Kita-Kinder bekommen Übergangsquartier in der Bült

mlzKita-Provosorium

Weil der Kita-Neubau an der Stroot nicht rechtzeitig fertig wird, ist für 17 Kinder ein Provisorium nötig. Das hat die Gemeinde nun gefunden. Doch bis August ist dort noch viel zu tun.

Heek

, 16.04.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 3 min

Das Provisorium ist gefunden – ab dem 1. August sollen die Kinder der neuen Kita in der Stroot ihr Übergangsquartier in der Bült beziehen. Einfach war die Suche nach der Zwischenbleibe nicht. „Wir haben uns verschiedene Optionen angesehen“, verkündete Bauamtsleiter Herbert Gausling im Bauausschuss. Eine große Auswahl habe es wegen der speziellen Anforderungen an eine Kita aber nicht gegeben.

Mehrere Argumente hätten letztlich den Ausschlag für das gemeindeeigene Gebäude in der Bült gegeben. „Es ist in einem guten baulichen Zustand und kann mit vertretbarem Aufwand umgenutzt werden“, so Gausling. Ein großer Vorteil liege in dem großen Gartenbereich, der als Außenspielfläche genutzt werden könne. „Da fehlen nur noch ein Zaun und ein paar Spielgeräte“, erklärte Gausling.

Auch der wirtschaftliche Aspekt habe eine Rolle gespielt, fügte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff hinzu. Schließlich gehört das Gebäude schon zum Bestand der Gemeinde. Auch eine Container-Lösung sei diskutiert, aber letztlich verworfen worden. „Bei Containern ist das Teuerste der Auf- und Abbau“, so Weilinghoff. Für den kurzen Zeitraum sei dies aber unverhältnismäßig. Außerdem habe die Gemeinde keinen passenden Standort für einen Container gefunden.

Die komplizierte Suche nach dem Kita-Provisorium

Nötig wird das Provisorium, weil die neue DRK-Kita in der Stroot voraussichtlich nicht rechtzeitig fertig wird. Zwar laufen die Planungen „auf Hochtouren“ und mit einer Baugenehmigung werde „in Kürze“ gerechnet, so die Sitzungsvorlage. Doch mit einer Fertigstellung rechne die Verwaltung erst zum Jahresende.

21 Vorgaben für die Betriebserlaubnis

17 Kinder werden nach derzeitigem Stand in der Übergangsbleibe untergebracht – für vier U2-Kinder, 2 U3-Kinder und elf Ü3-Kinder liegen Anmeldungen vor. Weitere 13 Kinder sollen ab dem 1. Januar ihren Platz in der neuen Kita finden. Sie sind von der Zwischenlösung aber voraussichtlich nicht betroffen. Die Verwaltung gehe davon aus, „dass spätestens zum Jahresbeginn 2020 der Neubau der Kindertagesstätte in der Stroot nutzbar ist“, so die Vorlage.

Bezugsfertig ist das Zweifamilienhaus in der Bült aber noch lange nicht. Derzeit sind dort noch mehrere Flüchtlingsfamilien untergebracht, die an die Bahnhofstraße umquartiert werden sollen. Auch baulich und organisatorisch ist noch eine Menge zu tun. Zwar habe der Kreis Borken eine Baugenehmigung in Aussicht gestellt, so die Vorlage, Voraussetzung sei jedoch noch die Vorlage und Umsetzung eines Brandschutzkonzeptes. So muss für einen zweiten Fluchtweg aus dem ersten Obergeschoss eine Außentreppe gebaut werden.

Kita-Kinder bekommen Übergangsquartier in der Bült

Das Zweifamilienhaus muss für die Kita-Nutzung noch umfassend umgestaltet werden. Die Fahrradwerkstatt der Flüchtlingshilfe bleibt erhalten und wird räumlich abgetrennt. © Falko Bastos

Auch die Liste der Bedingungen seitens des Landesjugendamtes ist lang. 21 Punkte umfasst der Maßnahmenkatalog, der für die Erteilung einer Betriebserlaubnis nötig ist. So muss etwa eine Rampe am Hauseingang für den Zugang mit dem Kinderwagen errichtet werden. Darüber hinaus verlangt das Landesjugendamt eine Reihe von Renovierungs- und Sicherungsmaßnahmen – Treppen, Türen, Geländer, Steckdosen und Heizkörper müssen gesichert werden. Die Sanitärräume werden mit Podesten kindertauglich gemacht.

Ambitionierter Zeitplan

„Klappt das denn bis zum 1. August“, fragte Theodor Nacke (CDU) im Ausschuss. „Nicht, dass wir noch ein Provisorium für das Provisorium brauchen“, unkte sein Fraktionskollege Mario Strehlow. „Wir haben dreieinhalb Monate Zeit. Das ist natürlich ambitioniert“, antwortete Gausling. Die baulichen Veränderungen seien aber überschaubar, vielmehr gehe um Renovierungsarbeiten und die Sicherheitsanforderungen.

Allerdings binde die geplante Maßnahme bereits jetzt Personal in erheblichem Umfang, so die Vorlage. Die Verwaltung halte die Forderungen des Landesjugendamtes für umsetzbar, heißt es darin. Auch die Vorgaben zum Brandschutz seien nach erster Einschätzung mit vertretbarem Aufwand zu realisieren. Finanziell sei nach einer ersten groben Kostenschätzung ein Aufwand in der Größenordnung der im Haushalt eingeplanten 50.000 Euro zu erwarten.

Einstimmig beschloss der Ausschuss, die Verwaltung mit der Umsetzung der Maßnahmen zu beauftragen. „Wir können nicht mehr nach links und rechts gucken. Wir müssen Gas geben“, forderte Hermann Kösters (SPD). Bernhard Homann (CDU) störte sich lediglich am Begriff des Provisoriums: „Das klingt ja, als wären die Kinder wer weiß wo untergebracht.“ „Zu Recht“, befand Weilinghoff. „Das ist eine ganz normale Kita, wenn man die Vorgaben sieht.“

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