In Wichum könnte bald eine neue Windkraftanlage gebaut werden (Symbolbild). © Pixabay
Grüner Strom

Kritischer Antrag: Geplante Windkraftanlage sorgt für Irritationen

In der Bauerschaft Wichum könnte bald eine neue Windkraftanlage gebaut werden. Eine, für die eine Ausnahmegenehmigung nötig ist. Und bei dieser geht es um weit mehr als nur „ja“ oder „nein“.

Gesamthöhe knapp 230 Meter (Nabenhöhe 160 Meter), Rotordurchmesser von fast 140 Metern und eine Nennleistung von etwa 4200 Kilowattstunden – eine solche Windkraftanlage vom Typ Enercon E-138 EP3 würde die Plan8 GmbH aus Eckernförde gerne in der Heeker Bauerschaft Wichum errichten. Wohlwissend, dass der dazugehörige Antrag einen kritischen Aspekt beinhaltet.

Und genau dieser Aspekt räumt der Gemeinde die Möglichkeit ein, dem Ganzen einen Riegel vorzuschieben, obwohl die Genehmigungsbehörde der Kreis Borken ist. Doch wie kann das sein? Und was am Antrag ist kritisch?

Rotoren würden Wald überstreichen

Das Ingenieurbüro für erneuerbare Energien aus Schleswig-Holstein plant die Windkraftanlage in der Windvorrangzone zwei so zu errichten, dass die Rotoren je nach Windrichtung und Ausrichtung einen angrenzenden Wald, der nicht zur im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Windvorrangzone gehört, überstreichen.

Aus diversen Umständen sei das nicht anders möglich. Es bedarf also einer Ausnahmegenehmigung seitens der Gemeinde. Eine, mit der sich nicht alle aus der Lokalpolitik auf Anhieb anfreunden konnten.

Probleme mit dem Naturschutz?

So fragte Susanne Weilinghoff (CDU) im jüngsten Bauausschuss: „Ist der Wald nicht schützenwert?“ Und Stefan Amshoff (SPD) schlug vor: „Vielleicht sollte man mal beim Nabu nachfragen, was das für Auswirkungen haben könnte.“ Man dürfe den Naturschutz nicht außer Acht lassen.

Davon ab sind aktuell noch viele weitere Fragen wie etwa die Zuwegung ungeklärt. Auch ist nicht klar, ob der Flächeneigentümer bisher überhaupt gefragt worden ist. Es handelt sich eben derzeit nur um eine vorläufige Planung.

„Wir müssen das politisch klären, bevor wir in die intensive Planung und die Gespräche mit dem Antragssteller einsteigen“, machte Bauamtsleiter Herbert Gausling deutlich.

Plan8 genießt keinen marklosen Ruf in Heek

Wichtig: Es geht hierbei erst mal einzig und allein um die Frage, ob die Gemeinde für die Ausnahmegenehmigung grünes Licht gibt. Nicht darum, ob am Ende Plan8 die Windkraftanlage dort bauen darf. Passend merkte der CDU-Fraktionsvorsitzende Walter Niemeyer an: „Plan8 ist hier nicht nur positiv aufgefallen. Es muss also nicht unbedingt Plan8 sein.“

Die geplante Windkraftanlage in der Bauerschaft Wichum würde mit ihren Rotoren den angrenzenden Wald überstreichen.
Die geplante Windkraftanlage in der Bauerschaft Wichum würde mit ihren Rotoren den angrenzenden Wald überstreichen. © Planskizze © Planskizze

Doch es geht für die Gemeinde längst nicht nur einfach darum, „ja“ oder „nein“ zur Ausnahme zu sagen. Vielmehr können durch die günstige Verhandlungsposition die eigenen Kriterien deutlich gemacht und durchgesetzt werden. „Diesen Einfluss sollten wir nutzen“, stellte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff klar. Es gehe darum, ein Signal zu senden.

Daumen gehen nach oben

Schlussendlich gingen die Daumen der Lokalpolitiker bei einer Enthaltung nach oben. Der generellen Errichtung einer Windkraftanlage im skizzierten Ausmaß an besagter Stelle steht aktuell politisch nichts im Wege. Zugleich wurde so das Rennen eröffnet. Auch lokale Akteure könnten jetzt einsteigen – und wären willkommen, wie im Ausschuss deutlich wurde.

Und wer die Sorge hat, dass solche Ausnahmegenehmigungen noch öfter Thema werden könnten, der kann mit Blick auf die Aussage des Heeker Bauamtsleiters beruhigt sein: „Unsere Windvorrangezone sind voll. Solch eine Entscheidung gilt es also nicht noch mal zu treffen.“

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