Lauter, freier, mutiger – Heeker Chor schlägt neue Töne an

mlzChor Heilig Kreuz

Mit neuem Chorleiter und neuem Vorstand will der Chor Heilig Kreuz sich modernisieren – und endlich die Männerwelt ansprechen. Die Gelegenheit zum Einstieg ist für Neulinge günstig.

Heek

, 30.01.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Als Erstes schaffte der neue Chorleiter die Noten ab. Und geprobt wird jetzt im Stehen. Dr. Hans-Joachim Schüttke hat beim Chor Heilig Kreuz in Heek für einen Kulturwandel gesorgt. Freier, lauter und mutiger sollen seine Sängerinnen werden. „Die sollen mehr aus sich rausgehen“, so Schüttke.

Und kaum jemand scheint dafür besser geeignet, als der mit rheinischem Temperament ausgestattete Kölner. „Wer es nicht schafft zu stehen, kann sich einen Stuhl holen“, provoziert er seine Chordamen. Musikalisch will er eine neue Richtung einschlagen. „‘Oh happy day‘ und ‚Amazing Grace‘ kann doch keiner mehr hören“, sagt er. Stattdessen schweben ihm modernere Formen des Gospels vor: „Gaither Vocal, Country Gospel und Gospel Hymns.“ Auch Stücke von Elvis Presley will er einstudieren lassen. Mehr als 200 Titel hatte der Chor im Repertoire, aber das soll nun gründlich umgekrempelt werden.

Und damit der Neuanfang komplett wird, hat sich auch der Chorvorstand neu aufgestellt. Mit Christiane Hilbring, Christa Schulten, Anette Schwietering, Brigitte Homölle und Ulla Helmich sind es gleich fünf Frauen, die sich nun die Vorstandsaufgaben teilen. „Für uns ist das ein kompletter Umbruch“, verrät Christa Schulten. „Und eine sehr spannende Zeit“, so Christiane Hilbring.

Lauter, freier, mutiger – Heeker Chor schlägt neue Töne an

Christiane Hilbring, Brigitte Homölle, Anette Schwietering, Ulla Helmich und Christa Schulten (v.l.) teilen sich künftig die Vorstandsaufgaben. © Falko Bastos

Noch brauchen alle etwas Zeit, sich an den neuen Kurs zu gewöhnen. „Etwas vermisse ich meine Noten schon“, meint Ulla Helmich. „Das gibt ja auch Sicherheit.“ „Wir fangen alle wieder bei null an“, sagt Christa Schulten. Viele sind schon seit Gründung des Chors vor mehr als elf Jahren dabei.

„Jetzt ist ein guter Zeitpunkt, um neu einzusteigen“, so Schulte. 28 Frauenstimmen zählt der Chor, zuletzt haben fünf Neulinge reingeschnuppert. „Wir sind offen für alle, die Spaß am Singen haben“, sagt Schwietering. „Auch gerne jüngere Menschen Anfang 20.“ Angst haben müsse keiner, auch nicht vor schiefen Tönen, verspricht Ulla Helmich. „Wir sind eine lustige Truppe und können alle über uns selbst lachen.“

Männerstimmen gesucht

Offen für alle heißt auch: Offen für Männer. Als gemischter Chor gegründet, gab es zu Anfang auch männliche Chormitglieder. Doch zuletzt wurde er zum reinen Frauenchor. Aber woran liegt es? „Das müssen wir die Männer fragen. Im Stadion oder an der Theke singen die ja auch“, wundert sich Christiane Hilbring. „Wir hätten gerne Männerstimmen. Ein paar tiefere Stimmen geben ja auch nochmal einen ganz anderen Klang.“

Chorleiter Schüttke ist überzeugt, dass die neuen Töne auch Männer anlocken können. „Wir wollen richtige Hymnen schmettern. Damit wollen wir die Männer erreichen.“ Die erste Feuerprobe für das neue Programm gibt es am 23. März zur Firmmesse.

Bis dahin gibt es für den Chorleiter noch viel zu tun. Vor allem beim Temperament. „Die amerikanischen Gospel-Sänger haben das im Blut, wir eher nicht. Deshalb müssen wir viel üben“, sagt Schüttke. Und kommt zu dem Schluss: „Entweder wir schmeißen hin oder wir ziehen das durch.“ So energisch, wie er das sagt, wird klar, welche Variante er bevorzugt.

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