Bald schön könnten die Kita-Kinder aus Wext, Ammert, Wichum und Callenbeck gemeinsam mit dem Bus zum Kindergarten gefahren werden. © picture alliance/dpa
Kinderbetreuung

Kindergartenbus für Bauerschaften: Gemeinde will Zuschuss zahlen

Eltern aus den Bauerschaften Wext, Ammert, Wichum und Callenbeck wünschen sich einen Kitabus für ihre Kinder. Mit einem Schreiben an die Verwaltung haben sie jetzt Schwung in die Sache gebracht.

Das Schreiben mit elf Unterschriften trägt den Eingangsstempel „4. November“. Neben dem Anschreiben sind in einer umfassenden Liste Kindernamen, Anschriften, Kindergärten und zwei Spalten mit verschiedenen Zeiträumen aufgeführt. Eltern aus den Bauerschaften Wext, Ammert, Wichum und Callenbeck verfolgen damit einen besonderen Wunsch.

Denn je nach Wohnort betrage die Fahrtstrecke bis zur Kita auch mal gerne acht Kilometer. Aktuell besuchen, so argumentieren die Verfasser, neun Kinder aus den genannten Außenbereichen die Kitas in der Dinkelgemeinde. In den kommenden Jahren sollen weitere sieben Kinder hinzukommen.

Kostenloser Transport wurde vor Jahren eingestellt

Die Idee der Eltern: Die Gemeinde stellt einen Bus zur Verfügung, der die Kinder zu Kita bringt und auch wieder abholt. Vor allem mit Blick auf den CO2-Ausstoß sei ein Bus umweltfreundlicher als Individualverkehr. Das Anliegen stand darum im jüngsten Ausschuss für Bildung und Soziales auf der Tagesordnung.

Dazu muss man wissen, dass die Sache mit dem Kitabus für die Außenbereiche nicht ganz aus der Luft gegriffen ist. „So einen Bus hatten wir schon in der Vergangenheit“, führte Jürgen Lammers von der Gemeindeverwaltung aus. „Wir waren kreisweit die einzige Kommune, die das kostenlos angeboten hat.“ Doch das sei aus Kostengründen zum Ende des Kindergartenjahres 2009/2010 eingestellt worden.

Anregung der Eltern stößt auf offene Ohren

Doch die Anregung der Eltern aus den Bauerschaften stieß in der Lokalpolitik fraktionsübergreifend auf offene Ohren. Allerdings schränkte Matthias Alfert (SPD) ein: „Wir sollten als Gemeinde nicht die Organisation übernehmen. Wir sollten ähnlich verfahren wie in Ahle und Averbeck.“ Dem stimmten CDU und Dinkelbündnis zu.

In Ahle/Averbeck bildete sich nach der Einstellung des kostenlosen Kita-Busses eine Interessensgemeinschaft, die sich seitdem um die Bereitstellung eines Busses und den Zahlungsverkehr kümmert. Die Gemeinde beteiligt sich derzeit nach eigenen Angaben jährlich und pauschal mit 16.000 Euro an den Fahrtkosten.

Eltern müssen die Organisation übernehmen

In Ahle/Averbeck nutzen rund 25 Kinder den Kindergartentransport. Die Eltern zahlen dabei laut Verwaltung einen monatlichen Eigenanteil von 75 Euro pro Kind. Bei Geschwisterkindern erhöht sich der Beitrag jeweils um 35 Euro.

Selbiges, darauf einigten sich die Ausschussmitglieder, soll jetzt auch im Falle der Bauerschaften Wext, Ammert, Wichum und Callenbeck greifen. Heißt: Einen Zuschuss seitens der Gemeinde für einen Kindergartenbus soll es geben, aber dessen Organisation und die Abwicklung des Zahlungsverkehrs müssen die Eltern der Kinder selbst in die Hand nehmen. Die Höhe des Zuschusses soll zudem in Relation zur Anzahl der Kinder stehen.

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