Beim Hochwasser 2010 mussten einige Landwirte ihren Tieren mit einem Ruderboot Futter bringen. © Archiv
Hochwassergefahr

Karte: Diese Häuser und Gebiete in Heek wären von Hochwasser betroffen

Eine Karte der Bezirksregierung zeigt, wie sich das Wasser bei starken Regenfällen verteilt. Schon bei einem recht häufig auftretenden Hochwasser sind in Heek massive Überschwemmungen zu sehen.

Heek ist komplett vom Wasser eingeschlossen und in Nienborg treten die Dinkel und der Donaubach so weit übers Ufer, dass sich ein riesiger See bildet. Teilweise sind Wassertiefen bis zu vier Metern möglich. Diese Bilder zeichnen die Hochwasser-Karten der Bezirksregierung Münster.

Auf diesen Karten ist genau eingezeichnet, wo die Flüsse im Fall von starken Regenfällen über die Ufer treten und wie sich das Wasser verteilt. Die Daten für Heek und Nienborg stammen aus Mai 2019. Drei verschiedene Szenarien hat die Bezirksregierung Münster berechnet.

Im ersten Szenario geht es um ein relativ häufiges Hochwasser, das im Schnitt alle 10 bis 20 Jahre auftritt. Schon in diesem Fall sind in den Karten großflächige Überschwemmungen zu sehen. Bis zu vier Meter hoch steht das Wasser in der Dinkel, bevor diese über die Ufer tritt.

Gezielte Überflutung schützt Wohnhäuser

Auf einem fast einen Kilometer breiten Korridor breitet sich das Wasser aus. Felder und Wiesen werden überschwemmt. Auch das Dinkelstadion steht teilweise unter Wasser. Wohnhäuser hingegen sind in diesem Szenario kaum gefährdet. Nur einige Gärten werden womöglich nass.

Ein Grund dafür dürfte auch der sogenannte Flutpolder südöstlich von Heek sein. In den Karten ist hier eine rund 1,3 Kilometer lange und 500 Meter breite Fläche eingezeichnet, die gezielt geflutet werden kann. Dadurch wird dort Wasser gesammelt, bevor es überhaupt weiterfließen kann in Richtung Heek und Nienborg.

Die rot gestreifte Fläche ist der sogenannte Flutpolder. Dieses Gebiet kann gezielt geflutet werden, um Überschwemmungen an anderen Stellen zu vermeiden.
Die rot gestreifte Fläche ist der sogenannte Flutpolder. Dieses Gebiet kann gezielt geflutet werden, um Überschwemmungen an anderen Stellen zu vermeiden. © Bezirksregierung Münster © Bezirksregierung Münster

Im zweiten Szenario geht es um ein Hochwasser, das im Schnitt alle hundert Jahre auftritt – ein sogenanntes Jahrhundertereignis. Hier zeigt sich die Wirksamkeit des Flutpolders. Denn während sich in diesem überwachten Gebiet deutlich mehr Wasser sammelt, sind an anderen Stellen keine größeren Überschwemmungen zu sehen als beim häufigen Hochwasser.

Lediglich die Wassertiefe variiert minimal. Das heißt: Selbst bei einem Jahrhunderthochwasser sind in Heek keine Wohnhäuser akut gefährdet. Selbst in den Außenbereichen, wo sich das Wasser auf den Wiesen und Ackern verteilt, sind nur wenige Hofstellen betroffen.

Bei extremem Hochwasser reicht Flutpolder nicht mehr aus

Erst im dritten Szenario wird es an einigen Stellen in Heek und Nienborg kritisch. Hier wird ein extremes Hochwasser gezeichnet, das im Schnitt deutlich seltener als alle hundert Jahre auftritt. Die Bezirksregierung geht davon aus, dass in so einem Fall kein Deich und keine Schutzeinrichtung mehr etwas ausrichten kann.

Für Heek bedeutet das, dass das Gebiet des Flutpolders nicht mehr ausreicht. Das Wasser breitet sich über diese gesteuerte Fläche hinweg aus. Auf den Wiesen und Äckern steht teilweise mehr als vier Meter hoch Wasser. Kolpingstraße und Letterhausstraßen werden überflutet, genau wie der Friedhof.

Bei einem Extremhochwasser tritt der Strothbach über die Ufer und überschwemmt die Wohnsiedlung.
Bei einem Extremhochwasser tritt der Strothbach über die Ufer und überschwemmt die Wohnsiedlung. © Bezirksregierung Münster © Bezirksregierung Münster

Besonders hart trifft es aber die Bewohner im Westen von Heek. Denn dort tritt in diesem Szenario der Strothbach über die Ufer. Das gesamte Wohngebiet an der Straße Am Strothbach und am westlichen Leuskesweg wird überschwemmt. In Nienborg hingegen werden die Wohnhäuser größtenteils verschont. Die beiden Ortsteile werden jedoch von einem breiten Band aus Wasser voneinander getrennt.

Wohnhäuser bleiben in Nienborg auch bei einem Extremhochwasser verschont, dafür sammelt sich viel Wasser in den Außenbereichen.
Wohnhäuser bleiben in Nienborg auch bei einem Extremhochwasser verschont, dafür sammelt sich viel Wasser in den Außenbereichen. © Bezirksregierung Münster © Bezirksregierung Münster

Anhand der Berechnungen dieser Szenarien hat die Bezirksregierung einen Maßnahmenkatalog für die Gemeinde Heek erstellt. Darin steht zum Beispiel, dass die Gemeinde Aufschüttungen in den Überschwemmungsgebieten entfernen, Gewässer regelmäßig kontrollieren und Bauwillige über die Hochwassergefahr informieren sollte.

Über die Autorin
Redakteurin
Als gebürtige Vredenerin habe ich mich aus Liebe zur Region ganz bewusst für den Job als Lokaljournalistin in meiner Heimat entschieden. Mein Herz schlägt für die Geschichten der Menschen vor Ort. Ich möchte informieren, unterhalten und überraschen.
Zur Autorenseite
Victoria Garwer

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.