Krisentreffen zum Schlöffken-Krammarkt: Hitziger Schlagabtausch und erste Lösungsansätze

mlzTraditionsveranstaltung

Der Schlöffken-Krammarkt war in diesem Jahr für die Händler ein Reinfall. Schuld daran soll der Heimatverein sein. Darum fand kürzlich ein Krisentreffen aller Beteiligten im Rathaus statt.

Heek

, 17.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Schlöffken-Krammarkt gab in diesem Jahr (13. Januar) ein trauriges Bild ab. Sieben Stände, kaum Kundschaft und ein dementsprechend hoher Frustpegel bei Organisator Siegmund Stängel. Für die Tristesse hatte er schnell einen „Schuldigen“ ausgemacht. Den Heimatverein, der den frühen Beginn der Musik im Eppingschen Hof am Schlöffken-Montag abgenickt hatte.

Ab 9.10 Uhr sorgte die Tanzkapelle „Happy Music“ für gute Stimmung im Bürgerhaus. Aus Sicht der Händler viel zu früh. Denn die Musik locke die Kunden weg vom Markt. Verhärtete Fronten. Darum hatte jüngst die Gemeinde alle Beteiligten zu einem „Krisengespräch“ ins Rathaus eingeladen. Dabei wurde nicht nur Tacheles geredet, sondern auch erste Lösungsansätze erarbeitet.

Für das kommende Jahr sind viele Veränderungen geplant

Eine Verlegung des Krammarktes von Montag auf Sonntag, eine attraktiveres (Rahmen-)Programm, ein Flohmarkt, anderer Aufbau der Stände und ein Zeitfenster ohne Musik im Eppingschen Hof – das sind im Kern die ersten Ergebnisse des Gesprächs. Doch bis alle Beteiligten mit diesen Resultaten das Rathaus verlassen konnten, flogen einige verbale Spitzen hin und her.

Teilnehmer des Gesprächs (v.l.): Michael Averbeck, Michael Alfert, Bürgermeister Franz-Josef Weilighoff, Ralf Münstermann, Willi Bröckers, Siegmund Stängel und Doris Reufer.

Teilnehmer des Gesprächs (v.l.): Michael Averbeck, Michael Alfert, Bürgermeister Franz-Josef Weilighoff, Ralf Münstermann, Willi Bröckers, Siegmund Stängel und Doris Reufer. © Till Goerke

Doch wer saß überhaupt alles im kleinen Sitzungssaal am Tisch? Von der Gemeinde Ordnungsamtsleiterin Doris Reufer, Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff sowie Michael Averbeck. Vom Heimatverein waren Ralf Münstermann (Vorsitzender), Michael Alfert (Geschäftsführer) und Willi Bröckers gekommen. Die Fahne der Händler hielt Siegmund Stängel aufrecht. Natürlich.

Debatten über Nichtigkeiten

Und die drei Gemeindevertreter hatten besonders in den ersten Minuten alle Hände voll zu tun, die Wogen zu glätten. Denn der verbale Schlagabtausch der Beteiligten war hitzig, mit gegenseitigen Schuldzuweisungen gespickt und wenig konstruktiv. Immer wieder mussten Doris Reufer und Franz-Josef Weilinghoff eingreifen und das Gespräch lenken.

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Ein kleiner Auszug: Minutenlang wurde beispielsweise darüber debattiert, warum die Winterkirmes am Schlöffkensonntag überhaupt Kirmes heißt, obwohl schon seit Jahren kein Karussell mehr auf dem Marktplatz steht. Zielführend ist etwas anderes. „Das ist halt der Name“, so Michael Alfert, „das ist eben Tradition.“ Konter Siegmund Stängel: „Auch der Krammarkt ist Tradition, nur der kommt nicht mehr wieder, wenn jetzt nichts passiert. Das ist der Unterschied.“

Das Gespräch wird Stück für Stück zielführender

Mit zunehmender Gesprächsdauer wurde die Sache dann Stück für Stück zielführender. So sollen die Krammarkt-Händler fortan einen Tag eher, sprich am Sonntag von etwa 11.30 Uhr bis 15.30 Uhr, die Chance bekommen, ihre Ware ohne Musik im Bürgerhaus anbieten zu können.

Werden die Schlöffken-Krammmarktstände im kommenden Jahr rund um das Bücherregal stehen?

Werden die Schlöffken-Krammmarktstände im kommenden Jahr rund um das Bücherregal stehen? © Till Goerke

Diesen Vorschlag brachte Michael Alfert ins Spiel und stieß damit bei Siegmund Stängel auf offene Ohren. „Ich werde das mit meinen Händlern besprechen, bin aber optimistisch, dass das so funktionieren kann.“

Wer organisiert das Rahmenprogramm?

Zudem sollen die Krammarktstände fortan so aufgebaut werden, dass jeder, der den Eppingschen Hof betreten will, durch die Stände hindurch laufen muss. Die Marktstände würden sich dementsprechend rund um das Bücherregal an der Nordwestseite positionieren. Im Idealfall runden ein (Kinder-) Flohmarkt, ein kleines Karussell und ein Süßigkeitenstand das Angebot außerhalb des Bürgerhauses ab.

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Wer sich allerdings um die Organisation dieser Neuerungen kümmern soll, steht noch nicht fest. Vermutlich wird es auf die Gemeinde hinauslaufen. „Wir besprechen das jetzt noch mal intern und schauen dann, was möglich ist“, sagte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Letztlich geht es jetzt ohnehin darum, auszuprobieren. Tradition hin oder her.

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