Corona

Impftermin im Schwester-Godoleva-Haus in Heek

Der Arzt Christoph Hadasch hat im Schwester-Godoleva-Haus und im Ludgerus-Haus Bewohner gegen Covid-19 geimpft. Das Impfen ging zügig – die bürokratischen Abläufe nehmen mehr Zeit in Anspruch.
Gut 200 Personen hat Arzt Christoph Hadasch innerhalb einer Woche in Heek gegen Covid-19 geimpft. © Caritasverband Ahaus-Vreden

Wenn es doch nur das Impfen wäre – ist es für den Heeker Arzt Christoph Hadasch aber nicht. „Bürokratie und Zettelwahn“ nehmen für den Mediziner mindestens so viel Zeit in Anspruch wie der reine Impftermin. Fast 200 Personen hat er in der Woche vom 11. bis 15. Januar gegen Covid-19 geimpft, den Großteil davon in den Einrichtungen des Caritasverbandes Ahaus-Vreden in Heek.

Zeitintensive bürokratische Abläufe

Dazu gehörten am Freitag auch Impfungen im Schwester-Godoleva-Haus am Kirchplatz. Dort werden 23 Bewohner mit geistigen Behinderungen, einhergehend mit körperlichen und psychischen Behinderungen, betreut und gefördert.

„Gut gemeint, aber nicht unbedingt gut gemacht“, sagt Christoph Hadasch über die gesetzlichen Impfvorgaben. „Die bürokratischen Abläufe könnte man deutlich verschlanken.“ Das schildert der Caritasverband Ahaus-Vreden in einer Pressemitteilung.

Der Impfstoff von Biontech-Pfizer.
Der Impfstoff von Biontech-Pfizer © Caritasverband Ahaus-Vreden © Caritasverband Ahaus-Vreden

Der Heeker Mediziner muss die Impfungen penibel dokumentieren, „mindestens in doppelter, wenn nicht gar dreifacher Ausfertigung, zum Beispiel für die Kassenärztliche Vereinigung, für mich und für die Einrichtung. Die Impffähigkeit muss dokumentiert werden, es gibt ein Schriftstück zur Einwilligung, eine Impfbescheinigung und noch mehr. Da kommt einiges an Papier zusammen.“

Personen zeigen keine Unverträglichkeiten

Deutlich unproblematischer ist der Umgang mit dem Impfstoff von Biontech-Pfizer. „Von der Anlieferung bis zur Verimpfung gibt es keine Probleme“, hat Christoph Hadasch festgestellt. „Das ist auch vom Caritasverband Ahaus-Vreden alles sehr gut organisiert.“

Bei den von ihm geimpften Personen habe es bislang keinerlei Unverträglichkeiten gegen den Impfstoff gegeben, berichtet der Mediziner. Die Impfbereitschaft von Pflegekräften, Betreuern und Bewohnern im Schwester-Godoleva-Haus liege bei nahezu 100 Prozent, eine ähnliche Impfquote habe es im Ludgerus-Haus gegeben.

Zweiter Termin im Februar

„Die Resonanz auf den ersten Impftermin war sehr gut“, sagt Julia Laurenz, die Einrichtungsleiterin des Schwester-Godoleva-Hauses. Der zweite Impftermin ist für den 12. Februar vorgesehen. Dass in der Öffentlichkeit zu hören sei, die Organisation der Impfungen sei schwierig und die Impfbereitschaft gering – „das kann ich überhaupt nicht bestätigen“.

Julia Laurenz, Einrichtungsleiterin des Schwester-Godoleva-Hauses in Heek.
Julia Laurenz, Einrichtungsleiterin des Schwester-Godoleva-Hauses in Heek. © Caritasverband Ahaus-Vreden © Caritasverband Ahaus-Vreden

Auch die Unterstützung durch die Ärzte sei enorm. Ebenfalls enorm sei der bürokratische Aufwand, das sieht Julia Laurenz ähnlich wie Christoph Hadasch. „Es ist schon eine Herausforderung, das alles zusätzlich zu meistern.“ Der Schutz vor dem Coronavirus gehört seit Monaten zum Alltag von Bewohnern und Mitarbeitern des Schwester-Godoleva-Hauses. Bislang gab es in der Einrichtung noch keinen Infektionsfall.

Belastung für die Betreuer

Das Virus hat aber die Arbeit verändert. Der Tagesablauf geriet für alle Beteiligten durcheinander. Als die Werkstätten geschlossen wurden, galt es, für die berufstätigen Bewohner die Früh- und Spätdienste dem neuen Alltag anzupassen. „Alle zogen dafür an einem Strang“, erklärt Julia Laurenz.

Die Einrichtungsleiterin weiß um die enorme Arbeitsbelastung für die Betreuer, immer verbunden mit der Sorge, das Virus ins Haus tragen zu können. Wohltuend sind dann im Lockdown kleine Gesten von Angehörigen der Bewohner, die zum Beispiel einen Präsentkorb in den Eingang stellen.

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