Muss Jugendamt für Nachhilfe zahlen?

HEEK Muss das Ahauser Jugendamt einer 14-jährigen Gymnasiastin aus Heek, die an einer Lese- und Rechtschreibschwäche leidet, die Kosten für den Nachhilfeunterricht zahlen? Darüber soll heute das Verwaltungsgericht Münster entscheiden.

23.03.2009, 17:27 Uhr / Lesedauer: 1 min

Lese- und rechtschreibschwäche  ist eine Verarbeitungsschwäche im Bereich der Sprache  also keinesfalls eine Krankheit. Sie tritt bei Kindern mit druchschnittlicher oder sogar überdurchschnittlicher Intelligenz auf - ganz unabhängig von der Erziehung oder dem Milieu. Die Probleme, die Buchstaben beim Lesen korrekt zusammenzuziehen und beim Schreiben ebenso wieder in die richtige Reihenfolge zu bringen, sind nicht unlösbar. Durch ein gezieltes Training lassen sie sich lindern, gegebenenfalls sogar beheben. Eine solche Förderung erhält die Heeker Gymnasiastin in einer Praxis für Lerntherapie. Aber muss das Jugendamt dafür die Kosten tragen? Die Behörde meint Nein. Eine Übernahme sei nur dann denbar, wenn ein bei dem Kind oder Jugendlichen die Gefahr einer seelischen Behinderung bestehe. Das sei aber bei der jungen Heekerin nicht der Fall. Ob das die Richter des Verwaltungsgerichts genauso sehen, soll sich heute Mittag zeigen. sy-

 

Lesen Sie jetzt