Heeker Landfrauen wollen aktiv das Dorfleben mitgestalten

mlzLandfrrauenverband

Der Landfrauenverband Heek wurde zwar von Bäuerinnen gegründet, ist jedoch mittlerweile in der Mitte der Heeker Dorfgemeinschaft angekommen und gestaltet diese aktiv mit.

Heek

, 12.11.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Immer noch hat der Landrauenverband das Urteil weg, er stehe nur Landwirtinnen offen. Das hat sich allerdings nicht nur beim Landfrauenverband Heek grundlegend geändert. 1957 wurde der Heeker Ortsverband tatsächlich von engagierten Bäuerinnen gegründet.

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Heute zählt der Verband 115 Mitglieder im Alter von 30 bis 88 Jahren aus und um Heek sowie den Bauerschaften Ahle und Averbeck. Die Mitglieder stammen aus ganz verschiedenen Berufssparten, die nicht unbedingt etwas mit der Landwirtschaft zu tun haben.

Engagement für die ländliche Region

Eines ist allerdings unverändert geblieben: Der Landfrauenverband engagiert sich für die Gestaltung der Lebensverhältnisse in der ländlichen Region. Die Mitglieder vertreten dabei soziale, berufsbezogene und gesellschaftspolitische Interessen der Frauen und ihrer Familien.

Bildungsveranstaltungen, eine Reihe von Aktionen und der direkte, persönliche Austausch fördern die Gemeinschaft, den Zusammenhalt und das Engagement für die Ziele des Landfrauenverbands. Das umfangreiche Programmheft des KreisLandfrauenverbands Borken beweist es. Vieles ist allerdings in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie ausgefallen.

Über 4000 Liter Apfelsaft gepresst dieses Jahr

Eine der Aktionen, die in Heek dennoch stattfanden, war das jährliche Sammeln von Äpfeln und das Apfelsaftfest auf dem Hof von Lisa Gausling. Dafür haben die Heeker Landfrauen 2016 den Förderpreis der Landwirtschaftskammer NRW Borken, der Sparkasse Westmünsterland und des Landwirtschaftlichen Kreisverbands Borken erhalten.

Der Erlös aus dem Verkauf des naturtrüben Apfelsafts fließt immer einem guten Zweck zu. So erhielten die Kinderkrebsstation in Münster am Universitätsklinikum, das Projekt „Dienst am Nächsten“ in Heek, die Heeker Hospizgruppe und die Aktion von Bischof Alfert in Paraguay wichtige Gelder.

4410 Liter Apfelsaft

„In diesem Jahr haben wir 4410 Liter Apfelsaft gepresst und verkaufen können. Wir haben uns noch nicht entschieden, wem wir das Geld zukommen lassen. Das Apfelsaftpressen für Kinder haben wir in diesem Jahr gestrichen wegen Corona“, bedauert Teamsprecherin Mechthild Düing.

Das Binden der Erntekrone haben sich die Landfrauen in diesem Jahr ebenfalls nicht nehmen lassen. „Am 23. September haben wir zu viert in knapp vier Stunden die Erntekrone gebunden. In diesem Jahr ist sie deutlich kleiner ausgefallen“, berichtet Düing. Zu viert haben sie die Krone und das Erntedankarrangement auf den Altarstufen der St. Ludgeruskirche in Heek aufgebaut und nach dem Fest wieder abgebaut.

Strick- und Häkelabende

Im Frühjahr begannen die Landfrauen erstmals gemeinsame Strick- und Häkelabende im Eppingschen Hof unter dem Motto „Plastik ade – Masche okay“. Auch hier ist der Treff nicht nur für Landfrauen offen, sondern für jede Frau, die in Geselligkeit stricken und häkeln möchte. Die Socken, Puppen, Schals und Pullover sind allerdings für den Eigenbedarf.

Die Idee dazu ist das Produkt des Leitthemas des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbandes aus dem vergangenen Jahr. Unter dem Motto „Wissen pflanzen – Werte entfalten. Wir geben Plastik einen Korb“ sollte geschaut werden, wie man ohne Plastik sein Leben gestalten kann.

Gemeinschaft und gute Tipps

Edeltraud Schaten ist kein Mitglied bei den Landfrauen, aber gern beim Strick- und Häkelabend: „In Gesellschaft macht das einfach mehr Spaß.“ Hildegard Lehnert hat vor vier Jahren nach einer Knieoperation mit dem Häkeln begonnen.

„Da hatte ich Zeit. Das ist für mich pure Entspannung. Für eine demente Tante habe ich mal eine Puppe gehäkelt. Sie schleppt die immer mit sich rum und wischt sogar den Tisch damit ab. Die Gemeinschaft hier ist das Schöne und wir können uns gegenseitig Tipps geben“, so Lehnert, die von Anfang an mitmacht.

Schöne Begegnungen

„Seit 2010 bin ich im Vorstand in Heek. Seit knapp 25 Jahren bin ich Mitglied. Es sind immer schöne Begegnungen. Uns wird im Verband nicht nur Unterhaltung geboten, sondern auch fachliche Weiterbildung“, resümiert Düing, die auch schon wieder nach vorn blickt.

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Wenn alles gut geht, soll am 14. März 2021 der traditionelle Schätzchenmarkt im Saal zum Kaiser stattfinden. „Dafür brauchen wir noch viele helfende Hände“, ergänzt Düing.

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