Heeker Grundschulen fühlen sich gut gewappnet für den Grundwortschatz

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Eine neue Handreichung der Schulministerin soll bessere Rechtschreib-Standards für Grundschüler durchsetzen. Wir haben bei den Heeker Grundschulen nachgefragt. Korrigiert wird nicht immer.

Heek

, 15.05.2019, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fast ein Viertel der Grundschüler in NRW beherrscht die Rechtschreibung nicht richtig, stellte der IQB-Bildungstrend 2016 fest. Ändern will dies Schulministerin Yvonne Gebauer. Mit einer neuen Handreichung will sie unter anderem der umstrittenen Methode „Lesen durch Schreiben“ den Kampf ansagen. Außerdem müssen die Grundschulen ab dem kommenden Schuljahr einen verbindlichen Grundwortschatz von 533 Wörtern vermitteln. Dieser soll alle für die Grundschule wichtigen Rechtschreibphänomene der deutschen Sprache enthalten.

Noch habe sie die offizielle Handreichung nicht erhalten, sagt Bernadette Nabers, Schulleiterin der Bischof-Martin-Schule. „Aber wir werden uns danach richten.“ Die Methoden zur Vermittlung des Grundwortschatzes bleiben den Schulen freigestellt. „Wir werden schauen, welche uns da noch fehlen“, so Nabers. Zu den 533 Wörtern kommt noch ein individueller Wortschatz von 200 Wörtern, die einzelnen Kindern wichtig sind. „Für Kinder, die reiten, ist es wichtig ‚voltigieren‘ schreiben zu können, für die Fußballer nicht“, erklärt Nabers.

„Lesen durch Schreiben“ kein Thema

Auch an der Alexander-Hegius-Schule fühlt sich Schulleiterin Kirsti Döbertin gut gewappnet für die neuen Vorgaben. „Unser Lehrwerk beinhaltet ein Wörtertraining mit Grundwortschatz“, so Döbertin. „Das werden wir dann abgleichen.“

Doch die Handreichung richtet sich auch gegen die Methode „Lesen durch Schreiben“. Die auch als „Schreiben nach Gehör“ bekannte Methode wird immer wieder kontrovers diskutiert, weil sie bei lautgetreuer Schreibweise zunächst keine Korrektur vorsieht, um die Kinder nicht zu demotivieren. „Die Regeln der deutschen Rechtschreibung können und müssen von der ersten Klasse an gelernt werden“, teilte die Ministerin mit.

„Lesen durch Schreiben gab es bei uns nie“, sagt Kirsti Döbertin. Bei den Übungen zum Grundwortschatz werde schon in der ersten Klasse korrigiert. Erste Rechtschreibregeln wie die Großschreibung bei Nomen und Satzanfängen würden dann nach und nach ausgebaut. Auch ihre Kollegin Bernadette Nabers erklärt: „Lesen durch Schreiben war bei uns nie ein Thema.“ Zum Schreibenlernen verwendet die Nienborger Grundschule eine Fibel als Lehrwerk.

In Nienborg gibt es keine Korrektur im ersten Schuljahr

Rechtschreibfehler werden aber an der Bischof-Martin-Schule erst ab dem zweiten Schuljahr korrigiert. „Im ersten Schuljahr freuen wir uns über alles, was die Kinder schreiben“, erklärt Bernadette Nabers. „Wir sagen dann, dass es die Erwachsenen anders schreiben, aber die Leistung soll gewürdigt werden.“ Ab der zweiten Klasse werde dann auf die richtige Rechtschreibung geachtet.

Auch an der Alexander-Hegius-Schule gibt es Ausnahmen. „Was wir nicht korrigieren, sind Übungen zum freien Schreiben“, so Döbertin. Bei diesen ersten freien Texten verfassen die Schüler Briefe, Tagebücher oder Geschichten zum Wochenende. „Da geht es um Mut und Schreibfreude. Das würde man mit dem Rotstift kaputtmachen.“

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