Mit Kokain und Amphetaminen auf der Nienborger Straße in Heek erwischt

mlzDrogenbesitz

Für einen 29-Jährigen war in einer Februarnacht die Fahrt in Heek zu Ende. Und damit seine Drogenkarriere, wie er jetzt vor Gericht angab. Er hatte seinerzeit Kokain und Amphetamine dabei.

Heek

, 14.10.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei einer Verkehrskontrolle auf der Nienborger Straße in Heek ging der Polizei am 4. Februar ein 29-Jähriger aus Epe ins Netz. Nicht nur, dass er offenbar berauscht am Steuer saß – im Auto fanden die Polizisten knapp 20 Gramm Kokain und zehn Gramm Amphetamine. Bei der anschließenden Durchsuchung der Wohnung gab es weitere Funde: 37 Ecstasy-Tabletten in drei Farben, große und kleine Tütchen sowie eine Feinwaage.

„Da hätte ich nicht dran verdient“

Die Kontrolle fand am Dienstag ihre Fortsetzung vor dem Amtsgericht Ahaus. Der Staatsanwalt warf dem Eperaner vor, die Drogen gewinnbringend verkaufen zu wollen. Den Besitz der Drogen gab der Angeklagte unumwunden zu, aber nicht den Handel: „Das war nicht zum Verkauf, das stimmt nicht. Das war für Freunde und mich, für den Eigenbedarf. Da hätte ich nicht dran verdient.“

Mittlerweile, so gab der gelernte Koch an, lasse er die Finger von Drogen. „Das ist das einzig Positive an Corona, an der Isolation. Ich konsumiere nicht mehr“, beteuerte er.

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Privater Stress habe ihn vor etwa einem Jahr Ecstasy probieren lassen, „beim Feiern, bei Festivals und so“, erzählte der Angeklagte. Mit Kokain sei er erst im Sommer 2019 angefangen. Am Tattag sei er nach Köln gefahren, um für sich und drei Freunde Kokain zu besorgen. Bei jemandem, den er „beim Feiern“ kennengelernt hatte. Namen wollte er auf Nachfrage des Richters nicht nennen: „Nein, das kann ich nicht machen.“

Mit Kokain und Amphetaminen auf der Nienborger Straße erwischt

Der Kokainpreis sei mit 650 Euro günstig gewesen, dafür habe er die Amphetamine mit nach Epe nehmen sollen – da würden sie dann abgeholt. Das habe er über Facebook-Nachrichten vereinbart, so der Angeklagte.

Der Richter, der sich bis dahin alles ruhig angehört hatte, fragte dann doch mal genauer nach. Warum er denn in seiner ersten Vernehmung eine Kurierfahrt angegeben habe, das dann direkt korrigiert habe und von sechs Freunden und Eigenbedarf gesprochen habe. „Sie tischen uns hier die dritte Version auf!“

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Der Angeklagte zuckte mit den Schulten: „Nein, das waren drei Freunde.“ Seine Angaben bei der Vernehmung könne er sich nicht mehr erklären.

Die Untersuchung des Handys ergab zwar einen Chatverlauf, in dem er einem Freund in einem Fall Drogen verkauft hatte. Sonstige Hinweise auf Handel gab es aber nicht.

Mit Alkohol, Kokain und Ecstasy im Blut am Steuer

Auch wenn ihn ein paar Punkte durchaus misstrauisch machten, resümierte der Richter am Ende, schließe er sich dem Antrag des Staatsanwalts an. Der hatte eine achtmonatige Freiheitsstrafe wegen unerlaubten Drogenbesitzes in nicht geringer Menge gefordert. Auf Bewährung. Dazu kommt ein einmonatiges Fahrverbot: Der Eperaner hatte Alkohol, Kokain und Ecstasy im Blut, als er am Steuer saß. Geringe Werte, aber die Gefährlichkeit solcher Autofahrten hielten Staatsanwalt und Richter dem Angeklagten deutlich vor.

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