Neue Wege im Kampf gegen die Gift-Raupe in der Gemeinde Heek

Eichenprozessionsspinner

1000 Nistkästen sollen auf natürliche Weise in der Gemeinde Heek helfen, den Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr nachhaltig zu bekämpfen. Die Idee, die dahinter, scheint genial zu sein.

Heek

21.01.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Neue Wege im Kampf gegen die Gift-Raupe in der Gemeinde Heek

Im gesamten Gemeindegebiet sollen Nistkästen im Kampf gegen die Gift-Raupe aufgehängt werden. © Privat

1000 Nistkästen sollen auf natürliche Weise in der Gemeinde Heek helfen, den Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr nachhaltig zu bekämpfen, denn in den vergangenen Jahren sind vermehrt Eichenprozessionsspinner aufgetaucht.

Die Brennhaare der Raupe lösen bei Kontakt insektenstichartige Schwellungen, Juckreiz und Hautrötungen aus. Darum ergriffen Andreas Weilinghoff und Paul Wessling die Initiative und stellten der Bürgerstiftung Heek-Nienborg das „Nistkasten Projekt“ vor.

Sie erhielten direkt eine Zusage für 500 Nistkästen. Weitere 500 Nistkästen steuerte die Gemeinde hinzu. Wo Eichen an sonnigen Plätzen stehen, ist die Raupe im gesamten Bundesgebiet auf dem Vormarsch. In langen Reihen, wie bei einer „Prozession“, wandern die Raupen auf den Eichen, fressen in der Baumkrone und bilden dort ihre Nester.

Ernsthafte Beschwerden sind bei Kontakt möglich

Ab dem dritten Larvenstadium bilden die Raupen ihre gefährlichen Brennhaare, die bei Wind durch die Gegend geweht werden und sowohl bei Menschen als auch Tieren zu ernsthaften Beschwerden führen können.

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Haben die Larven dieses Stadium erreicht, hilft nur noch der Kuckuck oder der Wiedehopf als natürlicher Feind. Gegen die aufgekommene Häufigkeit der Eichenprozessionsspinner kommen diese beiden Vögel allerdings nicht mehr an. Der Nachtfalter selbst hat weitere natürliche Feinde wie Schlupfwespen oder Fledermäuse, aber an die Raupe mit ihren Brennhaaren traut sich kaum einer.

Da hilft dann nur noch ein professioneller Schädlingsbekämpfer und auch die haben noch nicht soweit „aufgerüstet“, um alle Nester beseitigen zu können. Etwas, dass natürlich mit Kosten für die Gemeinde verbunden ist.

Natürliches Gleichgewicht soll wieder hergestellt werden

Rotkehlchen, Kleiber, Blau- und Kohlmeisen sollen nun helfen, das natürliche Gleichgewicht in der Natur wiederherzustellen, indem sie die Eier und Larven im frühen Stadium fressen. Und damit sich die Vögel heimisch fühlen, werden die besagten Nistkästen an den betreffenden Stellen aufgehängt.

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Ein kurzer Anruf bei den Jagdrevierinhabern im Gemeindegebiet brachte eine schnelle Lösung. Alle Revierinhaber haben sich spontan bereit erklärt, das Aufhängen der Kästen im Außenbereich zu übernehmen. Auch die Sportplätze werden in Eigenregie miteinbezogen, RW Nienborg hat bereits 50 Nistkästen angebracht.

Ein schönes schönes Gemeinschaftsprojekt ensteht

So entsteht ein schönes Gemeinschaftsprojekt welches helfen soll, die Eichenprozessionsspinner auf natürliche Weise zu bekämpfen. Allerdings sollte man nicht erwarten, dass in diesem Jahr das Problem beseitigt ist. „Auch wenn man schon positive Erfahrungen mit diesem Konzept gemacht hat, geht das nicht von heute auf morgen. Natur braucht Zeit“ sagt Andreas Weilinghoff, selbst Jäger in Wichum.

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