Einsatz belohnt wurden, war das durch die Bank positive Resümee das „Trinkgeld“ für den Gastgeber und sein Café. Am 15. Mai wird der Maßnahmenkatalog im Bauausschuss, am 3. Juli das Integrierte Klimaschutzkonzept im Bauausschuss vorgestellt.

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