In der Turnhalle der Kreuzschule sind Handwerker derzeit damit beschäftigt, das Dach zu demontieren. © Markus Gehring
Kreuzschule Heek

Millionen-Projekt Turnhalle: Kosten steigen weiter und Material fehlt

Die Sanierung und Erweiterung der Kreuzschulen-Turnhalle ist angelaufen. Doch die Kosten steigen weiter und Zeitpläne wackeln. Das könnte zu einem Nachteil für Schüler und Vereine werden.

Stück für Stück wird derzeit das Dach der Kreuzschulen-Turnhalle demontiert. In einem Müllcontainer vor der Halle liegen die Lichtleisten, in einem anderen die Deckenverkleidung. Auch der Baukran steht bereit – noch allerdings still. Denn es läuft nicht alles nach Plan. Auch nicht bei den Kosten.

Viele Baustoffe sind derzeit Mangelware, die Märkte überhitzt. Preise steigen. Nachwirkungen von Corona. Auch haben die Baufirmen alle Hände voll zu tun. Zeitpläne wackeln. Allein das Milliardenpaket von Bund und Ländern für das von der Hochwasser-Katastrophe zerstörte Ahrtal wirkt auf Firmen wie ein Magnet.

Marktlage in Heek spürbar

Alles Dinge, die auch in Heek unmittelbar spürbar sind. Zwar sind die Rohbauarbeiten für die Sanierung und Erweiterung der Kreuzschulen-Turnhalle vergeben, doch offensichtlich zu Konditionen, die den Gesamtpreis von ohnehin schon 3,1 Millionen Euro noch weiter ansteigen lassen.

Ursprünglich waren rund zwei Millionen für das Projekt veranschlagt – inklusive eines Förderbescheides der Bezirksregierung Münster über 841.000 Euro. 1,3 Millionen Euro betrug also mal der Eigenanteil der Gemeinde. Nach und nach stieg dieser auf 2,3 Millionen Euro. Ende offen.

Grund genug für das Dinkelbündnis, in der jüngsten Ratssitzung auf den Alarmknopf zu drücken. Von einer „erheblichen Kostensteigerung“ sprach der DB-Fraktionsvorsitzende Bernhard Holtkamp, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Auch seien plötzlich zusätzliche Arbeiten notwendig.

Die Müllcontainer vor der Halle füllen sich Stück für Stück.
Die Müllcontainer vor der Halle füllen sich Stück für Stück. © Markus Gehring © Markus Gehring

Dass es teurer als kalkuliert wird, bestätigte Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff in der Sitzung. Das sei angesichts der Marktlage auch keine Überraschung. Dass jetzt weitere, zuvor nicht einkalkulierte Arbeiten nötig seien, verneinte der Bürgermeister. „Davon ist mir nichts bekannt.“

1975 war die Inbetriebnahme des alten „Schätzchens“. Energetisch ist die Halle lange überholt. Jetzt wird sie saniert und erweitert.
1975 war die Inbetriebnahme des alten „Schätzchens“. Energetisch ist die Halle lange überholt. Jetzt wird sie saniert und erweitert. © Markus Gehring © Markus Gehring

So weit so gut. Nur wie stellt sich die Situation jetzt im Einzelnen dar? Nachfrage im Rathaus. „In einzelnen Gewerken sind deutliche Kostensteigerungen zu verzeichnen, andere Gewerke bleiben hingegen deutlich hinter den Kostenschätzungen“, stellt Weilinghoff klar, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Zeitpläne wackeln

Aber er macht deutlich, dass am Ende abgerechnet werde und die Gemeinde keinerlei Einfluss auf die Marktentwicklung habe. Ob alle Zeitschienen eingehalten werden können, sei ohnehin fraglich. Aktuell etwa sind nicht alle Materialen für das neue Hallendach lieferbar.

Gut möglich also, dass die Schulkinder und Vereine länger als gedacht warten müssen, ehe sie mal die neue Halle samt Erweiterung nutzen können. Wirtschaftsexperten rechnen jedenfalls nicht damit, dass sich die Marktlage vor Mitte/Ende 2022 entspannt.

Stück für Stück wir derzeit das Hallendach demontiert.
Stück für Stück wir derzeit das Hallendach demontiert. © Markus Gehring © Markus Gehring

So unkonkret viele Dinge mit Blick auf die Sanierung und Erweiterung der Halle auch sind, eine konkrete Aussage auf die geschätzten Gesamtkosten lässt sich dann – Stand jetzt – doch treffen.

Laut Bürgermeister Weilinghoff seien bisher keine Kostensteigerungen festzustellen, die den Haushaltsausgleich der Gemeinde gefährden könnten. Die Gemeinde gibt also nicht mehr Geld aus, als sie im Gegenzug einnimmt.

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