Auch rund um Heek steht vielfach das Getreide noch auf dem Acker. © Markus Gehring
Nässe macht Probleme

Heeker Landwirte hoffen auf stabile Trocken-Phase

Der Mais ist auch rund um Heek im Höhenflug, Getreide und Gras aber leiden unter dem ständig wechselnden Wetter. Nach der Dürre der letzten Sommer macht jetzt Nässe die Probleme.

Roggen, Weizen und andere Getreidesorten sind reif, nicht alle aber können geerntet werden, weil sie noch eine viel zu hohe Feuchtigkeit aufweisen. Beim Gras kann nach durchaus sehr guter erster Ernte der zweite und/oder dritte Schnitt (noch) nicht erfolgen, weil zumindest für die Verarbeitung zu Heu oder Heulage ein paar trockene Tage erforderlich sind. Und für die Kartoffeln sind in diesem Jahr Krautfäule und Kartoffelkäfer die größten Feinde.

Bernhard Ostendorf, Landwirt und 24 Jahre lang Vorsitzender des Landwirtschaftlichen Ortsvereins Heek, sieht die aktuelle Lage kritisch: „Dieser ständige Wechsel und immer wieder Regen, das macht vor allem dem schweren Getreide zu schaffen.“ Die Folge: Die Qualität leidet, selbst beim Stroh. Das nassfeuchte Klima, so Ostendorf, sei nämlich der ideale Nährboden für Pilze und andere Schädlinge.

Das Getreide ist häufig noch zu feucht

Außerdem steige auch die Gefahr des Durchwachsens. Insbesondere die Triticale sieht Bernhard Ostendorf daher gefährdet: „Bei 18 oder 19 Prozent Feuchtigkeit, da kann man eigentlich nicht dreschen“, sagt der erfahrene Landwirt. Gleichwohl habe er Berufskollegen gesehen, die genau das tun. „Aus lauter Panik“, vermutet er. Eine Entscheidung, die mancher Landwirt schon bereut hat, weil das feuchte Erntegut dem Mähdrescher auch technische Probleme bereiten kann.

Die Heeker Landwirte Heinz Benfeld (l.) und  Bernhard Ostendorf haben durchaus Bedenken, was das Regenwetter und die Ernte angeht.
Die Heeker Landwirte Heinz Benfeld (l.) und Bernhard Ostendorf haben durchaus Bedenken, was das Regenwetter und die Ernte angeht. © Mirko Heuping (A) © Mirko Heuping (A)

Und selbst beim Mais ist Bernhard Ostendorf skeptisch: „Der steht jetzt zwar mächtig da, jetzt müssen sich aber die Kolben füllen, und dafür braucht auch der Mais Sonne.“ Große Sorgen mache er sich beim Mais allerdings dennoch nicht.

Und beim Getreide sei der Weltmarktpreis zwar leicht gestiegen, es gebe aber viel zu viele Spekulanten an den Agrarbörsen, kritisiert er. Er geht jedenfalls davon aus, dass die Voraussagen, dass die Ernte in diesem Jahr zu 10 bis 15 Prozent besser werde, von der Realität überholt werden. Qualität und Mengen werde es wohl nicht so geben, wie erhofft. Das kann dann Auswirkungen auf Angebot und Preise haben. Für Pferdehalter und -züchter zum Beispiel kann das bei Heu und Stroh aber sogar existenziell sein.

Stroh ist das „Sorgenkind“

Und gerade die „Bergung“ des Strohs ist bei der derzeitigen Witterung ein Sorgenkind. Weil es in der Hauptsache um das Korn an sich geht, bleibt das Schnittgut erst einmal liegen. Auf feuchten Böden, auf die es zwischenzeitlich vielleicht nochmal regnet. Erst wenn das Stroh aber abgetrocknet ist, kann es in Ballen gepresst und als Einstreu und Futter genutzt werden. In diesem Jahr wohl eine besondere Herausforderung.

Andererseits rät Bernhard Ostendorf aber auch zu Gelassenheit: „Normalerweise wird das schwere Getreide erst Mitte August geerntet, da bleibt noch Zeit.“ Das sieht auch Heeks Ortslandwirt Heinz Bendfeld ähnlich. Für ihn ist es einfach „eine andere Herausforderung als letztes Jahr“. Da habe Wasser gefehlt, „und jetzt haben wir Wasser“. Allerdings hinge der Erfolg der Ernte auch von verschiedenen Faktoren ab und die seien eben auch immer ganz unterschiedlich: Zum Beispiel spielten die Sorten und auch die Bodenbeschaffenheit eine große Rolle.

Erfolg ist auch abhängig von der Verwertung

Außerdem gebe es eben auch unterschiedliche Wege der Verwertung: „Wer an Landhandel oder Genossenschaft sein Getreide verkauft, für den ist bei 15 Prozent Feuchtigkeit das Limit.“ Jetzt hieße es daher, mit der Situation kreativ und flexibel umzugehen, die trockenen Perioden abzuwarten und dann mit vollem Maschinen-Einsatz zu ernten.

Beim Mais sieht Heinz Bendfeld ein „Luxusproblem“: „Der hat sehr viele Kolben angesetzt, aber ob die auch alle voll werden …“ Auch da hänge aber alles von der geplanten Verwertung ab, ob Körnermais oder Maissilage gewollt ist. Grundsätzlich sieht seine Ernte-Zwischenbilanz aber so aus: „Die Qualität wird nicht den Erwartungen entsprechen.“ Die sei nämlich abhängig vom Hektoliter-Gewicht, also von der Masse.

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