Neuer Burg-Café-Pächter muss zum Start gleich improvisieren

mlzCafé Burg Hohes Haus

Bereits bei der Schlüsselübergabe im Café Burg Hohes Haus erlebte der neue Pächter Eric van Veluwen eine böse Überraschung. Dennoch soll das Café schon Donnerstag eröffnen.

Heek

, 26.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die erste Bewährungsprobe hat Eric van Veluwen schon gemeistert. Am Samstag gab es die erste Trauung im Hohen Haus auf Burg Nienborg, seitdem der Niederländer als neuer Pächter übernahm. Am Donnerstag soll auch der Café-Betrieb starten, doch bis dahin ist noch viel zu tun. Denn bereits bei der Schlüsselübergabe erlebte van Veluwen eine böse Überraschung. „Alles war leergeräumt“, berichtet der neue Pächter.

Entgegen der Absprache habe sein Vopächter die gesamte Café-Einrichtung mitgenommen. Keine Stühle, keine Küche. „Alles war weg. Nichtmal Toilettenpapier war da.“ Auf Kontaktversuche habe sein Vorgänger nicht reagiert. Lothar von Bönninghausen, Verwalter der Stiftung Hohes Haus, will sich angesichts eines laufenden Verfahrens nicht zu der Sache äußern. „Es ist gut, dass ein frischer Start gemacht wird“, so von Bönninghausen. „Wir haben große Hoffnungen mit dem neuen Konzept.“

Café öffnet von Donnerstag bis Sonntag

Zur Improvisation gezwungen, suchte van Veluwen nach einer Lösung – und wurde fündig. Zufällig erfuhr er, dass ein Seniorenheim in seiner Heimat Almelo eine neue Küche bekommen sollte. Er nahm Kontakt auf und sicherte sich die alte Küche. „Da habe ich richtig Glück gehabt“, erklärt er. Auch die Tische und Stühle für das Café kaufte er dem Seniorenheim ab.

Das Hauptgeschäft sollen Hochzeiten und andere Events ausmachen. Und damit kennt sich der Niederländer bestens aus. In seiner früheren Tätigkeit als Direktor und Küchenchef des Landhotels Rhederoord bei Arnheim bewirtete er 120 Hochzeits-Gesellschaften im Jahr. Zehn Hochzeiten sind für dieses Jahr bereits im hohen Haus gebucht.

Der Café-Betrieb soll am Donnerstag starten – als Testlauf. „Ich werde erst mal klein anfangen und schauen, wie das funktioniert“, so van Veluwen. Jeweils die letzten vier Tage der Woche können Besucher dann ab 12 Uhr Bio-Kaffee und Kuchen im Burgkeller oder auf der Terrasse genießen – und abends auch mal ein Glas Bier oder Wein.

Bio-Kaffee und kleine Gerichte: Eric van Veluwen wirst erst mal klein anfangen. Eine Bedienung hat er noch nicht.

Bio-Kaffee und kleine Gerichte: Eric van Veluwen wirst erst mal klein anfangen. Eine Bedienung hat er noch nicht. © Falko Bastos

Saisonale und regionale Küche

Auch kleine Gerichte wie Sandwiches, Salate und will der Gastronom anbieten. „Vielleicht gibt es im Sommer auch eine kleine Gemüsekarte“, sagt er. Möglichst saisonal, regional und bio soll das kulinarische Angebot sein. So gehört auch eine Schinkenplatte mit Schinken von einem örtlichen Metzger zum Angebot. Und natürlich gibt es auch Spezialitäten aus van Veluwens Heimat. Bitterballen mit Senf und Poffertjes mit Räucherlachs stehen auf der Karte. Anfangs wird er wohl weiter improvisieren müssen, denn Leute für die Bedienung hat er noch nicht.

Mit der benachbarten Landesmusikakademie will van Veluwen künftig eng zusammenarbeiten. „Dort gibt es nur Filterkaffee. Bei uns kann man dann einen guten Cappuccino trinken“, so van Veluwen. Aber auch eine Zusammenarbeit über die Bewirtung hinaus kann er sich vorstellen. So sei künftig auch eine musikalische Kooperation, etwa für die Begleitung der Trauungs-Zeremonien denkbar.

Viel weiß Eric van Veluwen noch nicht von Nienborg. „Nur dass die Leute früh aufstehen. Es ist unglaublich, wie früh die Bäcker aufmachen“, sagt er – und lacht. „Und hier sind alle relaxt. In Holland kommen die Brautpaare noch fünf Mal wieder, um jedes Detail zu ihrer Feier zu besprechen.“ Hier dagegen sei immer alles schnell geklärt.

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