Auf acht Flächen suchten die Kitz-Retter nach Rehkitzen, auf einer Fläche wurden sie fündig. © privat
Rehkitz-Rettung

Landwirt begeistert von Kitz-Suche per Drohne: „Nächstes Jahr wieder“

Im Mai und Juni riecht es überall nach Heu. Die Ernte kann für Wildtiere aber schnell zur tödlichen Falle werden. Damit das nicht passiert, holt sich ein Heeker Landwirt technische Unterstützung.

In den meisten landwirtschaftlichen Betrieben, die Weideland haben, wurde bereits oder wird im Moment der erste Schnitt gemacht. Das heißt, dass das lange Gras in den Weiden geschnitten wird. Meistens wird es getrocknet oder zu Silage verarbeitet und abtransportiert. Aber das Schneiden kann für Wildtiere zum lebensbedrohlichen Problem werden.

Landwirte holen sich Unterstützung

Damit das nicht passiert und die Rehkitze, junge Hasen und Fasane nicht ins Schneidwerk kommen, holen sich viele Landwirte Unterstützung. So auch Hubert Viermann (30) aus Heek.

Am Sonntag, 30. Mai, war es so weit. Der 30-Jährige stand früh auf. Sein Vater und zwei Jagdkollegen waren ebenfalls mit von der Partie. Insgesamt acht Flächen würden sie kontrollieren, zusammen mit zwei weiteren Personen, die eine Drohne mitbrachten.

Rehkitze ducken sich, statt zu fliehen

„An der ersten Fläche angekommen wurde die Maschine erst einmal aufgebaut. Durch Zufall haben wir dann schon ein am Rand im Busch liegendes Rehkitz gesehen. Auch ein Hase ist aus dem Gras gesprungen“, erzählt Hubert Viermann im Gespräch mit der Redaktion.

Hasen springen auf, wenn sich die Drohne bis auf 1,50 Meter nähert, Rehkitze hingegen nicht. „Die bleiben liegen, weil sie noch keine Fluchtreflexe haben. Sie verhalten sich also ganz still und ducken sich“, so Viermann.

Geruch nicht auf das Tier übertragen

Danach ist die Gruppe samt Drohne zur nächsten Wiese gegangen. Dort fand sie ein Rehkitz im dichten Gras. Vorsichtig, mit Handschuhen und viel Gras in den Händen, haben die Wildtierfreunde das junge in einen Speißkübel gelegt und es damit umgesetzt.

„Dass mit den Handschuhen und dem Gras in den Händen beim Umsetzen macht man, damit man den Geruch des Menschen nicht an das Tier abgibt“, sagt Hubert Viermann im Gespräch mit der Redaktion. Denn dadurch kann es passieren, dass das Muttertier, die Ricke, nicht mehr an ihren Nachwuchs geht und es verhungert.

Erster Schnitt später dieses Jahr

Insgesamt hat die Gruppe acht Flächen mithilfe der Drohne abgesucht, vier vom Hof Viermann und vier aus der Nachbarjagd. Aber mehr als das eine Kitz wurde nicht gefunden. Dafür hat der Heeker Landwirt aber eine Erklärung: „Dieses Jahr wurde wegen des Wetters später geschnitten, das heißt die Kitze sind alle schon älter.“

Im Jahr davor wurde der erste Schnitt eher gemacht und deshalb wurden im vergangenen Jahr auch mehr Kitze gefunden, ist sich der Landwirt sicher. Damals hat Hubert Viermann auch Ricken, mit ihren Kitzen zusammen gesehen.

Dies waren dann aber auch schon ältere Kitze, denn die ganz jungen bleiben allein im Gras zurück und werden dadurch oft vom Schneidwerk erfasst, wenn sie vorher nicht mithilfe einer Drohne gefunden werden. Hubert Viermann ist begeistert von der Technik: Das werden wir nächstes Jahr auf jeden Fall wieder machen.“

Über die Autorin
Redakteurin
Laura Schulz-Gahmen, aus Werne, ist Redakteurin bei Lensing Media. Vorher hat sie in Soest Agrarwirtschaft studiert, sich aber aufgrund ihrer Freude am Schreiben für eine Laufbahn im Journalismus entschieden. Ihr Lieblingsthema ist und bleibt natürlich: Landwirtschaft.
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Laura Schulz-Gahmen

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