Landwirte haben schwieriges Jahr hinter sich

Winterversammlung

Es war eine düstere Bilanz, die der Vorsitzende der Heeker Bauern mit Blick auf das vergangene Jahr zog: "2015 war sehr schwierig", sagte Bernhard Ostendorf bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Landwirtschaftlichen Ortsverbände Heek und Nienborg am Montag.

HEEK

von Von Anne Alichmann

, 12.01.2016, 18:54 Uhr / Lesedauer: 2 min
Trotz aller Sorgen zeigten die Landwirte auch etwas Zuversicht: Christian Lenting (Vorsitzender Ortsverband Nienborg und Bernhard Ostendorf, Vorsitzender Ortsverband Heek.

Trotz aller Sorgen zeigten die Landwirte auch etwas Zuversicht: Christian Lenting (Vorsitzender Ortsverband Nienborg und Bernhard Ostendorf, Vorsitzender Ortsverband Heek.

Die Preise für Milch und Schweine sind im Keller, die Liquiditätshilfen dabei nur "ein Tropfen auf dem heißen Stein" - "die Lage ist deprimierend", stellte Ostendorf fest. Rund fünf Prozent der Betriebe hätten im vergangenen Jahr aufgegeben, "auch mittelständische werfen inzwischen das Handtuch."

Von einer "sehr schwierigen Phase" sprach auch Markus Weiß, stellvertretender Vorsitzender des Kreisverbands - und nannte drei Faktoren, die aktuell Druck auf die Landwirte erzeugen: Neben den Märkten seien es die politischen Rahmenbedingungen, vom Arzneimittelgesetz bis zur Novelle der Düngeverordnung (über die es an diesem Nachmittag einen gesonderten Bericht aus der Landwirtschaftskammer gab).

Gutes Gefühl für Verbraucher

Der dritte Punkt sei die gesellschaftliche Diskussion um die Arbeit der Landwirte. Man müsse nicht mehr allein höchste Standards bei der Produktion von Lebensmitteln einhalten - "beim Verbraucher muss auch ein gutes Gefühl mitschwingen", sagte Weiß. "Da müssen wir verstärkt unser Augenmerk drauf legen."

Das brachte den Referenten zu seinem persönlichen "Steckenpferd", wie er einräumte: die Öffentlichkeitsarbeit. Es gelte, den Kontakt nach außen zu intensivieren - zum Beispiel, indem man die Zusammenarbeit mit Schulen verstärke, oder aber die Menschen öfter auf die Betriebe hole.

Tag des offenen Hofes

Ein Tag des offenen Hofes sei zum Beispiel demnächst in Graes geplant. Zudem müsse man Strategien entwickeln, wie man mit öffentlichen Angriffen umgehe, etwa in Form von Leserbriefen in der Tageszeitung. Und: "Auch in der Krisenkommunikation müssen wir uns professioneller aufstellen."

Das Thema Außendarstellung treibt auch Markus Müllerum, juristischer Mitarbeiter des Kreisverbands. Er betonte, dass sich die Erwartungen der Verbraucher - Stichwort Nachhaltigkeit - und das Verhalten der Landwirte decken müssten. "Nur wenn das passt, steht die Landwirtschaft gut da." Dabei gehe es nicht zuletzt darum, Einkommen zu sichern und Existenzen zu schützen. Aber: "Das geht nur so weit, wie die Betriebe das auch leisten können."

Prinzip Hoffnung

Bei all der Düsternis - etwas Zuversicht gab es an diesem Nachmittag aber doch. Trotz der "miserablen Situation" müsse man den Blick nach vorne richten, sagte Ostendorf: "Wir hoffen, dass es wieder aufwärts geht." Und auch Markus Weiß zeigte sich optimistisch: "Solche Phasen hat es immer schon gegeben. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir das meistern werden!"

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