Neuanfang auf 82.000 Quadratmetern Gewerbefläche

mlzEhemaliges Hülsta-Werk in Heek wird abgerissen

Seit 2009 wird in den ehemaligen Hülsta-Hallen an der Bundesstraße 70 nicht mehr produziert. Die Gemeinde Heek als Eigentümer hat nun den Abriss der Hallen auf dem 82.000 Quadratmeter großen Gelände beantragt.

Heek

, 30.04.2018, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Noch stehen die alten Hallen, doch noch in diesem Jahr ist endgültig Schluss mit Hülsta in Heek. Vier Unternehmen, die das Areal nutzen wollen, stehen bereits fest. Weitere sollen folgen.

„Die Ausschreibung für den Abbruch ist so gut wie durch“, sagt Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff. Die Gebäude sollen weichen für einen gewerblichen Neuanfang auf dem über acht Hektar großen Gelände. Dabei haben die politischen Gremien bereits für etwa einen Hektar die Nachnutzung beschlossen: zwei Heeker und zwei auswärtige Firmen haben den Zuschlag. Darunter seien zwei aus dem Handel und je ein Handwerksbetrieb und einer aus der Baubranche.

Start im unbebautenTeil

Auch wo sich diese Betriebe ansiedeln werden, steht bereits fest: Im hinteren, unbebauten Teil, zur Feuerwehr hin gelegen. Zwar sind die Verträge noch nicht unterschrieben, aber den Auftrag dazu habe ihm die Politik bereits erteilt, so Weilinghoff. „Im hinteren Teil könnten wir schon erschließen.“

Vergabe ein heikles Thema

Die Vergabe der Flächen an interessierte Gewerbetreibende ist ein heikles Thema. Spätestens seit dem Eklat um die Vergabe des zweiten Teils der Schniewindschen Fabrik in der Nachbarschaft des Hülsta-Areals ist Sensibilität oberstes Gebot bei Verwaltung und Politik.

Darum will sich der Bürgermeister auch gern Zeit lassen mit den Entscheidungen. „Wir schließen niemanden aus“, versichert er, „aber es hat auch keiner ein automatisches Anrecht auf ein Grundstück“. Bis zu zwanzig Unternehmen fänden Platz auf dem Hülsta-Areal, schätzt Weilinghoff. „Aber kommt ein Großer, ist das erledigt für alle anderen.“ „Klein und fein“, nennt der Bürgermeister das geplante Gewerbegebiet. Eine Kennzeichnung, die sich auch in den Preisvorstellungen der Gemeinde niederschlägt.

Neuanfang auf 82.000 Quadratmetern Gewerbefläche

Schichtwechsel bei Hülsta in Heek im Jahr 2008 an dem Tag, als die Schließung bekannt wurde. Foto (A) Herbers

Genaue Zahlen möchte der Bürgermeister nicht nennen. Nur soviel: „Wir bewegen uns auf hohem Niveau.“ Etwa 65.000 Quadratmeter Gesamtnutzungsfläche bietet das Gelände, zieht man die benötigten Flächen für die Erschließung ab. Die steht nach dem Abriss der alten Hallen als nächstes an. „Ein bis zwei Hallen bleiben eventuell stehen, weil es dafür Interessenten gibt“, erklärt der Bürgermeister. „Das ist aber politisch noch nicht entschieden.“

Noch kein Zeitplan

Einen genauen Zeitplan für Abriss und Erschließung wage er mit Blick auf die gute Konjunktur in der Baubranche nicht zu nennen. Fest stehe allein, dass wohl mit den Dächern begonnen werden müsse, weil dort überall Asbest verbaut wurde. „Sie wissen zurzeit gar nicht, ob Sie Firmen bekommen“, so Weilinghoff. Sicher werde es 2019, „oder sogar 2020“.

Neuanfang auf 82.000 Quadratmetern Gewerbefläche

Bürgermeister Franz-Josef Weilinghoff: »Die Ausschreibung für den Abbruch ist so gut wie durch.« © Christiane Nitsche

Nach wie vor möchte die Gemeinde das Areal in kleineren Parzellen entwickeln. „Die aktuellen Bewerber brauchen etwa 1000 bis 5000 Quadratmeter“, führt der Bürgermeister aus. „Wir wollen schon auch den Handwerksbetrieb, der nicht so den ganz großen Bedarf hat, aber wir sind auch offen für jemanden, der einen höheren hat.“
Neuanfang auf 82.000 Quadratmetern Gewerbefläche

Endgültig Geschichte: Im Juni 2009 wurden die riesigen Buchstaben des Schriftzugs des Unternehmens hülsta vom Gebäude des ehemaligen „Werks 3“ in Heek abgenommen.Foto: (A) Ohm

Beim Portfolio setzt die Gemeinde auf einen möglichst großen Branchenmix. „Es soll nicht in eine bestimmte Richtung gehen.“ Ausgeschlossen sind indes Einzelhandel und Betriebe, die eine hohe Wasserbelastung mit sich bringen, da das Areal in einem Wasserschutzgebiet liegt.

„Jeder kann sich bewerben“, betont der Bürgermeister. Seine Wunschbranche ist bislang nicht dabei. „Wir haben kaum Bewerber aus der IT-Branche.“ Ein Grund mehr für Franz-Josef Weilinghoff, bei der Vermarktung der Flächen auf Zeit zu setzen. „Wenn es zehn Jahre dauert, ist es auch in Ordnung.“

1964 hat Hülsta in Heek in seinem Werk in Heek die Produktion aufgenommen. Anfang 2008 wurde bekannt, dass der Möbelhersteller sein Werk Heek schließt. Als Begründung wurden „Kostendruck und Einsparungen bei den Investitionen“ genannt. Bis 2009 wurde die Produktion nach und nach auf die Standorte in Stadtlohn und Ottenstein verlagert. 250 Mitarbeiter waren bis 2008 bei dem einst größten Arbeitgeber in Heek beschäftigt. Sie wurden zum Teil an die anderen Hülsta-Standorte versetzt. Allerdings mussten insgesamt 140 Mitarbeiter gehen. 2017 kaufte die Gemeinde Heek das 82.000 Quadratmeter große Areal. Hülsta befindet sich in Restrukturierung und hat seit Montag eine neue Geschäftsleitung.
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