In Wext wird Strom produziert

Windkraftrad rechtzeitig fertig

In der Bauerschaft Wext wird seit knapp einer Woche Strom produziert. Das ging für die Betreiber gerade noch gut, denn der Stichtag 1. Oktober rückte am Ende doch bedenklich nahe.

HEEK

von Rupert Joemann

, 04.10.2017, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min
Den Startknopf fürs neue Windkraftrad haben gedrückt (v. l.) Heinz Bendfeld (Vorstand Energiegenossenschaft), Bürgermeister Franz Josef Weilinghoff, Walter Schulze Wilmert (Geschäftsführer Bürgerwind 2 W), Thorsten Franke (Bauleiter) und Hermann Schlichtmann (Geschäftsführer Bürgerwind 2 W).

Den Startknopf fürs neue Windkraftrad haben gedrückt (v. l.) Heinz Bendfeld (Vorstand Energiegenossenschaft), Bürgermeister Franz Josef Weilinghoff, Walter Schulze Wilmert (Geschäftsführer Bürgerwind 2 W), Thorsten Franke (Bauleiter) und Hermann Schlichtmann (Geschäftsführer Bürgerwind 2 W).

Das nennt man wohl eine Punktlandung. Am vergangenen Donnerstag ist das Windkraftrad der Bürgerwind 2 W GmbH & Co. KG in der Wext ans Netz gegangen. Rechtzeitig vor dem 1. Oktober. Denn zum Monatsanfang ist die Einspeisevergütung um 2,4 Prozent gesunken. Macht bei der Anlage mit einer Jahresleistung von rund 8,4 Millionen Kilowattstunden etwa 16 000 Euro pro Jahr, so die Verantwortlichen.

Da wundert es nicht, dass sie der Gemeinde Heek und dem Kreis Borken für die zügige Bearbeitung dankbar sind. Die Mitarbeiter des Kreises hätten sogar extra noch an Silvester gearbeitet, um entscheidende Fristen einzuhalten, hieß es von Seiten der Gesellschaft.

Die Energiegenossenschaft Ahaus-Heek-Legden hat eine Beteiligung von 1,2 Millionen Euro (35 Prozent) an der Bürgerwind 2 W GmbH & Co. KG übernommen. Wie Heinz Bendfeld, Vorstand der Energiegenossenschaft, erklärte, sei die Energiegenossenschaft die drittgrößte in Nordrhein-Westfalen.

„Sie ist ein Erfolgsmodell“, findet Heeks Bürgermeister Franz Josef Weilinghoff. Mehr als 900 Bürger halten derzeit 12 553 Anteile an der Genossenschaft. „Wir sind für neue Mitglieder noch offen“, sagt Heinz Bendfeld. Genossenschaftsmitglied kann werden, wer entweder in einer der drei Kommunen wohnt oder arbeitet. Durch die breite Beteiligung gebe es einen stärkeren Rückhalt für die Windkrafträder in der Bevölkerung, glaubt Bendfeld.

Anteile für 500 Euro

Ein Geschäftsanteil an der Energiegenossenschaft beträgt 500 Euro. Jedes Mitglied kann einen oder mehrere Anteile zeichnen. Jedes Mitglied kann weitere Anteile, auch später, zeichnen. Über die Zulassung entscheidet der Vorstand je nach Nachfrage und Bedarf. „Ziel ist es, vielen Bürgern die Möglichkeit zu geben, sich aktiv am Klimaschutz zu beteiligen“, heißt es von Seiten der Energiegenossenschaft. Die Genossenschaft geht davon aus, dass sich über eine Laufzeit von 20 Jahren eine durchschnittliche Rendite von rund vier Prozent pro Jahr ergibt.

Das in der Wext nun in Betrieb gegangene Windkraftrad hat eine Nabenhöhe von 139 Metern und einen Rotordurchmesser von 122 Metern. Mit der kalkulierten Jahresmenge von 8,4 Millionen Kilowattstunden können rund 2380 Drei-Personen-Haushalte mit Strom versorgt werden. Neben der Anlage in der Wext baut die Bürgerwind 2 W GmbH & Co. KG auch noch in Wichum zwei Anlagen.

Die Gemeinde Heek hat in Ahle-Süd noch eine weitere Windvorrangzone eingerichtet. Dort laufen die Planungen für zwei Windkrafträder. In der Windvorrangzone Ahle existieren bereits 14 Windkrafträder.

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