Heeker Politiker geben dem Hülsta-Spänebunker eine Gnadenfrist

Bau- und Planungsausschuss

Der Abriss des Hülsta-Spänebunkers wird noch einmal aufgeschoben. In seiner vergangenen Sitzung hat sich der Bau- und Planungsausschuss auf eine Gnadenfrist geeinigt. Die Suche nach einem Investor oder Ideen läuft noch.

17.09.2018, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Heeker Politiker geben dem Hülsta-Spänebunker eine Gnadenfrist

Der Spänebunker auf dem ehemaligen Hülsta-Gelände soll abgerissen werden - aber erst nach einer „Gnadenfrist“, entschieden die Kommunalpolitiker. © Bernd Schlusemann

Es ist der von weitem sichtbare Hinweis auf die ehemalige Möbelproduktion in Heek: Der alte Spänebunker der Firma Hülsta soll abgerissen werden. Der Bau- und Planungsausschuss einigte sich aber auf eine „Gnadenfrist“.

Seit 2009 wird im Hülsta-Werk Heek an der B70 nicht mehr produziert, seit 2017 ist das 82.000 Quadratmeter große Gelände im Besitz der Gemeinde Heek. Die will dort großzügig Gewebe ansiedeln. Der riesige Lagerturm aber sollte auf Wunsch der Politik erhalten bleiben. Dann jedenfalls, wenn sich ein Investor und eine entsprechende Nachnutzung finden.

Damit entsprachen die Heeker Politiker auch dem vielfach geäußerten Wunsch aus der Bevölkerung: Die kann sich demnach eine Umnutzung des 24 Meter hohen Turms aus Stahlbeton zum Beispiel als Kletterturm sehr gut vorstellen.

Sofortiger Beschluss

Ein potenzieller Investor aber ist bislang nicht in Sicht. „Es gibt kein Interesse an einem Erwerb“, brachte das der stellvertretende Vorsitzende im Bau- und Planungsausschuss Bernhard Homann (CDU) auf den Punkt. Vor diesem Hintergrund hatte die Verwaltung vorgeschlagen, den Abriss sofort zu beschließen. Zumal schon Anfang Oktober mit dem Abbruch der Heizungsanlage gestartet werden soll.

Eine komplette Absage hatte die Verwaltung aber der Vorstellung erteilt, den Turm in Eigenregie zu übernehmen und dort eine alternative Nutzung zu entwickeln.

Die beiden Fraktionen von CDU und SPD zögerten allerdings noch mit einem Beschluss und äußerten weiteren Diskussionsbedarf. Ingo Trawinski (CDU): „Ich persönlich finde das sehr schade, auch wenn es natürlich schwierig ist, Geschäftskonzepte aus dem Ärmel zu schütteln.“ Abreißen aber könne man eben nur einmal. Seine Idee: „Wir sollten noch drei Monate warten, bis die Frist endgültig abgelaufen ist.“ Die Ausschreibungen zum Abriss des Fabrikgebäudekomplexes werden gerade vorbereitet. So bleiben eben noch diese drei Monate bis zu einer endgültigen Entscheidung. Darauf hatte auch die Verwaltung in ihrer Vorlage zu dieser Thematik hingewiesen.

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff stellte in der Sitzung klar, dass die Gemeinde „aber nicht schon morgen abreißen“ werde. Wenn kurzfristig noch etwas komme, könne man das natürlich berücksichtigen. Bisher aber habe es keinerlei Resonanz gegeben.

Ideen sind gefragt

„Wir sollten noch nicht die Türen zu machen, falls noch jemand eine Idee habe, warb CDU-Fraktionschef Mario Strehlow dafür, den geplanten Abriss der Fabrikanlage nicht zu behindern, aber eventuelle zwischenzeitliche Interessenten zu berücksichtigen.

Das sah auch die SPD-Fraktion so, was dann zum einstimmigen Beschluss führte, vor einem Abriss, die maximale Frist auszunutzen.

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