Nicole Grotegerd (31) setzt in ihrem Blumengeschäft auf selbst gebauten Corona-Schutz

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Wegen der Corona-Krise sind viele Geschäfte zwangsweise geschlossen. Floristen dürfen hingegen (wieder) geöffnet haben. So wie das Blumengeschäft Buesge – mit selbstgebauten Corona-Schutz.

Heek

, 26.03.2020, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Corona-Krise hat das öffentliche Leben fest im Griff. Verbote hier, strikte Vorgaben da. Für viele Gastronomen, Einzelhändler und Selbstständige geht es um die wirtschaftliche Existenz, denn ihre Betriebe müssen geschlossen bleiben. Nicht (mehr) von diesem Verbot betroffen sind Floristen.

Darum hat das Blumenfachgeschäft Buesge in Heek von Inhaberin Nicole Grotegerd (31) auch wieder geöffnet - jedoch mit vielen zum Teil selbst gebauten Corona-Sicherheitsvorkehrungen.

Direkt beim Betreten des Geschäfts in der Ahler Straße springt die große „Spuckschutzscheibe“ mittig über der Verkaufstheke ins Auge. Eine Flasche Desinfektionsmittel steht neben der Kasse. Auf dem Boden sind Klebestreifen, die den Zwei-Meter-Abstand markieren. Nicole Grotegerd trägt Handschuhe. „Ich versuche, meine Kunden und mich in dieser Krisen-Zeit so gut es nur geht zu schützen“, so die Inhaberin, die das Geschäft seit 2014 führt.

Im Geschäft herrschen strenge Sicherheitsvorkehrungen

Die „Spuckschutzscheibe“ wurde aus der Not heraus selbst gebaut. Mit einem ungewöhnlichen Material. Denn die Schutzvorrichtung ist eine dicke und feste Folie aus dem Baumarkt. „Plexiglas war einfach nicht mehr zu bekommen“, berichtet Nicole Grotegerd. Einen Fachmann mit der Herstellung zu beauftragen sei keine Option gewesen. „Es ging ja alles Schlag auf Schlag.“

Das Gespräch durch die selbst gebaute „Spuckschutzscheibe“ ist gewöhnungsbedürftig, aber die Scheibe erfüllt ihren Zweck.

Das Gespräch durch die selbst gebaute „Spuckschutzscheibe“ ist gewöhnungsbedürftig, aber die Scheibe erfüllt ihren Zweck. © Till Goerke

Erst vor wenigen Tagen (22. März) hatte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet Floristen eindeutig grünes Licht für die Öffnung ihrer Geschäfte gegeben. Einen Tag später, also am Montag, habe sich, so erzählt Nicole Grotegerd, dann die Gemeindeverwaltung gemeldet und die Botschaft überbracht. Zuvor durften sich Kunden nur auf Vorbestellung kontaktlos im Hinterhof des Geschäfts Blumen-Bestellungen abholen.

Vorbestellungen sind unter Telefon: (0151) 15 57 14 30 oder (02568) 533 sowie über das Kontaktformular auf der Homepage möglich.

Die „Schutzscheibe“ erfüllt ihren Zweck

Jetzt ist die Sache trotz Corona-Krise wieder persönlicher. Zusammen mit ihrem Mann baute Nicole Grotegerd nach der positiven Nachricht aus der Politik dann den passenden Rahmen für die dicke Folie aus dem Baumarkt. „In dieser Krisenzeit muss man einfach kreativ werden.“ Eine Begutachtung vor Ort zeigt: Die Schutzvorrichtung funktioniert. Sie ist nicht wunderschön, aber zweckmäßig. „Nur darum geht es ja auch“, so die Inhaberin.

Seit wenigen Tagen hat das Blumenfachgeschäft „Buesge“ in der Ahler Straße trotz der Corona-Krise wieder geöffnet.

Seit wenigen Tagen hat das Blumenfachgeschäft „Buesge“ in der Ahler Straße trotz der Corona-Krise wieder geöffnet. Die Landespolitik hatte dafür jüngst grünes Licht gegeben. © Till Goerke

Und es gibt noch weitere Sicherheitsvorkehrungen im Geschäft: Maximal zwei Kunden dürfen sich gleichzeitig im Innenbereich aufhalten. Zudem sei eine bargeldlose Zahlung samt Vorbestellung der ideale Weg, den Kontakt so gering wie möglich zu halten, erklärt Nicole Grotegerd. „Aber wir haben die Kasse noch in Betrieb. Darum ja auch die Handschuhe und das Desinfektionsspray.“

Ein bisschen mulmig sei ihr angesichts der Corona-Krise im Geschäft schon zumute, aber: „Als Unternehmerin muss ich das Ganze nun mal auch wirtschaftlich sehen.“ Ihre einzige Mitarbeiterin musste Nicole Grotegerd schon beurlauben. „Leider“, wie sie sagt. Und neben dem wirtschaftlichen Aspekt treibt die Inhaberin noch etwas anderes an: „Blumen sind für die Seele. Sie helfen in der derzeitigen Krise ganz besonders. Darum möchte ich jedem die Möglichkeit bieten, sich ein Stück Glück nach Hause zu holen.“

Ein Lieferservice ist eingerichtet

Und wer nicht selbst im Geschäft vorbeischauen möchte, der kann auf den bis Gronau kostenlosen Lieferservice zurückgreifen. „In der Mittagspause und nach Feierabend fahren wir die Bestellungen aus“, berichtet die Inhaberin. „Mein Mann packt dabei auch mit an.“ Einen Service, den Nicole Grotegerd vor allem älteren Menschen, der so genannten Risikogruppe, ans Herz legt. „So müssen sie keinerlei Risiko eingehen.“

Blumennachfrage lässt noch etwas zu wünschen übrig

Aber wie steht es mit der Blumen-Nachfrage in Corona-Zeiten tatsächlich? „Noch herrscht kein riesiger Andrang“, antwortet die Inhaberin ganz offen. Sie vermutet, dass viele Kunden noch gar nicht wüssten, dass ihr Geschäft wieder mit den üblichen Geschäftszeiten geöffnet hat. „Es war ja auch ein politisches Hin und Her. Jetzt aber herrscht Klarheit.“

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Und für alle, die im Garten oder auf dem Balkon aktiv werden möchten, verspricht Nicole Grotegerd: „Wir können alles, was gewünscht ist, bestellen. Wenn jemand einen Apfelbaum wünscht, bekommen wir auch das hin.“

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