Hitzige Diskussion um Verkehrsplanung auf dem Hülsta-Gelände

mlzStreit im Bauausschuss

Wendehammer oder Nord-Süd-Verbindung? Die Frage nach der künftigen Verkehrsführung auf dem ehemaligen Hülsta-Gelände führte im Bauausschuss der Gemeinde zu wilden gegenseitigen Vorwürfen.

Heek

, 24.02.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Für eine emotionale Debatte hat im Bauausschuss am Mittwochabend die Verkehrsplanung auf dem ehemaligen Hülsta-Gelände in der Stroot gesorgt. Dabei hatte der Antrag der CDU-Fraktion noch keinen Hinweis auf große Kontroversen geboten. Darin hatte die Fraktion zunächst nur einen Sachstandsbericht zum von der Verwaltung beauftragten Verkehrsgutachten angefordert.

Verkehrsmessungen für das Gutachten seien bereits erfolgt, berichtete Bauamtsleiter Herbert Gausling. Ein Ergebnis sei gegen Ende März zu erwarten, teilte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff mit. So weit, so gut.

Doch Bernhard Homann nutzte die Gelegenheit, um eine grundsätzliche Debatte um die verkehrliche Erschließung des Areals anzustoßen. Die Frage: Zwei Sackgassen mit Wendehammer oder eine durchgehende Straße quer über das Areal mit einem Durchstich zum Gleisweg? Letzteres hatte die Verwaltung ursprünglich geplant, bis intern Bedenken wegen eines erhöhten Verkehrsaufkommens vorgetragen worden waren. Deshalb hatte sie ein Konzept mit zwei Wendehämmern erstellt, aber auch einen Verkehrsplaner mit der Erstellung eines Gutachtens beauftragt.

Homann positionierte sich klar: „Eine Sackgassenlösung wäre bestenfalls die zweitbeste Lösung.“ Diese führe zu längeren Wegen für die Lieferanten und einer doppelten Verkehrsbelastung an den Zufahrten. Gerade an der K45 komme dann alles zusammen: „Aldi, die Kita und die Feuerwehr.“ Stattdessen regte er eine Verbindung des nördlichen und südlichen Teils des Geländes an.

CDU vs. Verwaltung

„Warum haben Sie das nicht in den Antrag geschrieben?“, fragte Hermann-Josef Schepers (SPD). „Was Sie jetzt bringen geht weit darüber hinaus.“ „Ein bisschen irritiert bin ich auch“, äußerte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. „Wir sollten vielleicht erstmal das Ergebnis des Verkehrsgutachtens abwarten, bevor wir neue Varianten diskutieren.“

Mario Strehlow (CDU) dagegen äußerte die Befürchtung, dass sich die Verwaltung bereits frühzeitig auf die Sackgassen-Lösung festgelegt habe: „Ich kann mich nicht erinnern, dass wir schon über eine Variante entschieden haben. Aber es wird immer nur die Variante mit den zwei Wendehämmern diskutiert.“ Er befürchte zudem, dass die Verwaltung durch die Veräußerung von Grundstücken schon Fakten schaffen könnte. Bevor dies geschehe, solle die Verkehrsführung abgestimmt werden.

„Ich muss hier eines klarstellen: Es wurde nichts verworfen“, antwortete der Bürgermeister. Zwar habe die Verwaltung eine favorisierte Variante und „Bauchschmerzen“ bei einer Nord-Süd-Verbindung. Diese bestünden vor allem in einer Schleichweg-Funktion zwischen den Discountern Aldi und Lidl.

„Aber es stimmt nicht, dass wir schon Fakten schaffen. Keine Sorge, ich habe nicht vor, da schon etwas zu veräußern.“

Jörg Rosery (CDU) fragte, ob der Verkehrsplaner denn beide Varianten berücksichtigen würde. „Wir haben keine Vorgabe gemacht“, stellte Herbert Gausling klar. Stattdessen solle der Verkehrsplaner unter Berücksichtigung aller Aspekte die „optimale Lösung“ finden.

SPD vs. CDU

Als ein versöhnliches Ende der Debatte schon in Sicht war, holte SPD-Vertreter Schepers zum Rundumschlag aus. „Ich bin erstaunt.“ Während die CDU dem Bürgermeister unterschwellig Vorwürfe mache, Fakten zu schaffen, habe sie selbst für die Veräußerung von Grundstücken gesorgt. Sein Parteikollege Reinhard Brunsch legte nach: „Nur die CDU-Fraktion hat eine Sondersitzung einberufen, um Grundstücke zu vergeben – unter anderem an ein Parteimitglied.“

„Manchmal sind Unternehmer auch Parteimitglied“, entgegnete Rosery. „Wir gehen da nicht nach Parteibuch.“ Der Ausschussvorsitzende Franz Epping bemühte sich, die Wogen zu glätten: „Es geht doch um die Sache.“ Er schlug vor, die beste Lösung für das Areal zu suchen, ohne eine Variante auszuschließen. „Es ist noch nichts in Stein gemeißelt“, betonte auch Weilinghoff. Sobald das Gutachten vorliege, könnten beide Varianten diskutiert werden. Er selbst sei kein Verfechter von Wendehämmern. Die Diskussion wird also weitergehen.

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