Dichter in Bronze: In der Dinkelgemeinde steht bald eine besondere Skulptur

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Bald wird in der Dinkelgemeinde eine ganz besondere Skulptur ihren Platz finden. Sie wird lebensgroß sein und die Geschichte, die hinter diesem Kunstwerk steht, ist schon faszinierend.

Heek

, 31.05.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Sichtlich zufrieden und entspannt blickt der Künstler Erich Büscher-Eilert auf sein gerade geschaffenes Werk. Dabei handelt es sich um eine lebensgroße in Bronze gegossene Figur des in Nienborg bekannten Dichters Paul Advena. Diese Skulptur wird bald einen Platz an der Alten Mühle in Nienborg schmücken.

Doch noch steht das Werk im Atelier des Horstmarer Künstlers in der Alst. Die feierliche Übergabe an den Heimatverein, zu der auch Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen sowie Regierungspräsidentin Dorothee Feller ihre Teilnahme zugesagt hatten, wurde verschoben.

Das Werk ist bis ins kleinste Detail gefertigt

So oder so – die Mitglieder des Heimatvereins können es kaum abwarten, bis ihr Wunsch mit dieser Skulptur in Erfüllung geht. Sie haben die Entstehung dieses Werkes begleitet, angefangen von der Begutachtung des Wachsmodells im Atelier des Künstlers und regelmäßigen Besuchen bis hin zur Besichtigung der Kunstgießerei in Münster. Dort wurde die Bronzefigur gegossen.

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Bis ins kleinste Detail hinein hat Büscher-Eilert dieses Werk gefertigt. „Ich muss davon überzeugt sein“, lautet sein Antrieb für die lange Arbeit. „Da waren schon mal Sitzproben erforderlich, um die Falten im Jackenärmel der Figur oder die richtige Sitzhaltung nachzubilden“, lässt sich der Bildhauer ein wenig in die Karten schauen.

Der Heimatverein Nienborg feiert sein 50-jähriges Bestehen

Die Entstehungsgeschichte des Werkes ist schnell erzählt. In diesem Jahr feiert der Heimatverein Nienborg sein 50-jähriges Bestehen. Aus diesem Anlass wollte der Verein den Bürgern des Dorfes etwas Bleibendes schenken, etwas was einen Bezug zu der Geschichte des Dorfes hat.

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„Wir hatten zuerst daran gedacht, an die ehemalige Gerichtsstätte der Burg zu erinnern“, verrät Theo Franzbach, Vorsitzender des Heimatvereins. „Das haben wir jedoch sehr schnell wieder verworfen, da es sehr schwierig ist, an einen Ort zu erinnern, an dem auch Todesurteile ausgesprochen worden sind.“

Paul Advena wurde in Wichum geboren

Nachdem die Gemeinde den Platz an der alten Mühle zu einem Dorftreffpunkt umgestaltet hatte, entdeckte der Archivar des Heimatvereins das Gedicht „An der Mühle in Nienborg“ des Apothekers und Schriftstellers Paul Advena (1865-1947). Er wurde 1865 im Renteigebäude des Rittergutes Hauswohnung in der Gemeinde Heek, Bauerschaft Wichum, geboren. Er war ein Weltbürger, der seine Wurzeln aber nie vergessen hat. Gelebt hat der Apotheker und Heimatdichter in Kairo, Alexandria, Istanbul und in der Schweiz.

Die Figur ist lebensgroß

1941 schickte er seiner Heimatgemeinde Nienborg als ein Zeichen der Verbundenheit zwei seiner alten handschriftlichen Gedichtbänder. An diese erinnerte man sich bei der Ideenfindung für die Figur. Den Verantwortlichen des Heimatvereins Nienborg war sehr schnell klar, dass der Horstmarer Künstler die Figur des Schriftstellers Paul Advena gestalten solle. Seine Herangehensweise und die individuelle Umsetzung verschiedener Themen, die Bezug zum architektonischen Umfeld aufnehmen, konnten die Auftraggeber überzeugen.

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Die Figur wird lebensgroß auf einer Bank des neuen Dorfplatzes sitzen und nachdenklich über die Dinkel zur alten Mühle schauen. Auf dem Oberschenkel liegt ein Buch, auf dem das Gedicht „An der alten Mühle in Nienborg“ zu lesen ist.

Lob von allen Seiten für dieses Kunstwerk

Regelrecht nachempfinden kann man beim Betrachten der Figur und Innehalten jetzt die Verse des Gedichtes, in dem es unter anderem heißt „Immer rauscht das Mühlrad noch, seine alte Weise und ich halte an den Schritt und ich horche leise“.

„Eine Figur zum Anfassen und zum Danebensetzen halte ich für eine sehr gute Idee“, lobte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff während der feierlichen Übergabe des Förderbescheides durch die NRW- Heimatministerin Inge Scharrenbach im Beisein der Landtagsabgeordneten Heike Wenmen und Landrat Kai Zwicker

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