Die gebürtige Heekerin Carolin Schabbing legt eine, Teilnehmer des Theaterstücks Virtual-Reality-Brille an. © Lisa Peter
Kunstprojekt

Heekerin Carolin Schabbing erschafft in Köln virtuelle Welten

Früher voltigierte sie in Heek, jetzt erschafft Carlin Schabbing in Köln virtuelle Welten: Im Theaterstück der Designerin verschwinden die Grenzen zwischen der echten und der digitalen Welt.

Heek, Münster, Köln, Mailand, Helsinki: Carolin Schabbing hat schon ein wenig von der Welt gesehen. Derzeit beschäftigt sich die 30-Jährige, die auf die Frage nach ihrem Beruf mit „Spatial Installation & Multimedia Designer“ antwortet, mit virtuellen Welten.

Aber bis dahin war es ein langer Weg für die Heekerin, die regelmäßig in ihrer Heimat zu Besuch ist. Die hat sie ursprünglich verlassen, um in Münster eine Ausbildung zur Designerin zu absolvieren. Danach ging es weiter zum Studium nach Köln an die International School of Design. Es folgten im Ausland noch Stationen in Helsinki und in Mailand, wo sie an einem Projekt für die Europäische Weltraumagentur ESA mitarbeitete.

Derzeit befindet sie sich in den finalen Zügen ihres Master-Studiums. Das Thema, um das es dabei geht, ist zugleich das Theaterstück, das jetzt in Köln Premiere feierte und das nochmals am 16. Juli zu sehen ist.

Kein normales Theaterstück

Wobei: „Zu sehen“ ist nicht ganz der richtige Begriff. Denn es handelt sich bei weitem nicht um ein klassisches Theaterstück mit Schauspielern auf der Bühne und dem Publikum davor. „Wir lassen die Zuschauer den szenischen Raum erstellen“, erzählt Carolin Schabbing. Was das bedeutet: Die „Besucher“ sind nicht nur Teil der „Erfahrung“, sondern sie beeinflussen sie auch.

Aber von Anfang an: Wer ein Zeitfenster für gebucht hat und am Ort des Geschehens ankommt, muss zunächst ein digitales Formular ausfüllen. Dabei geht es nicht nur um Daten wie Alter oder Größe, sondern um den digitalen Fingerabdruck. Denn die Ergebnisse von Bilder- und Textsuchen oder Social-Media-Daten werden in die virtuelle Welt einbezogen.

Daraus kreiert die Künstliche Intelligenz „Aria“ dann eine 20-minütige Erfahrung in der Virtuellen Realität. Die Besucher müssen sich dafür in einem gesonderten Raum setzen und erhalten eine Virtual-Reality-Brille nebst Kopfhörer. „Je umfangreicher der digitale Fingerabdruck, desto intensiver ist die Erfahrung“, berichtet Carolin Schabbing. Und jede Erfahrung sei anders, die ersten Reaktionen durchweg positiv gewesen.

Projekt mit einem ernsten Hintergrund

Aber handelt es sich dabei „nur“ um ein künstlerischen Vorzeigeprojekt für das Studium? Oder wollen die Designerin und ihre Projektpartnerin Lisa Peter eine Botschaft vermitteln? Tatsächlich behandele das Theaterstück, so Carolin Schabbing, eine ganz wesentliche Frage: Wohin führt uns die Digitalisierung? Wird es irgendwann eine digitale Kopie von uns geben? Und ein virtuelles Leben nach dem Tod?

Große Fragen, denen sich Carolin Schabbing auch in Zukunft widmen will – vorwiegend in ihrer Wahlheimat Köln. Aber zwischendurch ist sie auch in Heek anzutreffen. Nicht virtuell, sondern in der Realität.

Tickets und weitere Informationen auf der Hompeage de Projekts (www.try-emis-now.com)

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