Kaum Plätze im Kindergarten

Es wird ganz eng

Kindergartenplätze sind rar in Heek. Besonders für die Über-Dreijährigen ist aktuell nichts zu bekommen. Und auch im kommenden Jahr wird es "ganz eng", wie Verbundleiterin Christiane Hilbring im Schulausschuss berichtete.

HEEK

, 10.02.2016, 17:44 Uhr / Lesedauer: 2 min
Kinderbetreuung und pädagogische Angebote wie hier im St.-Johannes-Kindergarten sind kostbar. Foto (A) Bütterhoff

Kinderbetreuung und pädagogische Angebote wie hier im St.-Johannes-Kindergarten sind kostbar. Foto (A) Bütterhoff

"Ohne Sondergenehmigung geht nichts", erklärte Christiane Hilbring. Die Verbundleiterin der Heeker Kindergärten legte dem Fachausschuss detailliert die Belegungszahlen für das laufende Jahr und die voraussichtlichen Zahlen für das kommende Kindergartenjahr dar.

Alles dicht in diesem Jahr

314 Kinder besuchen aktuell die insgesamt fünf Kindergärten in Heek und Nienborg, die in Trägerschaft der Katholischen Kirchengemeinde geführt werden. 327 werden es bis Juli 2016 sein, davon 280 Ü3-Kinder. Hilbring: "Für das aktuelle Jahr ist alles dicht."

Für das kommende Jahr sieht es noch voller aus: Im St.-Marien-Kindergarten werden mit 12 U3- und 51 Ü3-Kindern selbst einkalkulierte Überhangplätze belegt sein. "Da geht gar nichts mehr", sagte Hilbring.

 Kapazitäten ausgeschöpft 

Auch im Ludgerus- und im Franziskus-Kindergarten werden dann alle Kapazitäten ausgeschöpft sein. Lediglich im Johannes-Kindergarten sind nach aktuellem Stand noch sechs Plätze für U3-Kinder verfügbar, im Ü3-Bereich gibt es noch vier reguläre Plätze im Nienborger St.-Peter-und-Paul-Kindergarten sowie vier Überhangplätze.

Der weitere Ausbau von U3-Plätzen liegt vor dem Hintergrund dieser Zahlen zunächst auf Eis. "Wenn wir da eine neue Gruppe aufmachen würden, fallen dafür Plätze für die Ü3-Gruppen weg", erklärte Hilbring gestern auf Anfrage. "Dann kommen wir da in Bedrängung." Das Land gebe zudem vor, dass U3-Plätze nicht mit Ü3-Kindern belegt werden dürfen. "Wenn wir ausbauen, ist das Gebäude nachher da - und leer", sagte Hilbring.

 Noch freie U3-Plätze

Gemäß der Statistik des Kreises müsste eigentlich weiter ausgebaut werden, doch die Zahlen vor Ort geben keine Grundlage für diese Entscheidung her. "Wir haben noch freie U3-Plätze", so Hilbring vor dem Ausschuss. "Darum haben wir gesagt: Wir schieben das noch mal."

Auf die Frage von Ulrike Loske (sachkundige Bürgerin der SPD), wie die Unterbringung von Flüchtlingskindern funktioniere, sagte Hilbring: "Wir nehmen alle Konfessionen auf, da sind wir grundsätzlich offen." Bei den Ü3-Plätzen könnten mit Sondergenehmigung bis zu zwei Kinder zusätzlich aufgenommen werden. "Aktuell nehmen wir Kinder auf, die im Sommer zur Schule kommen."

Ansonsten würden Flüchtlingskinder in den Brückenprojekten betreut, die zur Eingewöhnung an den hiesigen Alltag und die Sprache dienen sollen und vormittags in den Räumen des Jugendtreffs Zak stattfinden.

Brückenprojekte laufen

Hierzu erklärte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff in der Ausschusssitzung: "Das Projekt ist noch jung, bisher gibt es wenig Erfahrung." Die zeitliche Abstimmung mit den Sprachkursen für die jeweiligen Eltern sei noch zu verbessern. "Es ist eigentlich nicht das Ziel, auch die Eltern zu betreuen." Die Sprachkurse liefen indes im März aus, dann "verbessert sich die Situation wieder".

Einen Plan B für den Fall, dass mit zunehmender Ankunft von Flüchtlingskindern alle Kapazitäten erschöpft sind, gibt es laut Hilbring nicht. Sie stehe aber in ständigem Austausch mit dem Kreis. "Wir schauen von Fall zu Fall."

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