Der versuchte Jacken-Betrug kommt den Heeker jetzt teuer zu stehen. © DPA
Internetkriminalität

Nach Betrugsversuch: Heeker muss für Jacke 700 statt 250 Euro zahlen

Das war keine gute Idee, die einem Heeker im November 2020 in den Kopf kam. Er hatte kein Geld, wollte aber eine neue Jacke haben. Ein Betrug sollte die Lösung sein. Das ging mächtig schief.

Ganz raffiniert wollte da ein Heeker (20) im November 2020 sein. Knapp bei Kasse und die Lust auf eine neue Markenjacke ließen ihn zum Betrüger werden. Mal eben einen Account auf einer Onlineplattform erstellt, die Jacke auf den Namen seines Nachbarn bestellt und in Empfang genommen. Kostspielig wurde es für den Heeker jetzt trotzdem.

Denn nachdem der 20-Jährige zwei Tage nach der Bestellung die Jacke vom Paketlieferanten abfing und quittierte, nahm die Geschichte ihren Lauf. Der Nachbar wurde mit Blick auf die Zahlungsaufforderung misstrauisch. Drei Monate später durchsuchte sogar die Polizei die Wohnung des Betrügers und stellte die Jacke sicher.

Nachspiel vor dem Amtsgericht Ahaus

Jetzt hatte die Geschichte ein Nachspiel vor dem Amtsgericht. Und da ging die Nummer deutlich zügiger über die Bühne. „Ich bin ein ehrlicher Mensch. Ich gebe das zu. Ich habe das gemacht“, sagte der 20-Jährige direkt zu Beginn der Verhandlung.

Da die Schuldfrage also direkt geklärt war, ging es in der Folge noch um das Warum. „Ich hab halt eben nicht so viel Geld und hab mal im TV gesehen, das so etwas geht“, führte der Heeker aus.

Er bekäme nur Hartz IV und verdiene mit seinem Aushilfsjob auch nicht viel. Nicht ohne Grund wohne er ja auch noch bei seinen Eltern.

Entschuldigung im Gerichtssaal

„Darum dürfen Sie trotzdem nicht zum Betrüger werden“, ermahnte die Richterin den 20-Jährigen. Und sie hakte nach, ob er sich bei seinem Nachbarn mal für sein Verhalten entschuldigt habe.

„Nein, der ist ja nie da. Und abends will ich den nicht stören“, lautete die Antwort. Da der Geschädigte als Zeuge geladen war, konnte der 20-Jährige im Gerichtssaal allerdings das bisher Versäumte nachholen. „Tut mir voll leid. Kommt nicht mehr vor.“

Heeker hat diverse Vorstrafen

Da der Angeklagte mit Blick auf seine Vorstrafen derweil alles andere als ein unbeschriebenes Blatt ist, bekam er für diesen Betrugsversuch vom Gericht einen empfindlichen Denkzettel verpasst.

70 Tagessätze zu je 10 Euro muss der 20-Jährige nun als Strafe zahlen. Für diese Summe hätte er sich die Jacke legal fast dreimal kaufen können. „Und ich sage Ihnen, das kann ganz schnell springen“, so die Richterin. „Beim nächsten Mal gibt es keine Geldstrafe mehr.“

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