Loch in Straße: Kanalisation im Katthagen „kollabiert“ – Reparatur nicht ungefährlich

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Die Straße Katthagen ist seit Mittwochmittag auf unbestimmte Zeit gesperrt. In drei Metern Tiefe ist die Kanalisation „kollabiert“. Die Reparaturarbeiten laufen, sind aber nicht ungefährlich.

Heek

, 26.02.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Etwa vier mal vier Meter groß und gut 1,50 Meter tief – das Loch in der Straße Katthagen ist am Mittwochmittag nicht zu übersehen. Über die gesamte Straßenbreite zieht es sich. Kein Durchkommen mehr für Autos. Und zur Sicherheit sperrte die Gemeinde die Straße gleich für den gesamten Verkehr auf unbestimmte Zeit. Der Grund für den massiven Schaden liegt in gut drei Meter Tiefe.

Ein Knickschacht ist praktisch in sich zusammengesackt. Dadurch rutschten das Füllmaterial und die Pflastersteine wie in einem Trichter abwärts. Wie das passieren konnte, ist derzeit noch nicht klar. Denkbar sind unter anderem ein Materialfehler oder ein nicht sachgemäßes Verlegen der Rohre, die zu den ältesten in der Gemeinde zählen. „Wir wissen es einfach noch nicht“, sagt Thorsten Meyer von Gemeindeverwaltung im Vor-Ort-Gespräch.

Anwohner hatten den Schaden gemeldet

Am Mittwochmittag gegen 11.30 Uhr hatten besorgte Anwohner den Schaden der Gemeinde gemeldet, die umgehend die Straße absperrte. Aus Sicherheitsgründen. Mitarbeiter der Firma Albers aus Ochtrup beseitigten am frühen Nachmittag mittels Bagger und Spezialsauger Stück für Stück Schutt und Füllmaterial. Die Pflastersteine haben sie zur Seite geräumt.

Ein Mitarbeiter der Firma Albers saugt mit dem Rüssel (Durchmesser 30 Zentimeter) der Schutt ein.

Ein Mitarbeiter der Firma Albers saugt mit dem Rüssel (Durchmesser 30 Zentimeter) der Schutt ein. Dieser landet in dem großen Tank des dazugehörigen Fahrzeugs und kann so schnell abtransportiert werden. © Till Goerke

Parallel dazu untersuchen Mitarbeiter der Firma Wenker aus Epe das exakte Ausmaß des Schadens. Über einen Kontrollschacht (geöffneter Gullydeckel) steuert ein Mitarbeiter eine Kamera an langen Leitungen in Richtung der Schadensstelle. Die bittere Erkenntnis: Der Schacht ist komplett abgesackt. „Mal eben Ersatz gibt es dafür leider nicht“, hadert Thorsten Meyer.

Die Gashauptleitung liegt im Weg

Und zu allem Überfluss liegt an besagter Stelle auch noch die Gashauptleitung. Wildes drauflos Baggern ist also nicht möglich. Mitarbeiter von Westnetz müssen die Sache jetzt erst mal genau untersuchen. Auch auf mögliche Kleinstschäden. „Wenn wir da Klarheit haben, können wir weitere Schritte einleiten“, so Meyer.

Ein Blick in den Schacht, über den die Kamera in die Kanalisation eingelassen wurde.

Ein Blick in den Schacht, über den die Kamera in die Kanalisation eingelassen wurde. © Till Goerke

Doch wie gefährlich ist die Situation durch die Gasleitung? Minimal – solange sie nicht beschädigt wird. Vermutlich müssen die Arbeiten vorsichtig drumherum ausgeführt werden. „Das macht die Sache natürlich nicht leichter. Einfach trennen, ist nicht möglich. Es ist jetzt eine Menge Improvisation gefragt.“ Darum sei der Abschluss der Arbeiten aktuell auch noch nicht absehbar. „Es ist eine Kanalisation kollabiert. Das ist alles, aber nicht alltäglich.“

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Ein Gutachter dokumentiert den Ist-Zustand der Bausubstanz

Zur Sicherheit wurde – wie schon beim Abriss des Hauses an der Ludgeristraße –ein Gutachter hinzugezogen, der den Ist-Zustand der angrenzenden Bausubstanz dokumentiert. Damit niemand im Nachgang behaupten kann, dass bereits bestehende Baumängel durch die aktuellen Arbeiten entstanden seien.

Im Inneren des Kontrollwagens der Firma Wenker werden die Bilder der Kameras auf Bildschirme übertragen.

Im Inneren des Kontrollwagens der Firma Wenker werden die Bilder der Kameras auf Bildschirme übertragen. Anhand der Bilder kann das Ausmaß des Schadens exakt bestimmt werden. © Till Goerke

Etwas, das die Situation richtig verschärfen könnte, wären große Niederschlagsmengen. Denn der „See“ im Stiegenpark ist ein so genanntes Regenrückhaltebecken. Von dort wird das Wasser in einen Entwässerungskanal geleitet. Und genau dieser führt durch den Katthagen – ist also dementsprechend beschädigt. „Da kann sich also jeder ausmalen, was passieren würde“, so Meyer.

Die Arbeiten müssen ganz vorsichtig um die Gashauptleitung herum erfolgen.

Die Arbeiten müssen ganz vorsichtig um die Gashauptleitung herum erfolgen. © Till Goerke

So ärgerlich die Straßensperrung für die Anwohner auch ist, sie haben Glück im Unglück. Denn die Toilettenspülung und Dusche dürfen sie auch weiterhin benutzen. Das System funktioniere trotz der Beschädigung noch, erklärt ein Mitarbeiter der Firma Wenker.

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